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3. März 2017 / 4. Cemaziyelahir 1438 - Fehler anderer ausspionieren

Wahre Ulemâ

Meine sehr verehrten Brüder im Islam!

Ein Benehmen außerhalb der Ahlâk-ı Hamide, das Herumspionieren über das Privatleben der Menschen und deren Geheimnisse stehen außerhalb der Grenzen eines muslimischen Lebens. Dem Mü’min gebührt es in erster Linie Fehler und Mängel der Menschen zuzudecken, und nicht sie öffentlich zu machen. Das Verhaltensmuster, das ein guter Muslim an den Tag zu legen hat, ist es Fehler und Mängel anderer so zu behandeln als hätte man diese nicht gesehen. So soll den Menschen die Möglichkeit gegeben werden, sich selbst zu korrigieren und nach Wegen der Besserung zu suchen. Hierbei müssen wir besonders darauf Acht geben uns nicht allein auf die Berichtigung des Fehlers oder des Mangels zu konzentrieren, sondern auch und vor allem um die Wahrung der Würde und Wertigkeit desjenigen, der den Fehler begangen hat und diesem damit die Möglichkeit geben das richtige Verhalten selbst zu erlernen.    
Wir Muslime, die wir an die Âhiret glauben, haben im Privatbereich anderer Menschen nichts zu suchen. Denn die individuelle Freiheit des einen Menschen hört dort auf wo die Freiheit des anderen beginnt. Wer sich dieser Grenze nähert, hat die Verpflichtung die gesellschaftliche Ordnung zu wahren. Leute die mit dem gesellschaftlichen Frieden Probleme haben und die einer positiven Zukunft der Menschen ständig Steine in den Weg legen und die deswegen mit den Augen nachspionieren und mit den Ohren die Geheimnisse anderer stehlen, begehen damit ein großes Verbrechen.   
Ein Mü’min, der seine eigenen Fehler sieht und damit beschäftigt ist diese zu korrigieren, kann den Privatbereich anderer Menschen nicht ausspionieren - sollte es nicht können! Ein Muslim der sich auf sein Verhältnis zu Allâhu Teâlâ konzentriert und auf diesem Wege den Kampf mit seiner Nefis, seiner niederen Triebseele aufgenommen hat, kann sich mit den Fehlern und Mängeln anderer Menschen nicht beschäftigen.      
Wer sich Argwohn und Verdacht hingibt und so unbedingt auf das Finden von Mängeln und Fehlern bei anderen aus ist, wird sich unweigerlich von Allâh entfernen. Auch eine Entscheidung, die auf Argwohn und Verdacht basiert bringt nichts Gutes. Denn Cenab-ı Hakk spricht: "Zann und Verdacht haben nichts mit der Wahrheit zu tun." [Sûre-i Yunus, 36]
Wenn der Mensch alles und jeden mit dem Auge des Zweifels und Misstrauens angeh, kommt ihm natürlicherweise zuerst "Verdacht und Argwohn" vor die Augen. Das Licht das uns auf den Feldern von Verdacht vorscheint ist nie und niemals das Licht von Ilim, das heißt von Wissen, Erkenntnis und Weisheit. Es sind vielmehr Einbildungen als Summe von unrichtigen Vermutungen. Daher spricht Cenab-ı Hakk: "O die ihr den Îmân verinnerlicht habt, meidet das Meiste von Mutmaßungen. Denn manche Mutmaßung ist eine Verfehlung. Spioniert nicht einander eure Fehler und Mängel aus. Machet einander keine Gıybet, keine üble Nachrede. Mag einer von euch das Fleisch seines toten Bruders essen?... In der Tat verabscheut ihr es! Prakiziert Takvâ vor Allâh! Denn Allâh ist Tevvâb, der Reue-Annehmende, Er ist Rahîm, der Viel-Vergebende." [Sûre-i Hucurat, 12]
Ein Charakter voller Verdacht und Argwohn führt zu Misstrauen. Es findet sich schwerlich jemand der die Freundschaft eines Menschen voller Argwohn und Misstrauen anstreben würde. Wer soll einem Freund vertrauen können, der getrieben ist von Verdacht und Misstrauen? Eine Beziehung die weder für die Gegenwart noch für die Zukunft Vertrauen einflößt will natürlich keiner eingehen. Ein Mensch der sich vor Misstrauen und bösen Verdächtigungen nicht befreien kann, wird ohne Zweifel von Liebe und Vertrauen gemieden.  
Rasûlullâh (s.a.v.), der er es nicht verkraften konnte, dass seine Ümmet in Beschwernis und Problemen ist und der sich für ihr Glück aufopferte, spricht dies:
"Meidet den (bösen) Verdacht. Denn dieser Verdacht ist die am meisten lügenbehaftete Nachricht. Versuchet nicht eure Fehler und Mängel auszuforschen, spioniert nicht einander euren Privatbereich aus, wetteifert miteinander nicht um das Überlegensein, neidet einander nicht, hasset einander nicht, wendet euch nicht voneinander ab. O ihr Knechte Allâhs, seid (aufrichtig zueinander wie) Brüder."
Ein Mensch der sich befreien will von dieser schlimmen Eigenschaft, die dem Islam und der Vernunft zuwider ist, soll sich zuerst um seine eigenen Fehler kümmern und sich selbst zur Rechenschaft ziehen. Ansonsten wird er weiterhin zu der im folgenden Hadîs-i Şerîf angesprochenen Personengruppe gehören:
“O ihr Leute, die ihr mit euren Zungen Muslime seid, aber bei denen der Îmân nicht bis zum Herzen durchgedrungen ist! Quält die Muslime nicht, kritisiert sie nicht, forschet nicht ihre Fehler und Mängel aus. Wer die Fehler seines Bruders (im Islâm) ausforscht dem macht Allâh (c.c.) seine Fehler ausfindig. Und wem Hazret-i Allah (c.c.) seine Fehler ausfindig macht, den stellt ER bloß, auch wenn er in seinem eigenen Haus weilen sollte.” [Tirmizi, 2032]

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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