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23. März 2012 / 1. Cemâziyelevvel 1433 - Wache halten auf dem Wege Allahs

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Wache halten auf dem Wege Allahs

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Sehr verehrte Muslime!

 

Wache halten und wach sein auf dem Wege Allâhs. Darüber sprechen wir heute in unserer Hutbe.

Cenab-ı Hak hat in einer Zeit von Kufr und Unglauben, von Ungerechtigkeiten und Ignoranz Rasûlullâh (s.a.v.) als Hatemü’l-Enbiya, als Siegel aller Gesandten und als Rahmet und Segen für die Welten gesandt. Und jener gesegnete Rasûl (s.a.v.) hat mit der Hilfe und Unterstützung Allâhs als üsve-i hasene, als leuchtendes Vorbild die Menschen von Rückständigkeit und Barberei, von einer Gesellschaft in der es normal war kleine Mädchen bei lebendigem Leibe zu begraben hin zu einem würdevollen Dasein als Menschen mit Îmân und Ahlâk geführt. All dies ist nicht ohne Opfer geschehen. Denn bei der Verkündung und der Festigung der Din-i Celil-i İslam haben sowohl Rasûlullâh (s.a.v.) als auch die Eshab-ı Kirâm (r.anhüm), seine ehrenvollen Gefährten und Freunde viel Leid, Unterdrückung, Übergriffe und Angriffe erfahren. Trotz allem haben sie sich standhaft gezeigt und ihr Îmân, ihr Glaube an Allâh ist stärker geworden. Schlußendlich konnten sie durch die Einnahme von Mekke einen historischen Sieg davontragen, der für den Islam und die Muslime insgesamt wegweisende Bedeutung hatte. Dies verhinderte andererseits keineswegs das Bestreben jener Menschen, die die Din-i Celil-i İslam nicht annehmen konnten, sich fortwährend und aktiv gegen den Islam einzusetzen. Im Laufe der Zeit hat sich vielleicht die Art und Weise geändert, aber der aktive Einsatz gegen den Islam wird auch heute noch weitergeführt. 

Aus diesem Grunde ist es für einen Muslim äußerst wichtig immerzu aufgeweckt zu sein, mit anderen Worten auf dem Wege Allâhs Wache zu stehen.  Im Kur’ân-ı Kerîm und in den Hadîs-i Şerîf wird dieses „Wachen“ und „Aufpassen“ mit den Worten “Rabıta und Ribat” umschrieben. In diesem Zusammenhang heißt es in der letzten Âyet (200) der Sûre Âl-i İmrân: “O die ihr glaubt, seid standhaft und praktiziert Sabır, und überholt eure Feinde im Wettsreit von Sabır, seid aufgeweckt und in Rabıta und habet Ehrfurcht vor Allâh. So ist zu hoffen, dass ihr erfolgreich sein werdet.”

Das Wort ورابطوا  das hier in dieser Âyet vorkommt wird auf die folgende Weise interpretiert: “O die ihr glaubt, wechselt euch ab im Wache halten, seid in Ribat, in Aufgewecktheit. So wie ihr euch hinter dem Imam aufstellt und als Gemeinschaft den Namaz, das rituelle Gebet verrichtet so haltet die Kommunikation untereinander aufrecht und konzentriert euch auf eure Aufgabe… Das Wort Rabıta hat seinen Ursprung in der arabischen Wendung “rabt-ı hayl”. Rabt-ı hayl bedeutet das Pferd festbinden und nach dem Feind Ausschau halten.” Die Art und Weise wie man dies macht ändert sich natürlich, je nach Zeit und Gesellschaft. 

Es gibt sehr viele Hadîs-i Şerîf die über die Fazilet und Wertigkeit von Ribat und Rabıta künden. So heißt es in einem im berühmten Hadiswerk Sahih-i Müslim vorkommenden Ausspruch Rasûlullâhs (s.a.v.):  “Einen Tag und eine Nacht Wache halten auf dem Wege Allâhs ist wertvoller und hat mehr Hayır als einen Monat lang (nafile) Namaz zu verrichten und zu fasten. Wenn jemand auf dem Wege Allâhs Wache hält und währenddessen stirbt, wird er (nach seinem Tod) den Lohn für seine Amel, für seine Tat weiterbekommen, bei Allâh Erfüllung und Glück finden und vor den Nachstellungen des Şeytan sicher sein.“ In einem anderen Hadîs-i Şerîf zu diesem Thema heißt es: “Der Namaz  eines Menschen der auf dem Wege Allâhs Wache hält ist ebenbürtig mit zwei Millinon Namaz (ohne in diesem Wachezustand zu sein).”

Aus dem Blickwinkel von Tasavvuf, also der islamischen Mystik wird die oben zitierte Âyet in der folgenden Weise interpretiert: In dieser Âyet gibt es das Gebot Wache zu halten gegenüber den Feinden Allâhs. Hierbei gehen wir von zwei verschiedenen Arten von Feinden aus. Die einen sind jene körperlichen Feinde über die wir oben gesprochen haben. Der andere und gleichzeitig schlimmste Feind hingegen ist die Nefs-i Emmare, also jenes Wesen das wir im Deutschen mit “Innere Triebseele” versuchen zu umschreiben. Verliert der Mensch den Kampf gegen diesen inneren Feind, verliert er nicht einfach sein irdisches Leben, sondern er verliert –möge Allâh davor bewahren-  sein ewiges Leben in der Âhiret, im Jenseits. Wenn demnach das Wache halten und die Aufgewecktheit gegenüber den Feinden, die einem nach dem Leben trachten eine Vacip-Pflicht ist, dann ist es mindestens genauso eine Pflicht Wache zu halten und ständig aufgeweckt zu sein gegenüber dem Feind, der einem nach dem ewigen Leben trachtet. Und Ribat, sprich Wache halten gegen die Nefis, die innere Triebseele heißt bekanntlich Rabıta-i Şerife.

 

Liebe Gemeinde, 

 

wie wir gesehen haben ist die Gefahr und die damit einhergehende Aufgabe für uns Muslime sehr groß. Heutzutage bedeutet “Wache halten auf dem Wege Allâhs” sich aus tiefstem Herzen mit Rasül-i Ekrem (s.a.v.) Efendimiz verbunden zu fühlen, dabei die Ehl-i Sünnet ve’l-Cemaat und ihre Grundlagen und den Islam (die islamischen Regeln) selbst zu erlernen und sie weiterzugeben. Darüber hinaus Kinder und Menschen zu erziehen, die die Mukaddesat, die Grundlagen und Heiligtümer des Islams und ihre Alten und Ehrenpersonen respektvoll behandeln; die desweiteren bewußt und aus eigenem Antrieb sich für den Islam einsetzen und die gleichzeitig mit der besten Ahlâk ausgestattet sind und den Kampf mit der Nefis, der “inneren Triebseele” nicht scheuen.


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