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25. März 2016 / 16. Cemâziyelâhir 1437 - Rechte und Pflichten eines Muslims gegenüber anderen Muslimen

25. März 2016 / 16. Cemâziyelâhir 1437 - Rechte und Pflichten eines Muslims gegenüber anderen Muslimen

Verehrte Muslime,

in meiner  Hutbe spreche ich heute über die Aufgaben und Rechte eines Muslims gegenüber anderen Muslimen.

Der Mensch lebt in Gesellschaft und trägt daher Verantwortung, nicht nur sich selbst gegenüber, sondern auch gegenüber den Verwandten, Nachbarn, Freunden und anderen Menschen mit denen er etwas zu tun hat. Insbesondere trägt er Verantwortung den Geschwistern und Brüdern im Islam gegenüber. Wenn ein jeder Muslim seinen Aufgaben gegenüber den Geschwistern im Islam nachkommt, finden sowohl er selbst als auch die Gesellschaft im Allgemeinen zu Ruhe und Frieden.

Cenab-ı Hakk spricht in der Sûre-i Hucurat in Âyet 10 ungefähr dies:

“Die Mü'minûn sind doch Geschwister, so versöhnt eure Geschwister miteinander! Und praktiziert Ehrfurcht vor Allâh, so dass ihr mit Merhamet und Gnade behandelt werdet.

Dafür aber muß der Mü’min, der praktizierende Muslim unter anderem die Fehler seines Bruders im Islam verzeihen können, für diesen Duâ machen, diesem gegenüber aufrichtig und loyal sein können.

Die erste Pflicht des Muslims gegenüber seinem muslimischen Bruder oder Schwester ist über Besitz und Vermögen. Dies unterteilen wir in drei Stufen. Die unterste Stufe ist es den Bruder im Islam wie einen Bediensteten zu sehen und diesem bei der Lösung seiner Probleme mit der Mehrheit seines Vermögens beizustehen. In der mittleren Stufe macht der Muslim keinen Unterschied zu seinen Besitzrechten, der muslimische Bruder hat genau dieselben Rechte an seinem Hab und Gut wie er selbst. Die höchste Stufe in der islamischen Bruderschaft ist der Vorzug des Bruders vor seinen eigenen Besitzrechten, das bedeutet als Muslim ist man dann sogar bereit seinen eigenen Vorteil hintanzustellen um dem Bruder oder der Schwester im Islam zu helfen.  Dazu spricht Resûlullâh (s.a.v.): "Von zwei Menschen, die Freundschaft schließen ist bei Allâhu Teâlâ derjenige liebenswürdiger welcher seinen Freund mit Sanftmut und Milde behandelt."

Die zweite Pflicht ist es sich um die Probleme und Bedürfnisse des Bruders persönlich zu kümmern, diesem mit allem was man hat beizustehen und ihm zu helfen; auch wenn dieser sich weigern sollte die angebotene Hilfe anzunehmen.

Die dritte Pflicht verlangt von uns, einen Muslim nicht mit Sachen zu behelligen, die diesem nicht gefallen. Wer einen Freund ohne Fehler sucht wird keinen Freund finden. Der große Gelehrte und Begründer der schafiitischen Rechtsschule İmâm-ı Şâfiî rahimehullâh schreibt hierzu:

"Unter den Muslimen gibt es keinen Menschen der einerseits Allâh gegenüber Hingebung praktiziert und andererseits keine Verfehlungen begeht. Auch gibt es keinen Muslim der sich ständig Allâh widersetzt aber auf der anderen Seite keine guten Werke verrichtet. Wessen Hingebung zu Allâh seinem Widerwillen gegenüber Allâh übersteigt, der ist ein âdil, ein gerechter Mensch."

Solange man das, was man für sich gerne mag, nicht dem Bruder im Islam gönnt, ist man weit entfernt von Îmân-i Kâmil, dem vollkommenen Îmân. Jeder erwartet, dass seine Fehler und Mängel verziehen, seine kleinen Vergehen nicht beachtet und seine Geheimnisse bewahrt werden. Genau dies soll man als Muslim auch gegenüber anderen Muslimen praktizieren.

 Die vierte Pflicht ist es den muslimischen Bruder zu loben, wenn man an ihm eine gute Eigenschaft oder eine gute Tat sieht. Dabei übertreibt man nicht und spricht nur die Wahrheit. Die Aufforderung Resûlullâhs (s.a.v.) hierzu ist klar und deutlich: "Wenn einer von euch seinen Bruder im Islam mag, so soll er ihm dies kundtun." Denn dies führt zu mehr Harmonie zwischen den Menschen.

Die fünfte Pflicht des Muslims an seinem  Bruder im Islam ist Loyalität in der Freundschaft und Aufrichtigkeit in der Zuneigung. Das bedeutet, die Freundschaft soll so gehegt und gepflegt werden, dass sie bis zum Tode anhält. Auch soll nach dem Tode des Freundes diese Verbundenheit mit der Nähe zu dessen Kindern, Familie und Verwandten unter Beweis gestellt werden.

Der Gesandte Allâhs (s.a.v.) kümmerte sich einmal Hingebungsvoll um eine ältere Frau, die zu Besuch gekommen war. Nach dem Grund für sein Verhalten gefragt, sprach er: "Sie kam uns besuchen als Hz. Hadîce noch lebte."

Wie schön heißt es doch in einem türkischen Gedicht:

“Sizi bir aile efradı yaratmış yaradan,

Kaldırın ayrılık esbabını artık aradan.”

 

„Erschaffen hat der Schöpfer als Teil der Familie euch,

überwindet endlich alle Gründe die teilen euch!“

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KRM - Pressemitteilungen

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