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26. Juni 2015 / 09. Ramazan 1436 - Selbstbewertung im Lichte des Ramazân

26. Juni 2015 / 09. Ramazan 1436 - Selbstbewertung im Lichte des Ramazân

Verehrte Muslime,

 

Heute in meiner Hutbe möchte ich mit euch zusammen eine Selbstbewertung im Lichte des Ramazan-ı Şerif machen. Was erwartet der Ramazan von uns und wo stehen wir?

Im Leben gibt es manchmal Gelegenheiten, die man unbedingt wahrnehmen sollte. Dazu gehört ohne Zweifel der Monat Ramazan. Sind wir in der Lage von diesem Monat wirklich nutzen zu ziehen? Einem Monat der uns die Möglichkeit bietet mit ganz wenig Aufwand viel zu zurückzubekommen und in dem wir sehr viel an spirituellem Vermögen in die Âhiret, also in die andere Welt schicken können. Hierzu heißt es in der Sûre-i Haşr in Âyet 18:

„Ihr, die ihr den Iman verinnerlicht habt! Handelt Taqwa gemäß ALLAH gegenüber, und ein jeder soll danach schauen, was er für morgen vorausschickte! Und handelt Taqwa gemäß ALLAH gegenüber! Gewiss, ALLAH ist dessen allkundig, was ihr tut.“

Und Rasûlullâh (s.a.v.) spricht in einem Hadis-i Şerif: “Bevor fünf (Dinge) eintreten mache dir den Wert von fünf (Dingen) bewußt! Schätze das Leben vor dem Tode, die Gesundheit vor der Krankheit, die freie Zeit vor der unfreien, die Jugend vor dem Alter, den Wohlstand vor der Armut.”

Um diese großen Ziele zu erreichen, liebe Muslime, ist die Hingabe und die Anstrengung während des Monats Ramazan eine der wichtigsten Mittel überhaupt.

Es ist doch schon für alle von uns unerläßlich mal darüber nachzudenken wo wir stehen und ob wir etwas tun oder nicht um vom Ramazan zu profitieren. Lasst uns das mal hier gemeinsam machen:

Der Monat Ramazan, zum Beispiel, bekommt seinen Wert unter anderem vom Kur’an-ı Kerim. Denn so spricht Cenab-ı Hakk: “Der Monat Ramazan ist es in dem der Kur’an herabgesandt wurde.

Schaffen wir es in diesem Monat nun einen Hatim zu machen, sprich den Kur’ân von Anfang bis Ende einmal durchzulesen? Nehmen wir Teil an den Mukabele-Lesungen in unserer Moschee? Diejenigen unter uns die den Kur’ân nicht lesen können, tun die etwas dafür um es zu lernen? Schaffen wir es unsere Kinder in den Ferien- und Wochenendtagen in die Moschee zu schicken, damit wenigstens sie unseren geehrten Kur’ân lesen lernen können?

Rasûlullâh (s.a.v.) kündet davon, dass im Monat Ramazan man für eine Nâfile-Ibâdet den Sevab von einer Farz-Ibâdet bekommt und für Farz-Handlungen den Sevab von 70 normalen Farz-Ibâdât. Wie ist es denn nun mit unserem Fasten? Fasten wir schon oder verbringen wir die Tage nur noch in Hunger und Durst? Schaffen wir es unsere täglichen fünf Namaz und unser Freitagsgebet regelmäßig zu verrichten oder nur wenn es uns gerade mal wieder einfällt? Wie ist unsere Beziehung mit dem Terâvîh-Namaz in diesem so wichtigen Monat Ramazan?

Haben wir uns bewußt gemacht, dass wir eines Tages gefragt werden ob und wie wir unsere Zekât gegeben haben - dieser Ibâdet, die im Kurân an mehr als achtzig Stellen Erwähnung findet? Vergessen wir nicht: Jeder einzelne Cent von der Zekât, der in unseren Geldbörsen verbleibt ist eine schwere Bürde vor Allâh.

Im Ramazan-ı Şerif gibt es ja noch die pro Kopf zu entrichtende Sadaka-i Fitr. Eine wichtige andere persönliche und gesellschaftliche Ibâdet. Haben wir schon dafür gesorgt, dass diese Sadaka-i Fitr ihre Empfänger gefunden hat oder warten wir noch, wie jedes Jahr, auf die letzten Minuten des Ramazan?  

“Der Dîn, die islamische Religion steht mit der Nasîhat.” In dieser Aussage gewichtet Rasûlullâh (s.a.v.) den Vortrag in der Moschee sehr stark. Schaffen wir es in diesen so wertvollen Tagen etwas früher in die Moschee zu kommen und dem Hodscha bei seinem Vortrag zuzuhören oder verschieben wir das wieder einmal auf später?

Haben wir uns schon mit unseren alltäglichen Fehlern und Sünden beschäftigt und angefangen uns der Reue und Tevbe hinzugeben? Oder sagen wir uns immer noch “Ich mach das im nächsten oder übernächsten Ramazan” und betrügen damit uns selbst?

“Wer einem Fastenden den Iftar ermöglicht, erwirbt so viel Sevab als hätte er einem Sklaven die Freiheit geschenkt.” So spricht der Gesandte Allâhs (s.a.v.), der ehrenvollste der Schöpfung. Haben wir anderen Menschen den Iftar ermöglicht? Wir haben mehr als genug, Allâh sei dank, aber was ist mit all den Menschen auf dieser Welt, die noch nicht mal ein Stück Brot finden können um ihren Hunger zu stillen oder ganz besonders mit den mittellosen Studierenden des Kur’ân? Denken wir manchmal an die Waisen und armen Kinder auf dieser Welt?

Unsere Nefis, unsere niedere Triebseele sagt uns jetzt schon, dass nach dem Ramazan wir wieder “etwas lockerer” sein können und nicht soviel Ibâdât zu machen brauchen. Genau jetzt sollten wir nicht vergessen, dass die Beziehung zu Allâh das ganze Jahr über gepflegt werden muß und nicht nur einfach im Ramazan. Haben wir zum Beispiel auch schon daran gedacht wie und wann wir unseren Hadsch machen oder uns auf das Îyd-ul’Adha, also das Kurban-Fest vorbereiten.

Beenden wir unsere Hutbe mit einem Ausspruch des Kalifen Hazret-i Ömer (r.a.):

“Verlangt von euch selbst Rechenschaft, noch bevor ihr (eines Tages) zur Rechenschaft gezogen werdet! Wiegt eure Amel, eure Taten und Werke ab, noch bevor sie abgewogen werden. Eure Rechenschaft euch gegenüber und heute, ist um ein vielfaches leichter als die Rechenschaft, die ihr in der Âhiret abzulegen habt.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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