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29. Juni 2012 / 9. Şaban 1433 - Beraet Kandil und Sıla-i Rahim

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Beraet Kandil und Sıla-i Rahim

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Verehrte Muslime!

In unserer Hutbe sprechen wir heute über Fazîlet und Wert der Beraet Kandil oder Leylet-ul Berâ-e.

 

Die Nacht vor dem Fünzehnten im Monat Şa’bân-ı Şerîf, also die Berâet Kandil gehört zweifelsohne zu den wirklich außergewöhnlichen Zeiten, die Cenâb-ı Hakk erschaffen hat. İnşâAllah werden wir in der kommenden Woche, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag eine wahrlich erhabene und wertvolle Kandil-Nacht begehen. In dieser Nacht der Befreiung ist der Kuran-ı Kerim von der Levh-i Mahfuz in die irdische Sphäre eingebracht worden. In der am Anfang meiner Hutbe rezitierten Âyet-i Kerîme spricht Allâhu Teâlâ: “Ha-Mim. Bei diesem Buch, (das haram, helal und andere Regeln) deutlich erklärt! Wahrlich, Wir haben es in einer gesegneten Nacht herabgesandt. Wir haben damit (die Strafen, die die Kâfir und Ignoranten erleiden werden) kundgetan. Diese (Nacht) ist solch eine Nacht in der jede weise Angelegenheit entschieden wird, mit einem von Uns kommenden Gebot...” (Sure-i Duhan,1-6)

 

Liebe Gemeinde!

Über Wert und Bedeutung der Berâet-Nacht werden wir im Abendprogramm am kommenden Mittwoch Gelegenheit haben nochmal zu sprechen. Aber jetzt sei schonmal gesagt, dass es uns Muslimen, dir wir uns als Ümmet-i Muhammed definieren, pflicht sein sollte diese Nacht auf die beste Art und Weise zu begehen. Wir sollten vor allem nicht vergessen unsere Mütter und Väter, unsere leiblichen Geschwister und unsere Freunde und Bekannten anzurufen, eventuell auch aufzusuchen und ihnen eine gesegnete, eine mübarek Nacht wünschen. Darüber hinaus sollten wir uns bewußt um die Duâ unserer Alten und Weisen bemühen und den Rûh und Seelen unserer Ahnen Geschenke machen. Wir sollten viel Nafile Namaz, also freiwillige rituelle Gebete verrichten, viel Tevbe und Istiğfâr machen, also Reue empfinden und um Vergebung bitten und aus dem Kurân-ı Kerîm lesen. Darüber hinaus gibt es speziell für diese Nacht einen HAYIR NAMAZ mit einhundert Rekat. Bedeutende islamische Gelehrte haben hierzu gesagt, dass, wer die Zeit findet und es schafft diesen Namaz zu verrichten und im folgenden Jahr sterben sollte, wird als Şehid gestorben sein. Zu diesem Thema heißt es in einem Hadîs-i Şerîf von Rasûlüllah (s.a.v.) Efendimiz: “Wenn der Abend in der Mitte des Şa’bân (also am Fünfzehnten) einbricht, steht in der Nacht auf (um zu beten) und fastet den Tag. Denn mit dem Sonnenuntergang erleuchtet Allâhü Teâlâ die Himmelsnacht mit seiner Rahmet und spricht dies: “Ist keiner da, der um Mağfiret bittet? Ich vergebe ihm! Ist keiner da, der um Rızık und Unterhalt bittet? Ich gebe ihm Rızık! Ist keiner da, der voller Sorgen ist? Ich gebe ihm Âfiyet und Wohlbefinden!” Diese (Einladung Allâhs) dauert an bis zum Morgengrauen.” (İbn-i Mâce,c.1,s.444)

 

Verehrte Gläubige,

jetzt möchte ich eure Aufmerksamkeit auf ein anderes Thema lenken: Sıla-i Rahim, also die Pflege der Bande zu den Verwandten ist vacib, eine islamische Pflicht. Es ist unter anderem ein sehr wichtiges Instrument um viele Probleme unter den Verwandten zu lösen. Das Mindestmaß von Sıla-i Rahim ist ein nettes Wort, ein Lächeln auf dem Gesicht für die Verwandten; diese mit dem Selâm zu begrüßen, wenn man sich trifft; sie ehrlich und gewissenhaft nach ihrem Befinden zu fragen; immerzu positiv über sie zu denken und ihnen Hayır zu wünschen. Darüber hinaus sie zu besuchen und ihnen zu Hilfe zu eilen, wenn sie es nötig haben.  Hierzu spricht Rasülullah (s.a.v.): “Wer an Allâh und an den Tag der Âhiret glaubt, der soll seinem Gast Ikrâm machen (ihn großzügig bewirten). Wer an Allâh und an den Tag der Âhiret glaubt, der soll Sıla-i Rahim machen.”(Buhari, Edeb, 35,85.) “Will jemand in Wohlstand sein und ein langes Leben haben, der soll sich um seine Nächsten kümmern.”(Et-Terğib vet-Terhib,5/143) “Machet euch eins bewußt. Solange in der Gesellschaft Menschen exisiteren, die ihre Bande mit ihren Nächsten (Verwandten) abgebrochen haben, wird auf diese Gesellschaft keine Rahmet (Allâhs) herabkommen.”(Et-Terğib vet-terhib,5/164)

 

Liebe Muslime,

Europa ist dieser Tage in der Ferienzeit. Allen Muslimen, die für sich entschieden haben in die Ferien zu fahren oder besser gesagt, die “Sıla-i Rahim“ machen wollen, möchte ich von hier aus eins mitgeben: definiert für euch selbst eure Reise in erster Linie als Reise um Sıla-i Rahim zu machen, so dass ein jeder Atemzug und ein jeder Schritt von euch auf diesem Weg automatisch zu Ibâdet wird. 

 “Wahrlich, Allâh gebietet gerecht zu sein, uneigennützig Gutes zu tun und dem Verwandten zu helfen. Und Er verbietet was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Allâh ermahnt euch, damit ihr nachdenkt und es in die Tat umsetzt.”(Sure-i Nahl 16/90)


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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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