Gebetskalender

Sitemap

29. Januar 2016 / 19. Rebîulâhir 1437 - Ezân-ı Muhammedî

29. Januar 2016 / 19. Rebîulâhir 1437 - Ezân-ı Muhammedî

Hochverehrte Muslime,

 

in meiner heutigen Hutbe möchte ich über die Bedeutung und den Wert der Ezân-ı Muhammedî sprechen.

Ezân heißt wörtlich i'lâm, das heißt etwas kundtun, bekannt machen. Als Fachausdruck in der islamischen Lehre ist Ezân der zu bestimmten Zeiten für die Farzgebete und mit bestimmten gesegneten Worten laut vorgetragene Ruf zum Namaz. Der Gebetsrufer wird Müezzin genannt. Der Ezân-ı Muhammedî ist im ersten Jahr der Hicret eingeführt worden und für Männer eine Sünnet-i Müekkede mit Vacib-Charakter. Seine Meşrûiyyet, also seinen Charakter als Teil des islamischen Rechts bekommt der Ezân vom Kitap, also dem Kur’ân-ı Kerîm einerseits und der Sünnet Rasûlullâhs andererseits.

 

Es macht keinen Unterschied ob jemand Mukîm, also ortsgebunden oder Seferî, das heißt auf Reisen ist, der Ezân ist für einen männlichen Muslim Sünnet-i Müekkede, also eine starke Sünnet Rasûlullâhs bei der Edâ, also der zeitlichen Verrichtung des täglichen Namaz und dem Kazâ, dem nachträglich verrichteten Namaz, darüber hinaus auch beim Freitagsgebet. Auch und vor allem beim Namaz, den man alleine verrichtet, darf weder der Ezân noch der Ikâmet ausgelassen werden.

Der Ezân wird melodisch ausgerufen, gar gesungen und der Ikâmet schnell und  kurzweilig gesprochen. Der Ezân wird nur in der arabischen Originalversion ausgerufen, in anderen Sprachen nicht - auch dann nicht wenn solch ein Ruf als Ezân erkennbar sein sollte. Einem Ezân, ausgerufen in einer anderen Sprache, misst man keinen Wert bei.

Auch ist es nicht câiz, sprich islamisch nicht erlaubt den Ezân vor Eintritt der Gebetszeit auszurufen - gegebenenfalls muss es wiederholt werden. Dafür tragen die Muezzine die Verantwortung. Denn in einem Hadîs-i Şerif in der berühmten Hadîssammlung Tirmizî spricht Rasûlüllâh (s.a.v.): “Der İmam trägt die Verantwortung für den Namaz der Cemâat, der Gemeinschaft und dem Müezzin sind die Gebetszeiten anvertraut, also in Emanet gegeben worden.”

Dem Ezân-ı Muhammedî und dem Ikâmet huldigen alle Geschöpfe Allâhs in ihrer eigenen Art, so ist es für uns Muslime eine Verpflichtung diesem Ruf zum Namaz mit dem nötigen Respekt zuzuhören. Vor allem die folgenden Punkte sollte man besonders beachten:

 

- Wenn der Ezân oder der Ikâmet gerufen wird sollte der Zuhörende nach Möglichkeit dem Müezzin leise nachsprechen; ausgenommen bei den Worten “Hayyeale's-Salah und Hayyeale'l-Felah”, hier soll man die folgende Duâ machen: “Lâ havle ve lâ kuvvete illâ billâhi'l-aliyyi'l-azim.”

 

- Wenn der Ezân gerufen wird soll der Mensch seine Sitzhaltung, sein Gebaren und seine Haltung generell in Ordnung bringen und damit seinen Respekt gegenüber dem Ezân zeigen. Jeder Muslim sollte sich angewöhnen beim Ezân mit der Arbeit aufzuhören oder die Beschäftigung ruhen zu lassen und sich in Ehrfurcht (haşyet) und voller Konzentration (rikkat) den Worten des Ezân widmen. Es ist leider eine Tatsache heutzutage, dass viele Muslime sich an dieses Recht des Ezân nicht mehr halten können.

 

- Nach dem Ezân sollte man die bekannte Duâ, die mit “Allahümme Rabbe hêzihi'd-de'veti'ttâmmeh...” beginnt für sich aufsagen. Wer diese Ezân-Duâ macht verdient sich – bi iznillâh, mit Erlaubnis des Allmächtigen Schöpfers - die Şefaat und Fürsprache Rasûlullâhs.

 

Liebe Muslime,

 

in den Strophen des Ezân wird die Einheit Allâhü Teâlâs bekräftigt, dass darüber hinaus ER die vollkommensten Eigenschaften (sıfat-ı kemâl) bei sich versammelt und von fehlerhaften Eigenschaften frei ist und dass IHM kein Şerîk, das heißt kein Teilhaber und kein ebenbürtiges Wesen entgegensteht. Auch wird im Ezân klar und offen die Risâlet, also die Prophetenschaft von Rasûlullâh ausgesprochen. Diesen Umstand erklärt der berühmte Gelehrte und Sufimeister İmâm-ı Rabbânî (k.s.) in seinem Werk „Mektûbât-ı Kudsîye“ folgendermaßen: „Schlussendlich ist hierzu sagen, der Ezân vereint in sich die Grundthemen von Itikâd, also den islamischen Glaubensgrundlagen und von Amel, also der islamisch-religiösen Praxis. Der Ezân ist demnach ein starkes Zeichen, eine starke Alâmet von Îmân und Islâm.“

Zurück

KRM - Pressemitteilungen

„Jeder Flüchtling ist zu allererst ein Mensch“ - Begegnung von EKD und KRM Delegation in München

Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen.

Weiterlesen …