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6. Januar2017 / 8. Rabîul-âhir 1438 - Wahre Ulemâ

Wahre Ulemâ

Verehrte Muslime!

 

Heute sprechen wir über die Ulemâ, die wahren Gelehrten im Islâm.

Cenab-ı Hakk erschuf die Welt als Hort der Prüfung und den Menschen als ehrenvollsten der gesamten Schöpfung. Und die höchste aller Positionen bei Allâh, die Position des Abid, also des Knechtes Allâhs ist wiederum dem Menschen gewährt worden.

Allâhü Teâlâ spricht in einem Hadis-i Kudsî: “ICH war ein verborgener Schatz, wollte gekannt werden, so erschuf ICH die Schöpfung, damit ICH gekannt werde.” Allein die Gesandten Allâhs und ihre Erben, die Ulemâ kennen und erkennen Allâhu Teâlâ in gebührender Weise. Wenn wir annehmen, dass alle Menschen zusammen ein ganzer Körper sind, dann sind die Gesandten Allâhs und ihre Erben, also die Ulemâ das Herz dieses Körpers. Ilim, also Wissen, Erkenntnis und Weisheit ist genau in diesem Herzen und nicht wo anders verankert.

In der Sûre-i Fatır in Âyet 28 (Achtundzwanzig) spricht Allâh der Erhabene: „Unter all den Knechten Allâhs sind es die Ulemâ, die wahre Ehrfurcht vor Allâh haben.“ Ohne Zweifel sind jene die Allâhu Teâlâ am besten kennen auch die, die am meisten Ehrfurcht vor der überwältigenden Allmacht Allâhs haben. 

Wahre Ulemâ erkennt man an einer Anzahl von Eigenschaften und Zeichen. Fünf davon werden vom Kur’ânı Kerîm gesondert erwähnt: Takvâ, das ist die Ehrfurcht vor Allâh; Huşû, also weit mehr als Takvâ, nämlich wenn das Herz vollständig umhüllt ist mit der Ehrfurcht und dem tiefen Respekt gegenüber Allâh; dann tiefe Bescheidenheit und Demut; des Weiteren eine perfekte Ahlâk und schließlich die Verschmähung der Welt.

Der große Gelehrte İmam-ı Rabbani Hazretleri schreibt über die Eigenschaften der wahren Ulemâ diese folgenden Zeilen: “Ulemâ, die fern von Dingen sind wie etwa Macht über andere ausüben zu wollen, Besitz und Geld anzuhäufen, das Streben nach Anerkennung oder die Liebe zu dieser Welt sind  die Ulemâ der Âhiret und die Erben der Enbiyâ Aleyhimüsselam. Sie sind die wertvollsten der gesamten Schöpfung. Am Tage der Kıyâmet wird die Tinte ihrer Stifte mit dem Blut der Şühedâ gewogen werden und die Waagschale der Tinte wird schwerer wiegen. „Der Schlaf des Âlim ist Ibâdet und Anbetung Allâhs.“  Dieser Hadîs-i Şerîf ist ein offener Hinweis auf das hohe Ansehen der Ulemâ und ihre Anerkennung bei Allâh.

Sie sind es wiederum die die Pracht und überwältigende Schönheit der Âhiret erkennen. Sie haben uns gelehrt wie häßlich und niederträchtig diese Welt und alles darin ist. Sie glauben an die Ewigkeit des nächsten Lebens und die Vergänglichkeit der Welt und bereiten sich so auf die Âhiret vor und wenden sich ab von der materiellen Welt. Die Welt und alles darin ist für sie nicht so wichtig, die Âhiret hingegen halten sie in hohen Ehren. Denn wenn die Welt erhoben wird auf einen Sockel, wird die Âhiret damit erniedrigt. Wenn aber die Welt als niedrig angesehen wird, steigt der Wert der Âhiret. Dass beide zusammenkommen ist nicht möglich.”

Rasûlullâh (s.a.v.) erläutert die Bedeutung der Ulemâ folgendermaßen:

„Die Ulemâ und ihresgleichen auf der Erde sind wie Sterne (im Himmel). In der Dunkelheit zu Lande und zu Wasser findet man seinen Weg nach ihnen. Erlöschen die Sterne, ist es nicht weit her, dass jene in Hidâyet und Rechter Leitung sich verirren.

In einem anderen Hadîs-i Şerîf heißt es: “Die Höhe der Wertigkeit eines Âlim im Vergleich zu einem Âbid, einem der sich nur mit Ibâdât und Gebeten beschäftigt ist in etwa so wie die Wertigkeit meiner Person mit demjenigen unter euch, der noch ganz am Anfang steht.”

 

Liebe Brüder im Islam!

Der Verstand ist verantwortlich dafür Allâhu Teâlâ zu finden. Aber die Begrenztheit des Menschen erlaubt es ihm nicht alles mit dem Verstand erfassen zu können. Dies ist auch der Grund weshalb Cenab-ı Hakk Menschen auserwählt hat und sie zu Mürselîn (also zu Gesandten) gemacht hat - denn sie sollen den Weg zur Hidâyet zeigen. Und die Ulemâ, als Erben der Gesandten, führen diese Aufgabe weiter.

Hasan-ı Basri Hazretleri sagte einmal: “Gäbe es die Ulemâ nicht, hätten die Menschen keinen Unterschied zu den anderen Lebensformen. Denn nur durch Ihr Wissen und die Weitergabe ihres Wissens können die Menschen zu der Position aufsteigen, die wir Menschlichkeit nennen.”

Keine andere Ordnung oder Institution auf der Welt hat dem Ilim und seinem Träger, dem Âlim soviel Wert beigemessen wie der Islâm.

Beenden wir unsere Hutbe mit diesem Hadîs-i Şerîf von Rasûlullâh (s.a.v): “Diese Vier zu betrachten ist Ibâdet: das Gesicht von Mutter und Vater, die Ka’be-i Muazzama, den Kur’ân-ı Kerîm und das Antlitz eines Âlim. Wer einen Gelehrten des Islâm besucht, hat mich besucht. Wer einem Âlim die Hände schüttelt und Musâfaha macht, ist so als würde er meine Hände schütteln. Wer mit einem Âlim zusammen sitzt, ist als würde er mit mir zusammensitzen.  Wer in dieser Welt mit mir zusammensaß, den wird Allahü Teala auch in der Âhiret mit mir zusammenbringen.”

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KRM - Pressemitteilungen

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