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29. Juli 2016 / 25. Şevval 1437 - Istikâmet

03. Juni 2016 / 27. Şaban 1437 - Ramazan-ı Şerif

Liebe Brüder im Islam,

unser Thema heute ist ISTIKÂMET.

Nach dem Wörterbuch bedeutet Istikâmet Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Die Ulemâ, also die Gelehrten der Ehl-i Sünnet ve’l-Cemâat definieren Istikâmet als Einhaltung unseres Eides gegenüber Allâh als Er fragte “Elestü birabbiküm – bin Ich nicht euer Rabb und Allâh?“ und wir antworteten „Belâ, ja Du bist unser Rabb!“. In dem wir diesen Eid ablegten versprachen wir in Itikâd und in Amel, im alltäglichen Benehmen und mit unserem Wort, also sowohl in religiösen als auch in weltlichen Angelegenheiten weder in das eine noch in das andere Extrem zu verfallen und dabei mit größtmöglicher Sorgfalt den Weg der Nebiyyîn, der Siddıkîn, der Şüheda und der Sâlihîn zu gehen.  

Cenab-ı Hakk gebietet in der Sûre-i Hûd Rasûlullâh (s.a.v.) höchtpersönlich “Praktiziere weiterhin höchste Aufrichtigkeit, so wie Dir befohlen wurde.”

Ein ehrliches und aufrichtiges Leben im Rahmen der vorgegebenen Grenzen und genauso wie es befohlen wurde, zu führen, bedarf wahrlich ein Höchstmaß an Ernsthaftigkeit, Feingefühl und Hingabe. Es gibt keinen anderen Weg zu Allâh als durch Istikâmet, weswegen sie in allen Belangen eine sehr hohe und erstrebenswerte Position ist. Auch gibt es kein anderes Gebot Allâhs, dass mehr Bürde hätte und schwieriger wäre. Wichtiger als die Istikamet Rasûlullâhs (s.a.v.), von der in dieser Âyet-i Celîle gesprochen wird, ist die Istikâmet seiner Gemeinschaft, also seiner Ümmet. Denn im weiteren Verlauf dieser Âyet heißt es “Auch jene, die mit Dir zusammen Tevbe und Reue praktizieren, sollen, so wie Du, in höchster Aufrichtigkeit und Istikamet sein. Und übertreibt nicht. Denn Er ist Der, Der Eure Taten am besten sieht.”

Ebu Amr Süfyan ibn-i Abdullah (r.a.) erzählt dies: “Ich fragte den Gesandten Allâhs: Ya Resülallah! Erkläre mir den Islam so, dass ich nie mehr das Bedürfnis verspüren muß, jemand anderen danach zu fragen. Rasülullah (s.a.v.) sprach daraufhin: So sprich ‘Ich bekenne mich zu meinem Îmân an Allah’ und dann praktiziere Istikamet, also Aufrichtigkeit.

Wer aus tiefstem Herzen an Hazret-i Allâh glaubt und anschließend gemäß den Anforderungen dieses Îmâns Aufrichtigkeit lebt, sowohl in seinen Worten als auch in seinen Handlungen ehrlich und aufrichtig ist und sich von List und Täuschung fernhält, dem bereitet Allâhü Teâlâ wahrlich außergewöhnliche Nîmet und Gaben vor. So heißt es im Kur’ân-ı Kerîm: “Wer da sagt mein Rabb und Herr ist Allah und dann in höchster Aufrichtigkeit lebt, zu diesen Menschen steigen die Engel herab und sprechen: ‚Fürchtet euch nicht, seid nicht traurig und freut euch über die Cennet, die euch versprochen wurde. Wir sind Freunde, sowohl im Leben auf dieser Welt als auch im Leben in der Âhiret. Alles was Ihr (in der Cennet) begehrt und alles was Ihr wünscht wird euer sein. Dies ist eine Ikrâm und ein Geschenk Allâhs, der da Gafûr und Rahîm ist.’“ „Für die wahren Evliyâ und Freunde Allâhs gibt es weder Furcht noch Gram.“

