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27. September 2013 / 21. Zilkâde 1434 - Das Recht des Nachbarn

VIKZ

Hochgeschätzte Muslime,

 

betrachten wir die Erde oder das All, so treten die Ordnung und die Harmonie darin klar und deutlich vor unsere Augen. Diese Harmonie und Ordnung kommen nur dadurch zustande, dass alles Erschaffene einerseits seine zugewiesene Aufgabe erfüllt und andererseits in seinen Grenzen verbleibt und sie nicht überschreitet. Menschen mit Vernunft und Einsicht, besonders was Sinn und Bedeutung gutnachbarschaftlicher Beziehungen angeht, wissen darum sehr wohl, dass eine solche Harmonie nur dann entstehen kann, wenn jeder zugleich mit den andern seinen eigenen Teil an den Aufgaben zur Gänze erfüllt.    

 

Ein gutes Zusammenleben mit unseren Nachbarn ist in unserer heutigen Gesellschaft von großer Bedeutung. In der islamischen Religion besitzt das Recht des Nachbarn einen sehr hohen Stellenwert. So wie es unabdingbar ist, innerhalb der Familie gut miteinander auszukommen, so ist es verpflichtend für uns Muslime, uns mit unseren Nachbarn gut zu verstehen und uns gegenseitig zu helfen. Hazret-i Allâh spricht in der anfangs vorgetragenen âyet-i kerime unmissverständlich über die Pflichten eines Muslims: “Bezeugt Allah euren Gehorsam. Gesellt Ihm niemanden bei. Tut Gutes euren Eltern, euren Verwandten, dem Waisen, dem Bedürftigen, dem näheren Nachbarn und dem entfernteren Nachbarn, dem, der auf Reisen ist und dem, auf welchem eure Rechte liegt (dem, der von uns abhängig ist). Wahrlich, Allah liebt die nicht, die überheblich und stolz sind.” 

 

Peygamber Efendimiz (s.a.v.) gewichtet das Recht des Nachbarn in dem folgenden Hadis-i Şerif auf eindrucksvolle Weise: “Cebrâil (a.s.) sprach ohne Einhalt zu mir so lange vom Recht des Nachbarn, dass ich erwartete, der Nachbar solle den Nachbarn beerben dürfen.” 

 

 

 

 

Verehrte Gläubige,

 

Nachdem ich das Thema in Kürze angesprochen habe, möchte ich es auf einer anderen Ebene weiterführen: Der Tag der Deutschen Einheit am dritten Oktober hat sich seit langem auch als Tag der offenen Moschee etabliert. 

 

Es ist eine alte Weisheit, dass der Mensch dem Unbekannten gegenüber feindlich eingestellt ist, zumindest aber desinteressiert. An solch einem wichtigen Tag wie dem Tag der offenen Moschee liegt es in unserer Hand, den Abstand zwischen den Menschen zu überbrücken oder gar gänzlich verschwinden zu lassen. In dieser Absicht werden in den teilnehmenden Moscheen den Gästen Informationen über uns, unsere Kultur, unsere Religion und unsere Moscheen gegeben werden. Wir sehen daher diesen Tag nicht nur als Tag der Gastfreundschaft an, sondern vor allem als Tag des gegenseitigen Kennenlernens und der Öffnung gegenüber unseren Nachbarn. 

 

Der Islam ist eine Religion der Höflichkeit, der Großzügigkeit und der Feinfühligkeit. Bei Empfang und Bewirtung unserer Gäste sollten wir die Regeln der Höflichkeit und der Sauberkeit beachten, die wir von unserer Religion her kennen. Wer auch immer unser Haus oder unser Gebetshaus  betritt, verdient mit einem Lächeln im Gesicht empfangen zu werden. Gäste, die uns besuchen, sollten mit Toleranz und Entgegenkommen behandelt werden.  

 

Zum Ende der heutigen Hutbe wollen wir noch einmal den Gesandten Allahs (s.a.v.) hören, der die wichtigsten Charaktereigenschaften eines Muslims wie folgt darstellt: “Ein wahrhaft Gläubiger ist einer, der ülfet besitzt, mit dem man gut auskommt und dem man darum auch gerne mit ülfet, mit Liebenswürdigkeit begegnet. Wer keine ülfet besitzt und wem man nicht mit ülfet erwidert, auf dem ruht auch kein hayır, kein Segen.” 

 

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KRM - Pressemitteilungen

„Jeder Flüchtling ist zu allererst ein Mensch“ - Begegnung von EKD und KRM Delegation in München

Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen.

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