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8. März 2013 / 26. Rebîulâhir 1434 - Namaz mit Hingabe und ta’dîl-i erkân

VIKZ

Verehrte Muslime!

 

In unserer heutigen Hutbe geht es um das rituelle islamische Gebet, das im Türkischen Namaz genannt wird, und über die Wichtigkeit, dieses Gebet mit Huşû und Ta’dil-i Erkân, das heißt mit innerer Sammlung und der Hingabe bei den Gebetshaltungen, zu verrichten.

  

Huşû bedeutet wörtlich einen Zustand der Stille und des Friedens, in dem man den Geschehnissen rechts und links keine Beachtung schenkt und Demut und Hingabe übt. Im Gebet kommt es darauf an, Leib und Seele zu verschmelzen und beides zugleich unter Kontrolle zu haben.

Um im Gebet Huşû zu verwirklichen, muss das Herz sich das Gefühl der Ehrfurcht und des Respekts ganz tief zu Eigen gemacht haben. Als Folge sollten unser Körper und jedes einzelne seiner Glieder in Sükûnet sein, einen inneren Frieden eingehen und uns das Gefühl vermitteln, wir befänden uns in der Gegenwart von Hazret-i Allâh.

Als Rasûlullâh (s.a.v.) einmal sah, wie jemand während des Gebetes mit seinem Bart spielte sprach Er: “Hätte er Huşû in seinem Herzen, so hätten sie auch seine Glieder.”

In der Âyet-i Kerîme, die ich zu Beginn meiner Hutbe vorgetragen habe, spricht Allâhu Teâlâ: “Wahrlich, Wohlergehen haben die Gläubigen gefunden. Diese sind solcherart von Gläubige, die in ihren Namaz (ihren rituellen Gebeten) voller Huşû sind; und die sich von allem leeren Gerede abwenden.” Wie dieser Âyet-i Kerîme zu entnehmen ist, kann Huşû im Namaz nur dann entstehen, wenn man sich in der übrigen Zeit von der Beschäftigung mit unnützem Zeug und leerem Gerede fernhält. (Mü’minün,1-2-3)

 

Ta’dîl-i Erkân hingegen ist das Gefühl Rukû und Secde, das heißt Verbeugung und Niederwerfung  richtig ausgeführt zu haben, darüber hinaus das aufrechte Stehen nach der Rukû und das aufrechte Sitzen zwischen zwei Secdes in vollständiger Zufriedenheit verrichtet zu haben. Das heißt jede einzelne Bewegungseinheit im Namaz wie Kıyam, Rukû und Secde soll in Ruhe und Gemach verrichtet werden, so dass die einzelnen Körperteile sich förmlich setzen und man im Herzen das Gefühl bekommt alles richtig gemacht zu haben. Zum Beispiel ist es nach der Rukû, der Verbeugung erforderlich hinzustellen und in dieser Position kurz zu verweilen – ungefähr solange wie man “sübhânellâh” sagen kann. Auch zwischen zwei Secdes soll man in der Länge dieses Tesbihs innehalten. 

Manche Gelehrte sagen, dass Ta’dîl-i Erkân farz ist und andere wiederum nur vacib. In beiden Fällen ist sie für uns Muslime verpflichtend. Wer beim Namaz Genuss empfindet achtet auf den Ta’dîl-i Erkân und umgekehrt. Auch hütet man sich dabei das Gebet eilig zu verrichten und hegt die Geisteshaltung, dass Eile im Namaz ungebührlich für einen Muslim ist und dem Verständnis von Hurmet, Respekt und Edeb widerspricht.

In einem Hadîs-i Şerif spricht Rasûlullâh dies: “Der schlimmste Dieb ist derjenige, der von seinem Namaz klaut.” Die Ashâb-ı Kiram fragten daraufhin: “Yâ Resûlallah! Wie kann ein Mensch von seinem Namaz klauen?” Der Gesandte Allâhs antwortete: “In dem er Rükû und Secde nur halbherzig macht.”

 

Liebe Gemeinde, 

wir haben gesehen wie wichtig Huşû und Ta’dîl-i Erkân beim Namaz sind. Es ist eine traurige Gewißheit, dass viele Muslime im Zustand von Gaflet, also geistiger Trägheit, es nicht schaffen diesem wichtigen Punkt ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Sehr viele Muslime haben es wirklich nötig in dieser Angelegenheit besser informiert zu werden. Dieser Umstand ist für die bewußtlebenden Muslime eine Aufforderung sich hierbei viel Mühe zu geben. So schreibt der große Gelehrte und Sûfimeister İmâm-ı Rabbânî (ks) Hazretleri in seinem Werk Mektûbât-ı Şerîfe das Folgende: “Es muß uns eine Aufgabe sein den Menschen hierbei unser Wissen weiterzugeben, ihnen zu helfen und sie zu dieser Praxis (der Ta’dil-i Erkân) anzuregen. Die meisten Muslime sind fern von dieser Nîmet und ein mit Ta’dîl-i Erkân verrichteter Namaz gibt es nicht mehr. So gesehen ist es eine der wichtigsten Aufgaben der Muslime diese Amel, also diese islamische Praxis wiederaufleben zu lassen.”

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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