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28. März 2014 / 27. Cemâziyel-evvel 1435 - Die Bedeutung der Familie im Islam

Verehrte Muslime, Heute sprechen wir in unserer Hutbe über die Bedeutung der Familie im Islam. Zwei Individuen der Gesellschaft, Mann und Frau, kommen zusammen und bilden eine Familie. Und Familien kümmern sich um die Bildung und Erziehung von in aller Hinsicht gesunden Nachkommen, die wiederum die Basis für funktionierende Gesellschaften werden. Daher ist die Familie unweigerlich die Basis, der Kern und der gesunde Nährboden für die Gesellschaft. Je gesünder der Kern desto gesünder und ergiebiger wird auch der Baum sein der daraus entsteht. Das Bindemittel der Familie ist der Nikâh, das Eheversprechen von Mann und Frau. Im Nikâh finden sich Bereket und Saadet, das heißt Segen und Glück und in Zinâ, dem Ehebruch, ist Verderbnis mit eingeschlossen. Denn der Nikâh ist ein für das ganze Leben eingegangenes Versprechen und der Zinâ ist ein aus niederen Trieben heraus vollzogener Akt und zeitlich begrenzt. Die islamische Religion mißt der Familie eine sehr hohe Bedeutung bei, ermuntert zur Hochzeit nach Maßgabe der Sunnah Rasûlullâhs (s.a.v.) und zählt dies als eine Ibâdet, als eine Anbetungsform Allâhs. So empfiehlt Rasûlullâh (s.a.v.) im folgenden Hadis-i Şerîf zur Nikah und zur Familie nach islamischem Verständnis: „Der Nikah ist meine Sünnet, meine Tradition. Wer sich von meiner Sünnet abwendet, gehört nicht zu mir. “ In einem anderen Hadis-i Şerif heißt es: „Heiratet der Mensch, hat er die Hälfte seiner Religion vervollständigt. Mit der verbliebenen Hälfte heißt es Ehrfurcht vor Allâh zu praktizieren.“ Liebe Brüder im Islam, in der Familie nun, ist es dem Mann eine Pflicht zu begreifen, dass seine Frau ihm eine heilige Emânet ist - sie ist ihm anvertraut von Allâh. Und genauso gilt es für die Frau zu verstehen, dass ihr Ehemann ihr eine Nimet, eine Gnade und Gabe Allâhs ist. Allâhu Teâlâ (c.c.) spricht hierzu in der Sûre Rûm in Âyet 21: „Und als ein Zeichen seiner Existenz und Allmacht ist dies, dass Er Gattinnen für euch schuf von derselben Art wie ihr, auf dass ihr Frieden mit ihnen findet, und Er hat Liebe und Zärtlichkeit zwischen euch gesetzt. In der Tat gibt es hierin viel an Lehre für eine Gesellschaft die nachdenkt.” Für Harmonie und Glück in der Familie sollte man sich an bestimmte Voraussetzungen halten. Ganz oben auf der Liste steht gegenseitige Zuneigung und Respekt. Aus Zuneigung und Respekt entsteht Milde und Nachsicht. Denn wer eine Person mag, sieht seine Fehler nicht. Wenn Zuneigung stärker wird, entsteht wirkliche Liebe. Aber diese Liebe ist nicht gleichzusetzen mit der geschlechtlichen Lust des Menschen. Wie die Liebe und Zuneigung zu Mutter und Vater, die Liebe zum Hodscha und Imam, die Liebe zu den Kindern ist diese Liebe eine wahrlich hehre Liebe für die man jede Last und jede Qual auf sich nimmt und ein ganzes Leben lang nicht von ihr lassen kann. Liebe auf dem Niveau von geschlechtlicher Lust ist so kurzweilig und wertlos wie das Interesse eines Kindes an seinem neuen Spielzeug, an dem es relativ schnell die Lust verliert und Beiseite schiebt. Sind sich beide Ehepartner dessen bewußt, welche Aufgaben sie zu erfüllen haben und welche Verantwortung sie für und in der Familie tragen, dann ist dies ein Garant für das Weiterbestehen von Harmonie und Ausgewogenheit zwischen ihnen beiden. Auch gehört zur Familie, dass beide Ehepartner sich in höchster Güte, Merhamet und Respekt gegenüber dem anderen üben und sich fernhalten von jedweder unangemessenen Behandlung des Partners. Besonders wir Männer haben das Wort “Talak oder Trennung” niemals in den Mund zu nehmen, ja sogar diesen Gedanken für immer und ewig aus dem Kopf zu streichen. Es gibt viele muslimische Männer, die, wenn sie in Wut geraten, versuchen ihrer Frau mit Trennung Angst zu machen oder gar den Talak aussprechen – mit oder ohne Bedingungen – und danach so weiterleben als wäre nichts geschehen. Dies ist nach islamischen Verständnis “Gayr-i Meşru“, das bedeutet nicht legal und für einen Muslim sehr gefährlich. Rasûlullâh (s.a.v.) spricht in einem Hadis-i Şerîf: „Der vollkommenste Muslim, im Hinblick auf den Îmân ist derjenige mit der besten Ahlâk. Und die besten unter euch, also die mit der meisten Hayır, sind jene die gut zu ihren Frauen sind.“

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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