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29. April 2016 / 22. Recep 1437 - Mirac kandil

29. April 2016 / 22. Recep 1437 - Mirac kandil

Liebe Muslime,

kommenden Dienstagabend begehen wir, inşaAllah, die gesegnete Mi’râc-Nacht. Daher möchte ich in meiner Hutbe über die Mi’rac-Reise des Gesandten Allâhs (s.a.v.) sprechen.

Nach dem Arabischlexikon bedeutet Mi’râc einfach nur  „Leiter“. In der Fachsprache der Ulûm-i Islamiyye, also der Lehre des Islam ist es ein spezieller Name für das Ereignis in dem Rasûlullâh (s.a.) von der Harem-i Şerîf in Mekke zur Mescid-i Aksâ in Jerusalem, von dort über die sieben Sphären der Himmel zur Sidret’ül-münteha und später in die Gegenwart Allâhü Teâlâs, der erhaben ist von Raum und Zeit, transportiert und wieder zurück nach Mekke gebracht wird.

Die Mi’râc_Reise ist eines der großen Wunder von Rasûlullâh. In der eingangs vorgetragenen Âyet-i Kerîme erläutert Cenab-ı Hakk die Mi’rac-Reise in der folgenden Art:  “Gepriesen-erhaben ist Derjenige, Der Seinen Knecht und Abid (Muhammed) reisen ließ – in einem Teil der Nacht von der Mescid-i Haram zur Mescid-i Aksa, um die WIR herum Bereket und Segnungen versehen haben, um ihm von unseren Âyât und Zeichen zu zeigen. ER ist in der Tat der Allhörende, der Allsehende.” Wenn man die Worte dieser Âyet-i Kerîme etwas genauer betrachtet, sieht man, dass Rasûlullâh (s.a.) nicht auf eigenen Wunsch und auf eigene Entscheidung sondern nur durch direkte Hinwirkung Allâhs diese Reise unternommen hat. Daher gibt es keine Möglichkeit diese Reise als unmöglich anzusehen und ihr zu widersprechen. Vor allem in unserer Zeit, wo die Tore des Weltraums für den Menschen weit offen stehen und der technologische Fortschritt sehr weit gediehen ist, ist für denkende Menschen die Leugnung zu solch einer Reise unmöglich geworden.

Verehrte Brüder im Islam,

für uns Muslime hat die Mi’râc-Reise eine große Bedeutung. Diese Reise fand in drei Abschnitten statt. Der erste Abschnitt wird ISRA genannt und umfasst die Reise von Mekke-i Mükerreme nach Kuds-i Şerîf in Begleitung des BURAK genannten Gefährts. Weil dieser Abschnitt durch den Kur’ân-ı Kerîm belegt ist, führt dessen Leugnung zu Küfür.

Im zweiten Abschnitt bereist Rasûlullâh (s.a.) mit dem MI’RÂC genannten Gefährt, einer Art Sphärenleiter alle Sphären bis zur Arş-ı Âlâ, dem großen Thron und darüber hinaus die Sidre-i Münteha. Dieser Abschnitt ist durch Haber-i Meşhûr, also durch die Zeugenschaft Rasûlullâhs und seiner Gefährten belegt. Wer diesen Abschnitt der Reise leugnet ist auf dem Irrweg.

Im dritten Abschnitt bereist Rasûlullâh (s.a.v.) alleine und nur mithilfe des Gefährts REFREF, von der Sidre-i Müntehâ aus alle Sphären und Möglichkeiten, die Allâh für ihn wünschte und betrat die von Raum und Zeit freie „Gegenwart“ Allâhü Teâlâs. In dieser letzten Position sprach der Gesandte Allâhs mit dem Schöpfer der Welten 90-Tausend (Neunzigtausend) Worte und erhielt die höchste aller möglichen Gaben, Würden und Ehren bei Allâh.

Jener Rasûl, der auch Gesandter aller anderen Gesandten ist, hat bei dieser einzigartigen Mi’râc-Reise die Cennet und die Cehennem gesehen, mit den Seelen der anderen Gesandten gesprochen, unzählige Engel getroffen, viele wundersame Dinge gesehen und ist mit dem Namaz, dem Geschenk Allâhs für die Menschen, noch in derselben Nacht, noch bevor sein Bett kalt wurde, zurück nach  Mekke-i Mükerreme gekommen.

Als am nächsten Morgen er von seiner nächtlichen Reise berichtete verleugneten ihn die Mekkaner und verhöhnten ihn. Im Gegensatz dazu hörte Hazret-i Ebû Bekr’inis-Sıddıyk davon, glaubte es sofort und bestätigte Rasûlullâh in seiner Gesandtschaft noch einmal - ohne zu zögern. Daher auch nennen die Muslime ihn SIDDIYK – was “der am meisten Bestätigende” heisst.

Der Gelehrte Ebul-Faruk Silistrevi Hazretleri (K.S.) spricht hierzu: “Im Prinzip ist es ein recht häßliches Unterfangen einen Rasûl einfach mit Gesandter oder Botschafter zu umschreiben. Denn ein Nebî ist jemand, der die Cennet und Cehennem und viele andere Ereignisse selbst gesehen und mit diesem Wissen beauftragt wurde den Menschen zu berichten. Ihr Glaube ist şuhûdî, das bedeutet sie sind persönliche Zeugen von dem was sie den Menschen erzählen. Unser Nebî hat jegliche Ulviyyât und Schöpfung, inklusive Cennet und Cehennem, persönlich erfahren. Die anderen Enbiyâ haben dies alles nur mit ihren Seelen erfahren können.“

Diese Nacht der Mi’râc-Reise, Liebe Brüder, sollten wir versuchen mit Ibâdât zu erfüllen. Nach dem Nachtgebet ist ein Hacet-Namaz mit 12 (Zwölf) Rekat und am nächsten Tag, am Nachmittag, ein Namaz mit 4 (Vier) Rekat empfohlen. Wie man diese Gebete verrichtet und wann, steht auf den Rückseiten unserer Gebetskalender. Darüber hinaus ist es sehr verdienstvoll den Tag der Mi’râc-Reise, also den Mittwoch, fastend zu verbringen.

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