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28. Juni 2013 / 19. Şaban 1434 - Sıla-i Rahim – Die Pflege der Verwandschaftsbeziehungen

VIKZ

Unsere ehrbare Religion, der Islam, gibt dem gesellschaftlichen Zusammenleben der Menschen einen sehr hohen Stellenwert. Sie sollen miteinander kommunizieren und damit die Gemeinschaft stärken. Grundlage für ein gut funktionierendes Zusammenleben sind Aufrichtigkeit, Tevazu, also Bescheidenheit, gegenseitige Hilfe, Respekt und Herzenswärme.

 

Verwandte aufsuchen, Bekannte und Nachbarn besuchen, nach ihrem Befinden fragen, an ihrer Freude und an Ihren Problemen und an ihrem Leid teilhaben, den direkten Verwandten aushelfen: Das ist Sıla-i Rahim und ist wesentlicher Bestandteil der Ahlâk und Tugend eines Muslims.

 

Verehrte Muslime,

 

Sıla-i Rahim ist eine religiöse Pflicht. Es ist auch ein wichtiges Werkzeug um viele Probleme zwischen Verwandten zu lösen. Die einfachste Sıla-i Rahim ist Verwandte mit freundlichen Worten und einem Lächeln im Gesicht zu begegnen, wenn man sich begegnet mit der Selam begrüßen, es nicht zu versäumen sie gelegentlich nach ihrem Befinden zu fragen, über sie immer in Gutem zu denken und ihnen nicht mit Misstrauen zu begegnen und ihnen Hayır zu wünschen. 

 

Auch gehört es zur Sıla-i Rahim die engsten Verwandten in bestimmten Abständen aufzusuchen und ihnen bei Not zur Seite zu stehen. Vor allem ältere Personen sollten nicht vernachlässigt werden, man sollte sie in bestimmten Zeitabständen aufsuchen oder anrufen und ihnen ihre Besorgungen machen und Arbeit abnehmen.

Unter den vielen guten Eigenschaften unserer Kultur, die wir langsam aber sicher verlieren, befindet sich bedauernswerterweise auch die Sıla-i Rahim.  Die Verbundenheit zwischen Verwandten ist sehr schwach geworden. Die neu heranwachsenden Generationen kennen ihre Verwandten nicht mehr. 

 

Aber welche Probleme wir auch durchleben - ob  nun soziale, wirtschaftliche oder kulturelle - nichts sollte uns Muslime davon abhalten dieser Pflicht nachzugehen. Denn sowohl der Kuran-ı Kerim als auch die Sünnet-i Seniyye von Rasulullah (s.a.v.) sprechen hierzu eine eindeutige Sprache. 

 

Rasûlullâh (s.a.v.), der edelste unter den Menschen hat in vielen Hadis-i Şerif offen ausgesprochen wie schlimm es ist die Verwandten, hier insbesondere die Eltern zu vernachlässigen oder die Verbindung zu ihnen gar abzubrechen. So heißt zum Beispiel:

- “Wer an Allah und an den Kıyamet-Tag glaubt soll seinen Gast gut bewirten. Wer an Allah und an den Kıyamet-Tag glaubt soll die Sıla-i Rahim machen.“

- “Wer seine Beziehung zu seinen Verwandten abbricht kommt nicht in die Cennet“ (Buhari, Edeb, 11.) 

- “Wer eine große Rızık (also ohne Geldsorgen sein) und ein langes Leben haben will, soll sich um seine Verwandten kümmern.“

 - “Eins solltet Ihr wissen: Wenn es in eure Gemeinschaft Menschen gibt, die ihre Beziehung zu ihren Verwandten abgebrochen haben wird diese Gemeinschaft nicht mit der Rahmet, also der Allbarmherzigkeit Allâhs belohnt.“ (Et-Terğib vet-terhib,5/164)

 

Liebe Gemeinschaft der Muslime,


ich habe in der Kürze der Zeit versucht die Wichtigkeit der Beziehungen zu Verwandten darzustellen. Zurzeit befinden sich die Menschen in Europa schon in den Ferien oder sie werden noch in Urlaub fahren. Viele von Euch werden auch Sıla-i Rahim machen, also eure Familien und Verwandten in den Herkunftsländern besuchen. Eines möchte ich euch doch noch mit auf den Weg geben: Definiert euren Urlaub als Sıla-i Rahim. Erst dann werden eure Anstrengungen auf dem Weg dorthin, jeder Atemzug und jeder Schritt zu einer Ibâdet, zu einem Mittel um Allahs Wohlgefallen zu bekommen.

 

„Allah gebietet Gerechtigkeit, gütig zu sein und den Verwandten zu geben; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass Ihr nachdenken möget.“ (Nahl Suresi 16/90)

 

(Für Regionen, die schon in den Ferien sind:

 

Liebe Muslime,

 

an die Brüder und Schwestern, die dieses Jahr nicht in den Urlaub fahren noch diese Erinnerung. Nutzt diese Ferientage um eure Kinder in die Moschee zu schicken, damit sie hier den gesegneten Kur’ân lernen können. Jene, die Zeit haben, können zusammen mit ihren Kindern in die Moschee kommen und eventuell selbst den Kur’ân lesen lernen oder – je nachdem- verbessern.)

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KRM - Pressemitteilungen

„Jeder Flüchtling ist zu allererst ein Mensch“ - Begegnung von EKD und KRM Delegation in München

Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen.

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