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27. Februar 2015 / 08. Cemâziyel-evvel 1436 - Wert von Schülern und Studenten der Islamischen Lehre

27. Februar 2015 / 08. Cemâziyel-evvel 1436 - Wert von Schülern und Studenten der Islamischen Lehre

Hochgeschätzte Muslime,

in meiner Hutbe möchte ich heute über den Wert von Schülern und Studenten der Islamischen Lehre sprechen.

İlim ist, da sie eine der Attribute (und Eigenschaften) Allâhs (c.c.) ist, sehr ehrenvoll und erhaben. Cenab-ı Hakk hat dem ehrenvollsten Wesen der Schöpfung, also dem Menschen, Ilim gegeben und ihm somit größtmöglichen Anteil erschaffen. Rasûlullâh (s.a.v.) bestärkt die Menschen zum Erlernen von Ilim, das heisst Wissen, Weisheit und Erkenntnis in dem er spricht: “Die Position des Ilim ist die höchste aller Positionen.” Und Cenab-ı Hakk deutet mit der folgenden Âyet daraufhin was das schönste Gut ist, was man von Allâh erbitten kann: “(O mein Habib) sprich ‘Ya Rabb! Mehre mein Wissen, meine Ilim!”  Ohne Zweifel ist das Wissen, auf das Allâhü Teâlâ hindeutet, das Wissen um Allâh und die Lehre des Islâms.

Jene Menschen, die sich anstrengen schöne und gute Dinge zu erwerben und diese zu behalten sind wahrlich selbst schöne und gute Menschen. Um ein Âlim, also ein Gelehrter oder Wissenschaftler des Islam zu werden muß man den Weg des Lernenden, des Talebes gehen. Denn, so wie der Wert des Âlim bei Allah (c.c.) sehr hoch ist, so ist auch der Wert des Talebes sehr hoch. 

In Âyet 122 der Sûre-i Tevbe heisst es umschrieben: “Die Mü’min dürfen nicht alle auf einmal zu Felde ziehen. So soll sich von jeder Menschenschar eine (kleine) Gruppe im Dîn (perfekt) bilden und wenn sie zurückgekehrt sind ihr eigenes Volk ermahnen, so dass diese sich in Acht nehmen.”

Diese Âyet-i Kerîme zeigt sehr offen, dass Schüler und Studierende von Ilim mindestens denselben Stellenwert haben wie Menschen, die ihr Leben auf dem Wege Allâhs verbringen und sogar aufopfern. Denn der Fortbestand des Islams ist gebunden an die Weitergabe der islamischen Lehre und die Weitergabe der islamischen Lehre ist gebunden an den Fleiß und die Hingabe jener Schüler die sich um dieses Wissen bemühen. Der Îmân, also der islamische Glaube und die Grundsätze der islamischen Ahlak sind Bedingung für Glück und Freiheit, sowohl des Einzelnen als auch von Gesellschaften - und dies geschieht allein über die Träger der islamischen Lehre, sprich den Talebes. 

Rasûlullâh (s.a.v.) spricht in einem Hadîs-i Şerîf dies: "Wünscht Cenab-ı Hakk einem Menschen Gutes (Hayır), so macht er ihn zu einem Fakîh im Dîn (zu einem Gelehrten im Islam)." In einem anderen Hadîs-i Şerîf heißt es: "Die Welt und alles darin haben keinen Wert, ausgenommen davon ist die Zikir an Allâh und all jene Dinge, die Nähe zu Allâh schaffen, darüber hinaus der Gelehrte, der Ilim  weitergibt und der Lernende.” 

Der große Gelehrte İmam-ı Rabbânî Müceddid-i Elf-i Sânî (k.s.) Hazretleri schreibt in seinem Werk Mektûbât-ı Şerife über das Erlernen und die Weitergabe der islamischen Lehre das Folgende:

 “Für die Mükellef, das heißt die islamisch-rechtlich Volljährigen ist es vâcib die islamischen Glaubensgrundlagen zu erlernen. Das bedeutet zuerst müssen bei einem Muslim die Glaubensfundamente verankert werden. Diese Verankerung und die Glaubensfundamente müssen mit den Meinungen und Vorgaben der Gelehrten der Ehl-i Sünnet ve’l-Cemaat übereinstimmen… Danach erst gebührt es dem Muslim seine Amel, das heißt seine religiöse Praxis gemäß den Inhalten des islamischen Rechts zu erlernen und auszugestalten. Dazu gehören zum Beispiel thematische Bereiche wie helal-haram, farz-vacib-sünnet und mendub-mekruh. Auch ist es wichtig und gewichtig mit den Lernenden und Studierenden verschiedene Bücher über die islamische FIKIH zu lesen und  danach zu handeln.“ 

In einem an den Gelehrten Seyyid Ferid Buharî gesandten Brief schreibt Imam-i Rabbânî (k.s.), dass er äußerst erfreut war über dessen Geschenke für die Talebes, also für die Lernenden der islamischen Lehre, damit diese ihre notwendigsten Besorgungen machen können und betont die Wichtigkeit solch einer weltlichen Zuwendung. Genauso wichtig sei es aber, den Studierenden der islamischen Lehre gesellschaftlich und spirituell hohen Wert beizumessen und ihnen mit einem Höchstmaß an Respekt zu begegnen.

Daher sind wir Muslime aufgefordert einerseits selbst Ilim zu erwerben und andererseits Leute, die Ilim erwerben, zu unterstützen; sowohl materiell als auch geistig. Denn allein Ilim, das heißt Wissen, Weisheit und Erkenntnis ist die Sonne, die unsere spirituelle wie diesseitige Welt mit Licht durchfluten kann.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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