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25. Januar 2013 / 13. Rebîulevvel 1434 - Ezân-ı Muhammedî

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Hochverehrte Muslime,

 

in unserer heutigen Hutbe sprechen wir über die Bedeutung und den Wert der Ezân-ı Muhammedî in der islamischen Religion. 

Ezân heißt wörtlich i'lâm, das heißt kundtun, bekannt machen. Als Fachausdruck in der islamischen Religion ist Ezân der zu bestimmten Zeiten für die Farzgebete und mit bestimmten gesegneten Worten laut vorgetragene Ruf zum Gebet. Der Gebetsrufer wird Müezzin genannt. Der Ezân-ı Muhammedî ist im ersten Jahr der Hicret eingeführt worden und für Männer eine Sünnet-i Müekkede mit Vacib-Charakter. Seine Meşrûiyyet, also seinen Charakter als Teil des islamischen Rechts bekommt der Ezân vom Kitap, also dem Kur’ân-ı Kerîm und der Sünnet Rasûlullâhs.

 

Es macht keinen Unterschied ob jemand Mukîm, also ortsgebunden oder Seferî, also auf Reisen ist, der Ezân ist für einen männlichen Muslim Sünnet-i Müekkede, also eine wichtige Sünnet Rasûlullâhs beim Freitagsgebet, darüber hinaus bei der Edâ, der zeitlichen Verrichtung des täglichen Namaz und dem Kazâ, dem nachträglich verrichteten Namaz. Auch und vor allem beim Namaz, den man alleine und ohne Cemâat verrichtet, darf weder der Ezân noch der Ikâmet ausgelassen werden. Der Ezân wird in die Länge gezogen ausgerufen, gar gesungen und der Ikâmet schnell und  kurzweilig gesprochen. Der Ezân wird nur in der arabischen Originalversion ausgerufen, in anderen Sprachen nicht - auch wenn solch ein Ruf als Ezân erkennbar sein sollte. Einem in einer anderen Sprache ausgerufenen Ezân wird kein Wert beigemessen. Auch ist es nicht câiz, sprich islamisch erlaubt den Ezân vor Eintritt der Gebetszeit auszurufen, gegebenenfalls muß es wiederholt werden. Dafür tragen die Muezzine die Verantwortung. Denn in einem Hadîs-i Şerif in der berühmten Hadîssammlung Tirmizî spricht Rasûlüllâh Efendimiz (s.a.v.): “Der İmam nimmt die Verantwortung für den Namaz der Cemâat auf sich. Und dem Müezzin sind die Gebetszeiten anvertraut, also in Emanet gegeben worden.”

Dem Ezân-ı Muhammedî und dem Ikâmet vor den Farzgebeten, denen alle Geschöpfe Allâhs in ihrer eigenen Art huldigen, sollte man in gebührender Weise zuhören. Vor allem die folgenden Punkte sollte man besonders beachten: 

 

- Wenn zum Ezân oder zum Ikâmet gerufen wird sollte der Zuhörende nach Möglichkeit dem Müezzin leise nachsprechen; ausgenommen bei den Worten “Hayyeale's-Salah und Hayyeale'l-Felah”, hier soll man die folgende Duâ machen: “Lâ havle ve lâ kuvvete illâ billâhi'l-aliyyi'l-azim.” 

 

- Wenn zum Ezân gerufen wird soll der Mensch seine Sitzhaltung, sein Gebaren und seine Haltung generell in Ordnung bringen und damit seinen Respekt gegenüber dem Ezân zeigen. Jeder Muslim sollte sich angewöhnen beim Ezân mit der Arbeit aufzuhören oder die Beschäftigung ruhen zu lassen und sich in Ehrfurcht (haşyet) und voller Konzentration (rikkat) den Worten des Ezân widmen. Es ist leider eine Tatsache heutzutage, dass viele Muslime sich an dieses Recht des Ezân nicht mehr halten. 

 

- Nach dem Ezân sollte man die Duâ, die mit “Allahümme Rabbe hêzihi'd-de'veti'ttâmmeh...” beginnt für sich aufsagen. Wer diese Ezân-Duâ macht verdient sich – bi iznillâh, mit Erlaubnis des Allmächtigen Schöpfers - die Şefaat und Fürsprache Rasûlullâhs. In dieser Duâ deutet das Wort “Vesile” auf eine sehr hohe Makâm in der Cennet hin, das Wort “Fazilet” ebenfalls und die Bezeichnung “Makâm-ı Mahmûd” darin ist die Position Rasûlullâhs für die Şefaat-i Kübra, also die „Große Fürsprache“ bei Allâh. Folglich ist diese Duâ ein Zeichen für die tiefe Liebe und Verbundenheit eines Muslims mit dem wunderbarsten aller Gesandten Allâhs. 

 

Liebe Muslime,

 

in den Strophen des Ezân wird die Einheit Allâhü Teâlâs bekräftigt, dass darüber hinaus ER die vollkommensten Eigenschaften (sıfat-ı kemâl) bei sich versammelt und von fehlerhaften Eigenschaften frei ist und dass IHM kein Şerîk, das heißt kein Teilhaber und kein ebenbürtiges Wesen entgegensteht. Auch wird im Ezân klar und offen die Risâlet, also die Prophetenschaft von Rasûlullâh ausgesprochen. Diesen Umstand erklärt der berühmte Gelehrte und Sufimeister İmâm-ı Rabbânî (k.s.) Hazretleri in seinem Hauptwerk „Mektûbât-ı Kudsîye“ folgendermaßen: „Schlussendlich ist hierzu sagen, der Ezân vereint in sich die Grundthemen von Itikâd, also den islamischen Glaubensgrundlagen und von Amel, also der islamisch-religiösen Praxis. Der Ezân ist demnach ein starkes Zeichen, eine starke Alâmet von Îmân und Islâm.“

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