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28.Oktober 2011 / 01. Zilhicce 1432

VIKZ

Der Kurban nach islamischem Recht

 

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Liebe Muslime!
Die Wurzel des Wortes kurban bedeutet wörtlich übersetzt “nahe sein”, “näher kommen”. Nach islamischem Verständnis ist der kurban die Opferung bestimmter Tiere zu bestimmten Tagen, in der Absicht, Allâhs Wohlgefallen zu erlangen. Hier handelt es sich also um eine Mâl-i İbadet, eine Form der Ibadet, die eine Geldaufwendung erforderlich macht. Das Opfer ist keine später hinzugekommene Tradition. Es ist vielmehr eine Form der Ibadet, die auf dem Kur´an-ı Kerim und auf der sünnet des Gesandten Allahs (s.a.v.) beruht. Wie die zekat ist es im zweiten Jahr nach der hicret von Allah eingesetzt worden. Nach der hanefitischen Rechtsschule ist es vacib, das heißt eine unerlässliche Pflicht. Imam Malik und Imam Şafii sehen es als Sünnet-i Muekkede an, die unbedingt einzuhalten ist, denn als Sünnet-i Muekkede wird eine Gewohnheit bezeichnet, die Rasûlullâh (s.a.v) im allgemeinen befolgt und nur ganz wenige Male ausgesetzt hat.
Kurban ist Pflicht für jeden Mann und jede Frau, die bei Sinnen, volljährig, an einem festen Orte ansässig und reich genug sind, um ein Opfertier erstehen zu können. Ein Armer zum Beispiel, der an einem der Kurban-Bayram-Tage an diese Summe kommt, muss das Opfer verrichten (Kurban machen). Nach Imam Azam und seinem berühmten Schüler Imam Ebu Yusuf ist es noch nicht einmal erforderlich, volljährig und bei Sinnen zu sein, um als opferpflichtig zu gelten. Das heißt, die Eltern eines wohlhabenden Kindes sind verpflichtet für dieses Kind Kurban zu machen.

Es hängt sehr von der ihlas, der Hingabe eines Menschen ab, ob sein Opfer von Allâhu Teâlâ angenommen wird und ob seine frommen Werke Allâhs Wohlgefallen finden. Wenn wir nicht um Hingabe bemüht sind, wird uns das Opfer in der ahiret, im Jenseits keinen Nutzen bringen. Allahu Teala sagt ohne Umschweif in Vers 37 der Sure Hac über die Opfertiere: “Nicht ihr Fleisch noch ihr Blut gelangt vor Allâh, sondern die Takvâ (die Frömmigkeit) ist es, die von euch zu Ihm gelangt.”

Liebe Gemeinde!

Ich habe hier versucht, kurz und bündig zu erklären, was der kurban ist. Die Aufgabe eines mu´min, eines wahrhaft Gläubigen, ist es demnach, Wege und Mittel zu suchen, um das Opfer zu verrichten, nicht aber, ihm aus dem Wege zu gehen. Denn das Opfer ist für unser maddi und manevi (materielles und geistliches) Leben von größter Bedeutung.

Die Evliyaullah sind diesem Thema sehr sorgfältig nachgegangen, und sie haben erklärt, dass man das Geheimnis der İsm-i Azam, des erhabensten Namen Allahs nicht nur im Kur´an-ı Kerim, sondern auch in der Opferhandlung suchen muss. Sie haben viele Male auf die Wichtigkeit des Kurban hingewiesen und hervorgehoben, dass es für das folgende Jahr einen geistlichen Schutz für die Gesundheit und das Wohlergehen des Opfernden bedeutet. Notfalls sollte man sich Geld leihen, um das Opfer zu verrichten, und die Summe in Jahresfrist zurückzahlen. Auch auf dies haben sie hingewiesen: Will man den Tod vieler Menschen durch Katastrophen und Kriege verhindern, soll man viel Kurban machen.

Sehr verehrte Muslime,

wie Sie alle bestimmt wissen, hat am Sonntag im Osten der Türkei, in der Provinz Van die Erde gebebt. Viele Menschen haben ihr Leben und viele andere haben ihre Häuser, ihr Hab und Gut verloren und sind auf Hilfe angewiesen.

Daher ruft der Verband der Islamischen Kulturzentren heute all seine Gemeinden bundesweit dazu auf für die vom Erdbeben getroffenen Brüder und Schwestern in Van und Umgebung Spenden zu sammeln, um ihr Leid ein wenig zu lindern. Es ist für uns nicht nur eine menschliche, sondern auch eine religiöse Verpflichtung, unseren notleidenden Geschwistern zu Hilfe zu eilen.

Möge Allah unsere Spenden und Wohltaten annehmen. Möge Allah sich unserer verstorbenen Brüdern und Schwestern erbarmen. Den Hinterbliebenen in Van teilen wir unser herzliches Beileid für die Verstorbenen mit und wünschen ein, wie wir im Türkischen sagen, „geçmiş olsun.” d.h. Möge es für alle Male vorüber sein und sich nicht wiederholen.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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