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31. Januar 2014 / 31. Rebîulevvel 1435 - Der Kur’ân-ı Kerîm ist in der Obhut Allâhs

VIKZ

Hochverehrte Muslime,

 

der KUR’ÂN-I KERÎM liegt in der Obhut Allâhu Teâlâs. Darüber sprechen wir heute in unserer Hutbe.

In der 9.  (neunten) Ayet-i Kerîme der Sûre-i Hıcr heißt es umschrieben: “Ohne Zweifel haben allein WIR den Zikr (den Kur’ân) herabgesandt und wahrlich WIR werden ihn behüten.” In dieser Âyet-i Kerîme gibt Cenab-ı Hakk mit etlichen Te’kîds, also grammatikalischen Bekräftigungsformeln bekannt, dass der Kur’an-ı Kerîm unter Seinem besonderen Schutz (hıfz-u himâye) liegt. Einer dieser Te’kids ist der Satzteil der den Schutz ausdrückt. Dieses Satzglied drückt in der arabischen Grammatik Sübût und Istimrar (also Stetigkeit) aus. Hieraus versteht man, dass der Schutz des Kur’ân durch Allâh immerzu gewahrt sein und nie aufhören wird. 

Es gehört zum muslimischen Grundwissen, dass der Kur’an-ı Kerim in 23 Jahren Stück für Stück an Rasûlullâh (s.a.v.) herabgesandt wurde. Die Aufbewahrung und Aufzeichnung des Kur’ân-ı Kerîm in diesen 23 Jahren fand in der folgend beschriebenen Art und Weise statt: “Cebrâil (a.s.) brachte die Âyet-i Kerîmes zu Rasül-i Ekrem (s.a.v.) und Rasûlullâh hörte ihm aufmerksam zu. Anschließend wiederholte er in Gegenwart von Cebrâil (a.s.) alles so wie er es gerade gelernt hatte, danach verkündete er es den anwesenden Muslimen. Die erhabenen Sahâbe-i Kirâm lernten den Kur’an-ı Mecîd auswendig und ließen von Zeit zu Zeit ihr Wissen durch Rasûlullâh (s.a.v.) prüfen. Peygamber Efendimiz (s.a.v.) ließ die Kur’ânischen Worte nicht nur in das Gedächtnis der Menschen einprägen, sondern auch auf Materialien wie Steine, Knochen und Dattelblätter aufzeichnen. Es gab viele Sahâbîs die den Auftrag hatten die Âyets auswendigzulernen beziehungsweise sie zu verschriftlichen. Man nennt sie “kâtib-ul’vahy” oder in der Türkischen Aussprache “Vahiy kâtibi”. Unter ihnen finden sich so schillernde Namen aus der Anfangszeit des Islams wie Hz. Ebu Bekir, Hz. Ömer, Hz. Osman, Hz. Ali, Hz. Zeyd bin Sabit, Hz. Abdullah ibn-i Mes’ûd, Hz. Übeyy ibn-i Ka’b (r.anhüm). Neben den zeitlich unregelmäßigen Offenbarungen kam Cebrâil (a.s.) an jedem Abend Monats Ramazan zu Rasül-i Ekrem Efendimiz und trug ihm die bis dahin offenbarten Âyet-i Kerîmes vor und hörte sich anschließend Rasûlullâhs Wiederholung an. Im letzten Lebensjahr Rasûlullâhs (s.a.v.), nach der Offenbarung der letzten Âyet, fand dieses gegenseitige Vortragen zwischen Cebrâil (a.s.) und Rasûlullâh (s.a.v.) zweimal statt. Die islamischen Gelehrten bezeichnen dies als “arza-i âhire”. Aleyhi’s-Salatü ve’s-Selam Efendimiz hat den Kur’ân gemäß dieser “arza-i âhire” seinen Sahâbe-i Kiram gesondert vorgetragen. Diese lernten alles, so wie ihnen vorgelesen, auswendig und schrieben die Âyets auf alle erdenklich möglichen Materialien auf. Erst danach ist Rasûlullâh (s.a.v.) von dieser Welt gegangen. Während des Kalifats von Hz. Ebu Bekir (r.a.) starben bei der Schlacht von Yemâme rund siebzig (70) von den Hafız-ı Kur’ân,  so dass auf Vorschlag von Hz. Ömer  (r.a.) ein Gremium einberufen wurde die unter der Leitung von Zeyd bin Sabit (r.a.) den Kur’an-ı Kerîm zusammentrug. Später, im Kalifat von Hz. Osman (r.a.), wurden unter der Kontrolle einer Kommission Vervielfältigungen der von Hz. Ebu Bekir (r.a.) beauftragten kur’ânischen Seiten gemacht und in wichtige Städte der islamischen Welt geschickt. All diese Einzelheiten und der ganze Zusammenhang  bedeuten große Muvaffâkiyet und Erfolg die Allâh der Ümmet-i Islâm beschert hat.”

In einem Tefsir-Werk zu der Âyet-i Kerîme, deren umschriebene Bedeutung ich hier eingangs zitiert habe, heisst es dazu: “…Denn genauso wie das Auswendiglernen der Hâfız-ı Kur’ân sind auch alle Bestrebungen der Sahâbe-i Kiram Teil des Schutzes Allâhs für den Kur’ân. Mit anderen Worten: ‘weil Allâh versprochen hat den Kur’ân zu schützen und zu bewahren, hat Er den Sahâbe-i Kirâm so viel Kraft und Erfolg beim Aufzeichnen und Bewahren des Kur’ân gegeben.” 

Liebe Muslime,

die Ulemâ haben für die zukünftige Bewahrung und den Schutz des Kur’ân-ı Kerim durch Allâh verschiedene Möglichkeiten in Betracht gezogen. Eine dieser Möglichkeiten ist, dass “Allâhu Teâlâ eine Gemeinschaft hervorbringt, die den Kur’ân lernt, lehrt und es unter das Volk bringt.” Schon die Sahâbei- Kirâm und später alle Ulemâ und Gelehrten des Islam und die Evliyâ haben sich für den Kur’ân und für die Sünnet-i Seniyye eingesetzt, sich allergrößte Mühe gegeben damit die Menschen den Kur’ân verstehen und es praktizieren können. So wie damals gibt es auch heute und wird es in Zukunft diese Gemeinschaft unter den Muslimen geben, die sich für den Kur’ân einsetzt. Dieser Umstand wird sowohl aus dem Stetigkeitsbegriff der anfangs vorgetragenen Âyet herausgeleitet, ist aber auch in vielen Âyet-i kerimes und Hadîs-i Şerîf Rasûlullâhs gesondert erwähnt. Diese besagte Gemeinschaft erkennt man daran, dass sie die Sünnet Rasûlullâhs (s.a.v.) fest umklammert, den Wert der Selefi Sâlihîn zu schätzen weiß und ihre Namen in Ehren hält und respektiert und deren Bücher und Werke liest und lehrt. Ihren Einsatz für den Kur’ân-ı Kerîm wird sie stetig weiterführen, auch und vor allem gegen jene Strömungen die die Sünnet Rasûlullâhs in seiner Gesamtheit aus der Welt schaffen wollen - sie also für nebensächlich halten -, die die Gelehrten unserer Mezhebs (Rechtsschulen) verschmähen und eigenständige und nicht fundierte Interpretationen des Islams propagieren. Und all dieser Einsatz und die Hingabe der Menschen in dieser Gemeinschaft ist das Ergebnis des Schutzes des Kur’ân-ı Kerîm durch Allâhu Teâlâ.

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