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26. Februar 2016 / 17. Cemâziyel-evvel 1437 - Das Gute empfehlen, vom Schlechten abraten

26. Februar 2016 / 17. Cemâziyel-evvel 1437 - Das Gute empfehlen, vom Schlechten abraten

Verehrte Muslime,

unsere Aufgabe als Muslime ist es, das Gute zu empfehlen und vom Schlechten und Unrechten abzuraten, das nennen wir im Arabischen EMR-İ Bİ’L-MÂRUF ve NEHY-İ ANİ’L-MÜNKER..

Cenab-ı Hakk spricht in der Sûre Ali İmrân umschrieben: “Von euch soll eine Gemeinschaft hervortreten, die zur Hayır einlädt, das “Marûf” empfiehlt und von “Münker” abrät. Jene sind es, die errettet werden.”

Rasûlullâh (s.a.v.) spricht in einem Hadîs-i Şerif:

“Wer das Gute empfiehlt und vom Schlechten abrät, der ist auf Erden Halife von Allâhu Teâlâ, Halife von Rasûlullâh und Halife von Kitabullah, dem Buch Allâhs.”

Die in der Ayet-i Kerime und im Hadis-i Şerif verwendete Formulierung “emr-i bi’l-maruf nehy-i ani’l- münker” haben wir als “das Gute empfehlen und vom Schlechten abraten” übersetzt. Dieser Punkt ist der wichtigste in der Einladung zu Hayır, das heißt zum Wohlgefallen Allâhs. Das Wort „Marûf“ umfasst all jene Dinge, die die islamische Religion für gut erachtet, als Verbundenheit zu Allâh wertet und die damit zu Irfan und Weisheit führen. “Münker” sind hingegen alle Dinge, die der Islam mißbilligt und die als Aufbäumen gegenüber Allâhü Teâlâ zu verstehen sind.

“Emr-i bi’l-maruf nehy-i ani’l-münker” ist islamisch-rechtlich farz, also absolute Pflicht. Dies ist durch Kitab und Sünnet, also durch Kur’ân und die Sünnet Rasûlullâhs belegt. Gleichzeitig haben wir hier es mit einer der wichtigsten Farz-Handlungen im Islam zu tun. Denn die Muslime finden hiermit Kemal und Vervollkommnung; und dies führt zu Glück und Erfüllung in diesem und im nächsten Leben.

Bedingung dafür ist, dass unter den Muslimen eine Gemeinschaft vorhanden sein muß, die diese Aufgabe übernimmt. Denn “Emr-i bi’l-maruf nehy-i ani’l-münker” ist farz-ı kifaye. Das heißt, nimmt sich eine Gruppe von Muslimen dieser Aufgabe an und unterweist andere Muslime in der islamischen Religion, so sind alle anderen Muslime von dieser großen Verantwortung befreit. Hierzu steht in der Sûre-i Tevbe: “Gleichwohl müssen nicht alle Muslime auf einmal losgehen. Kommen aber von jedem Stamm eine Gruppe zusammen und erwerben islamisches Wissen und unterrichten bei ihrer Rückkehr ihre Stämme, dann ist zu hoffen, dass jene sich vorsehen.”

Wir sehen hier, dass jene Leute die “das Gute empfehlen und vom Schlechten abraten” wollen, Ehl-i Ilim, also Gelehrte und darüber hinaus sahibi maneviyat, das heißt Menschen sein müssen, die geistig und spirituell weit fortgeschritten sind. Dafür müssen sie die Feinheiten der islamischen Lehre erlernen und dieses Wissen anderen Muslimen weitergeben. Nicht um über die Menschen zu herrschen, auch nicht für weltliche Vorteile, sondern einzig und allein um der Rızâ Allâhs wegen und um die Menschen über die Âhiret aufzuklären und Irşad zu machen. Denn jedwede Handlung ohne Wissen und Weisheit und ohne

Ihlas und Hingebung bringt keinen Nutzen, ja schadet gar den Menschen!

Hierbei müssen wir einem Punkt besondere Aufmerksamkeit schenken. Das islamische Wissen, die Ilm-i Islam also, sollte nach Maßgabe und den Prinzipien der Ehl- i Sünnet ve’l-Cemâat richtig und gründlich erlernt werden. Der Islam hat zwei Wesensmerkmale: Itikâd und Amel, das sind die Glaubensfundamente und die Praxis der Anbetungsformen. In beiden Fällen ist es für die Muslime erforderlich der Ehl-i Sünnet ve’l-Cemâat zu folgen. Erstens, sie sollen an das glauben woran die Ehl-i Sünnet glaubt. Denn nur sie ist die Gemeinschaft auf der die Rizâ-i Ilâhî ruht und die Rasûlullâh (s.a.v.) als “fırka-i naciye”, als errettete Gemeinschaft bezeichnet hat. Und zweitens, islamisches Wissen soll wiederum von Ulemâ und Gelehrten übernommen werden, die der Gemeinschaft der Ehl-i Sünnet angehören.

Liebe Brüder im Islam,

der große Gelehrte und Sufimeister İmam-ı Rabbânî Müceddid-i Elf-i Sânî (k.s.) Hazretleri schreibt zu diesem Thema in seinen “Mektûbât-ı Şerife” genannten Briefen das Folgende: “Für die Mükellef, das heißt die islamisch-rechtlich Volljährigen sind die Glaubensfundamente erste Pflicht. Das bedeutet, jeder einzelne muß zuerst seine Akâid sorgfältig erlernen - oder wenn nötig berichtigen. Dieses “Berichtigen” soll sich an den Ansichten der Gelehrten der Ehl-i Sünnet richten. Ohne Zweifel liegt die Errettung im nächsten Leben in der Übereinstimmung mit den Ansichten der Großen der Ehl-i Sünnet. Denn sie und jene die ihnen folgen, machen die “Fırka-i Nâciye” aus und finden Errettung in der Âhiret. Die Ehl-i Sünnet ist unzweifelhaft die Gemeinschaft, die den Weg von Rasûlullâh (s.a.v.) und seinen Ashâb geht. Von all dem Wissen über den Islam, dass aus Kitab und Sünnet herausgearbeitet wurde, sind nur jene muteber und angenommen, die von den Großen der Ehl-i Sünnet herausgearbeitet wurden.”
An anderer Stelle schreibt Hazrat-i İmam-ı Rabbânî (k.s.): “Insbesondere in Zeiten, da die Şeâir-i Islam, die Zeichen islamischen Lebens schwächer geworden sind, ist es die größte Hayır den Menschen die Ahkâm-ı Islam, das heißt die Rechtssätze des Islams beizubringen. Derart sogar, dass millionenfache Almosen mit anderer Absicht nicht mal ansatzweise an den Wert der Weitergabe einer einzigen religiösen Vorschrift nahekommen... Es sei denn, solch eine Sadaka ist verbunden mit der Absicht, die Ahkam-ı Islam am Leben zu erhalten. Dann ist auch die Gegenleistung dafür groß.“

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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