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6.Januar 2012 / 12. Safer 1433 - Tevbe-i Nasûh, Aufrichtige Reue

VIKZ

Tevbe-i Nasûh, Aufrichtige Reue 

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Verehrte Muslime,

 

in unserer heutigen Hutbe möchte ich von der Tevbe-i Nasûh sprechen, das ist die aufrichtige Bitte um die Vergebung unserer Sünden.

 

Nach dem Verständnis der Ehl-i Sünnet, unserer islamischen Glaubens-gemeinschaft, ist Allâhu Teâlâ die Quelle und Schöpfer aller Werke, der guten wie der bösen, ohne Unterschied. Der Mensch aber befindet sich im Besitz der İrâde-i Cüz´iyye, des freien Willens, so dass er sich zu entscheiden vermag, ob er eine gute oder eine böse Tat verrichten will. Trotz dieser Willens-freiheit ist er jedoch verpflichtet, sein Wollen auf Dinge zu richten, die Allâhs Wohlgefallen, die Rızâ-i İlâhi, finden. Weil wir jedoch auch eine Nefis besitzen - eine Triebseele, die niederen Begierden folgt und immerfort vom Şeytan umstrickt wird – so geschieht es, dass wir unseren Willen für Dinge einsetzen, die Allâh nicht wohlgefällig sind, und auf diese Weise fallen wir in Sünde. 

Um diesem Zustand der Sünde zu entrinnen, haben wir von Allâhu Teâlâ das Geschenk der Tevbe, also der Reue erhalten, die eine Nimet, eine Gnadengabe, von unschätzbarem Wert ist. Allah hat keinen Zweifel daran gelassen, dass Er unsere Tevbe annehmen wird. Es ist darum wichtig, dass wir wegen der zahlreichen  Fehler und Sünden, die wir begehen, nicht die Hoffnung verlieren, sondern uns stattdessen der Tevbe hingeben. 

 

In der Âyet-i Kerîme 31 der Sure Nûr heißt es: „Machet alle zusammen die Tevbe an Allâh, o ihr Gläubigen. So könnt ihr vielleicht Errettung vor dem finden, wovon Ihr euch fürchtet und das erlangen was Ihr erhofft.“ In dem folgenden Hadîs-i Şerîf erweist sich der Gesandte Allâhs (s.a.v.) selber als leuchtendes Beispiel für uns, wenn er spricht: „O ihr Menschen, zeigt euch reuig vor Allâh und bittet Ihn um Vergebung. Denn ich selber mache Ihm hundertmal am Tag meine Tevbe.“

 

Liebe Gemeinde,

 

eine wahrhaftige und ernstliche Reue wird im Kur’ân-ı Kerim mit dem Begriff Tevbe-i Nasuh umschrieben. Die Achte Ayet der Sure Tahrîm spricht darüber: „O ihr, die ihr glaubt! Machet die Tevbe an Allâh in Aufrichtigkeit und voller Ernst. So mag Allâh, euer Herr eure bösen Werke tilgen und euch eingehen lassen in die Gärten des Paradieses, durch die Ströme von Wasser fließen.“

 

Muaz İbn-i Cebel (r.a.) fragte einst den Gesandten Allâhs (s.a.v.) “Ya Rasûlallâh, wie macht man Tevbe-i Nasuh, wahrhaftige Reue?” und Rasûl-i Ekrem erwiderte ihm: “Man sollte seinen Fehler und seine Sünde so sehr bereuen und so inständig um Verzeihung bitten, dass man nie mehr in diese Sünde zurückfällt, so wie die Milch nicht mehr in das Euter zurückkehrt.“ 

 

Ich komme zum Ende. Der Mensch mag, seiner Nefis folgend, eine Sünde begehen. Dies liegt in seinem Wesen. Allâhu Teâlâ aber hat ihm die Möglichkeit der Tevbe gegeben und ist in der Annahme der Tevbe großzügig in höchstem Maße. So gebührt es dem gläubigen Menschen, keine einzige Sünde zu billigen, sondern im Gegenteil Reue zu empfinden und sich, sooft er Zeit und Gelegenheit findet, an Allâh zu wenden, Ihn um Vergebung zu bitten und Tevbe zu praktizieren. Und ebenso wichtig ist es, dass wir uns nach der Tevbe nach Kräften bemühen, die gleiche Sünde nicht erneut zu begehen. 


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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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