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27. März 2015 / 07. Cemâziyelâhir 1436 - Gıybet – üble Nachrede

27. März 2015 / 07. Cemâziyelâhir 1436 - Gıybet – üble Nachrede

Verehrte Muslime,

 

Gıybet, üble Nachrede, ist eine der schlimmsten Handlungen überhaupt; nicht nur gegenüber den Menschen, sondern auch gegenüber dem erhabenen Schöpfer selbst. Darüber möchte ich heute sprechen.

 

Allâhu Teâlâ hat die Nefs-i Emmâre, das heißt die niedere Triebseele, erschaffen und ihr einen Platz zwischen unseren beiden Flanken gegeben. Und wir als Menschen sind daran gebunden mit dieser Nefis zusammenzuleben. Solange der Mensch es nicht schafft seine Nefis in wirklichem Maße zu formen und zu kontrollieren wird er sich von kleinen und großen Verfehlungen nicht fernhalten können. Folglich wird er auch nicht die Kraft haben sich zum Beispiel von Gıybet, einer Handlung die haram ist, zu befreien. Zur Gıybet gehören auch Taten und Verhaltensweisen wie Sû-i Zann, das heisst falsche Verdächtigung und Iftirâ, also andere Leute falsch bezichtigen.

 

Unter Gıybet versteht man im allgemeinen, über Mängel oder Fehler von jemandem zu reden, wenn dieser nicht anwesend ist und sie ihm nicht gefallen würden, wenn er sie hören würde. Im deutschen Sprachgebrauch gibt es hierfür den Ausdruck “über Jemanden Lästern”. Solche Mängel können in der Kleidung, im Aussehen, im Verhalten und in der Familie liegen. Das macht keinen Unterschied: In jedem Falle zählt es zur Gıybet.

 

Rasûlullâh (s.a.v.) Effendimiz sprach einst: “Wisst Ihr was Gıybet ist? Über euren Bruder im Islam Dinge zu sagen, die ihm nicht gefallen würden.” Daraufhin fragte jemand: “Wenn aber das Gesprochene den Tatsachen entspricht, Ya Rasûlallâh, was dann?”  Und Rasul-i Ekrem anwortete: “Wenn er tatsächlich diese Fehler hat, genau dann ist es Gıybet; wenn aber nicht, so habt ihr damit Iftira gemacht (ihm Mängel und Fehler unterstellt, die er nicht hat).” Und Iftira ist schlimmer als Gıybet.

 

Verehrte Gemeinschaft der Muslime!

 

Auch zählt es zur Gıybet, wenn man jemanden in verächtlicher Form nachmacht, sich mit der Körpersprache über einen Fehler des anderen lustig macht oder die Fehler des anderen schriftlich weiterverbreitet. Eine andere Form der Gıybet wird mit dem Herzen begangen: Hier spricht man dann von Sû-i Zann, also über andere aus Prinzip schlecht Denken und verdächtigen. Sû-i Zann ist deswegen haram, weil Allah allein weiß was die Herzen bewegt.  So hat kein Mensch das Recht über einen anderen schlechtes zu denken bzw. anzunehmen, solange man seine schlechte Tat nicht mit eigenen Augen gesehen hat oder es nicht hundertprozentig sicher weiß. Wir sehen: Sowohl Giybet als auch Sû-i Zann sind recht heikle Dinge. So begeht nicht nur derjenige eine Verfehlung, der Gıybet macht, sondern auch derjenige, der ihm unwidersprochen zuhört oder ihn zur Gıybet anstiftet.

 

In der Ayet-i Kerime, die ich anfangs vorgetragen habe, spricht Allâh celle celâlühû: “O die ihr glaubt! Haltet euch fern von allerlei Verdächtigung; denn wahrlich, manche Verdächtigung ist schwere Verfehlung. Und versucht nicht (anderen) nachzuspionieren und macht keine Gıybet. Möchte denn einer von euch gern das Fleisch seines Bruders essen, wenn dieser tot ist? Sicher würdet ihr es verabscheuen. So habt Ehrfurcht vor Allah. Gewiß, Allah ist Tevvâb und Rahîm.”

 

Liebe Muslime,

 

daher ist Aufgabe eines jeden uns sich fernzuhalten von Gıybet, übler Nachrede und falscher Verdächtigung. Wer meint Gıybet gemacht zu haben, sollte sich ob der Verfehlung um Vergebung bei Allâh bemühen und darüberhinaus auch um Vergebung bei der betreffenden Person bitten, wenn diese Kenntnis von der üblen Nachrede bekommen haben sollte. Denn Gıybet ist eine Übertretung der Rechte anderer.  Wenn die Person, über die gelästert wurde, keine Kenntnis davon hat sollte man für diese Person um Vergebung bei Allâh bitten.

 

Gıybet ist wie ein geistiger Virus. Trifft man keine Vorkehrungen kann sie, wie eine ansteckende Krankheit, ganze Gesellschaften aus den Fugen bringen.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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