 

Verehrte Muslime,

in der Istikamet hat die Ehrlichkeit der Zunge einerseits und die Aufrichtigkeit des Herzens andererseits eine besondere Gewichtung. Denn das Herz ist das Zentrum aller Organe im Körper des Menschen. Ein Herz voller Aufrichtigkeit und Îmân steht über den anderen Organen und gebietet über sie. Die Zunge ist das Sprachrohr des Herzens. Ihre Aufrichtigkeit oder Falschheit bedeutet unmittelbar Aufrichtigkeit oder Falschheit der anderen Organe. So heißt es in einem Hadîsi Şerif “Jeden morgen sprechen alle Organe zur Zunge: Habe Ehrfurcht (vor Allah) wegen uns allen. Wir alle folgen Dir. Wenn du aufrichtig bist, werden auch wir aufrichtig sein können. Wenn Du unaufrichtig bist, werden auch wir unaufrichtig sein müssen.” In einem anderen Hadîsi Şerîf spricht Rasûlullâh (s.a.v.) gar: “Wessen Herz nicht ehrlich und aufrichtig, ist dessen Îmân wird auch nicht ehrlich und aufrichtig sein. Wessen Zunge nicht aufrichtig ist dessen Herz wird es auch nicht sein.” Für uns Muslime ist dies alles eine unmissverständliche Aufforderung, sowohl in Worten als auch in Taten höchste Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit zu praktizieren.

Ebu’l-Faruk Silistrevi Hazretleri (k.s.) spricht hierzu in einem Vortrag zu seinen Schülern: “Sei auf dem Wege Allâhs, sei aufrichtig, sei der, der sein Wort hält. O mein Sohn! kannst Du gut reden, sei aufrichtig in deinem Wort. Breche niemals dein Versprechen, insbesondere denen gegenüber nicht, die an dich glauben. Hältst Du dich an dein Versprechen, so wird es zu einem Versprechen, das dich in die Cennet bringt, aber hältst Du dich nicht daran so wird es zu glühender Asche für Dich.

Sei aufrichtig mit deiner Hand. Benutze deine Hände nicht um Schaden hervorzurufen, sondern um Gutes zu tun und zu helfen. Arbeitest Du mit einer Waage sei aufrichtig im wiegen, arbeitest Du mit Maßen so sei aufrichtig in deinen Metern und Litern. Die Aufrichtigkeit des Aufrichtigen strahlt über auf die ganze Großfamilie und leitet sie alle zu Gutem.“ 

Ein Leben in Istikamet braucht hohe Aufmerksamkeit und Anstrengung. Trotz allem ist es menschlich, dass man es nicht ganz hinbekommt. Hierzu heißt es in einer Âyeti Kerîme “Begibt euch alle auf den richtigen Weg, der zu Allâh führt. Bittet Ihn um Vergebung.” Diese Bitte um Vergebung hat mit den Fehlern und Mängeln in der Istikamet zu tun. So erläutert Rasûlullâh (s.a.v.) die Schwierigkeit aufrichtig zu leben im folgenden Hadis-i Şerif: “Zur Gänze könnt Ihr es nicht hinbekommen, aber praktiziert (trotzdem) Aufrichtigkeit.” Fordert damit aber gleichzeitig die Muslime auf trotz dessen niemals den Weg der Aufrichtigkeit zu verlassen. Denn wie heißt es noch in dem berühmten islamischen Rechtssatz “Mâ lâ yüdrekü külluhû lâ yütrekü külluhû”: Wenn man nicht ALLES bekommen kann, soll man deswegen nicht ALLES aufgeben. Denn Istikamet nach dem Îmân, ist die Basis für ewigwährendes Glück.                                                         

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KRM - Pressemitteilungen

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