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28. November 2014 / 05. Safer 1436 - Der Tod und die Vorbereitung darauf

28. November 2014 / 05. Safer 1436 - Der Tod und die Vorbereitung darauf

Sehr verehrte Muslime,

 

“Der Tod und die Vorbereitung darauf.” Dieses Thema möchte ich heute in meiner Hutbe besprechen.

Es mag dem Menschen keinen Genuss vermitteln an den Tod zu denken, aber der Tod ist etwas was jedes Lebewesen kosten wird. So spricht Cenab-ı Hakk in der Sûre-i Ankebût in Âyet 57 ungefähr dies: “Jedes Lebewesen wird den Tod erfahren. Danach werdet ihr zu Uns zurückgebracht (um Rechenschaft abzulegen)!

Auf den Tod bereitet sich der Muslim vor in dem er noch vor dem Ableben sowohl mit Allâh als auch mit den Menschen reinen Tisch macht, das heißt das Recht Allâhs Allâh gibt und das Recht der Menschen den Menschen zurückgibt. Was man zu Lebzeiten nicht hat abgelten können, soll man für die Nachkommen testamentarisch festschreiben und von Zeugen beeiden lassen, damit diese sich darum kümmern. Denn nach dem Ableben ist es für die Nachkommen oder dem Umfeld sehr schwer sich mit den Aufgaben für den Verstorbenen zu beschäftigen - auch wenn das vermachte Geld dafür ausreichen sollte.

Zu den Rechten Allâhs am Menschen gehört alles was in die Kategorie Farz und Vacib fällt. Diese sollte man zu ihren richtigen Zeiten und mit ihren eigenen Voraussetzungen ausführen. Hat man zum Beispiel Namaz verstreichen lassen oder gar das Pflichtfasten, den Zekât, den Hadsch oder hat man Sühneverpflichtungen (Keffâret) oder irgendwelche Versprechen die noch einzulösen sind, soll man diese noch vor dem Tode nachholen. Wenn man in diesem Zustand Krank wird und eine Heilung nicht mehr möglich ist, dann soll man sofort ein Drittel des Besitzes als Zekât an Arme und Bedürftige ausgeben und diese Aufgabe nicht den Nachkommen überlassen.

Wenn man einen Eid abgelegt und diesen gebrochen hat, soll man als Keffâret, als Ausgleich dafür, zehn bedürftigen Menschen etwas spenden. Hat der Muslim mehrere Taten begangen, die ihn jeweils verpflichten das Keffaret-Fasten zu verrichten, reicht es aus wenn er nur ein Sühne-Fasten ausführt. Kann er dieses Keffaret-Fasten nicht machen, soll er sechzig (60) Armen in Höhe der Ramadan-Fitra Sadaka geben. 

Hat der Muslim seine Hadsch-Pflicht, seine Wallfahrt nach Mekke nicht gemacht oder –Allâh bewahre - die Gültigkeit seines Hadsch in Gefahr gebracht, weil er nach seiner Rückkehr von den Heiligen Stätten Worte in den Mund genommen hat, die seinen Îmân in Gefahr bringen, soll er für den Hadsch von einem Drittel seines Besitzes etwas Beiseite legen. Denn wer seinen Îmân mit Küfür-Worten derart in Gefahr bringt, später Reue empfindet und seinen Îmân erneuert muß seinen Hadsch wiederholen. Das Geld sollte er dann einem Vertrauten geben, der für ihn den Hadsch machen soll. Für den Fall, dass von diesem Geld etwas übrigbleiben sollte, soll er dies dem Vertrauten schon im Vorhinein schenken.

Reicht das Drittel von seinem Vermögen nicht aus um jemandem aus seiner eigenen Region den Hadsch zu finanzieren, so findet man jemanden aus einem Ort von wo aus die Reise nach Mekke (mit eben diesem Drittel) bezahlbar ist. Hat man ausstehende Fitre- oder Kurban-Schulden soll man diese an Arme und Bedürftige verteilen. Beim Kurban-Tier nimmt man den aktuellen marktüblichen Mittelwert als Berechnungsgrundlage für die Schulden an.

Ein Muslim der es schafft diese Rechte Allâhs an ihm noch zu Lebzeiten, wie hier beschrieben, zu begleichen hat erstens seiner Verantwortung genüge und zweitens sich selbst einen Gefallen getan. Vermacht er diese Punkte für die Zeit nach seinem Tode, ist diesem Wunsch unbedingt Folge zu leisten.

Noch vor dem Tode muss der Muslim seine Geldschulden abbezahlen. Genauso begleicht er auch die Schulden von Sachen, die er gekauft aber noch nicht bezahlt hatte. Besitzt der Muslim ihm anvertraute Güter, sprich Emanet oder hat er gar Güter bei sich, die er mit Gewalt an sich gerissen hatte, so gibt er diese zurück. Wenn er diese Güter nicht mehr in seinem Besitz hat, so zahlt er dafür entsprechendes Geld an den eigentlichen Besitzer. Wenn dieser aber nicht mehr am Leben ist, so übergibt er die Güter an dessen Erben und bittet bei ihnen um Vergebung.  Findet er die Erben nicht, so spendet er an Arme und Bedürftige mit der Absicht, dass in der Kıyamet der Sevab, sprich der Lohn dieser Spende, dem Besitzer zugesprochen wird. Wenn aber der Besitzer der Güter ein Nichtmuslim ist und der Muslim es nicht schafft von diesem Vergebung zu bekommen, dann wird es für ihn ungemein schwer in der Kıyamet.

Hat ein Muslim das Recht anderer Menschen auf sich geladen in dem er diese zum Beispiel verprügelt, verletzt, zur Arbeit gezwungen, sie betrogen oder mit schlimmen Flüchen beleidigt oder beißendem Spott ausgesetzt hat und hat er noch zu Lebzeiten die Vergebung dieser Menschen nicht bekommen können, soll er Allâhü Teâlâ deswegen anflehen und im Namen jener Menschen an Arme und Bedürftige Sadaka geben. Nur so gibt es Hoffnung, dass Allâhü Teâlâ diese Menschen in der Kıyamet zufriedenstellt.

Ein Muslim sollte den Nachkommen auftragen, sie mögen doch bitte darauf achten, dass von der Totenwaschung bis zum Hineintragen in das Grab alles gemäß den Empfehlungen der Sünnet Rasûlullâhs (s.a.v.) gemacht wird.

Zuguterletzt soll ein Muslim den folgenden Hadîs-i Şerîf niemals aus den Augen verlieren: “Denket viel an den Tod, der Genüsse verstummen lässt!

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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