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28. Mai 2010 / 14. Cemâziyelâhir 1431

Hutbe

Tedbir ve Takdir



الاية: وَقَالَ يَا بَنِيَّ لاَ تَدْخُلُواْ مِنْ بَابٍ وَاحِدٍ وَادْخُلُواْ مِنْ أَبْوَابٍ مُّتَفَرِّقَةٍ وَمَا أُغْنِي عَنْكُم مِّنَ اللّهِ مِنْ شَيْءٍ إِنِ الْحُكْمُ إِلاَّ لِلّهِ عَلَيْهِ تَوَكَّلْتُ وَعَلَيْهِ فَلْيَتَوَكَّلِ الْمُتَوَكِّلُونَ
الحديث: يَا أَبَا ذَرٍّ لَا عَقْلَ كَالتَّدْبِيرِ

 

 

Liebe Muslime!

In unserer heutigen Hutbe möchte ich über takdir und tedbir und ihre Bedeutung in der islamischen Religion sprechen.

Wenn Allahu Teâlâ in der Ewigkeit Zeit, Ort und Umstände künftiger Ereignisse teils plant und teils voraussieht, nennt man das takdir. Wenn wir Menschen über Folge und Wirkung unserer Handlungen, guter wie schlechter, nachdenken und daraufhin unser Tun nach bestem Wissen und Gewissen zum Guten und Besseren wenden, nennt man das  tedbir.

In den Dingen, die seiner Entscheidungsfreiheit und seinem Willen unterliegen, muss der Mensch abwägend und vorausschauend handeln, das heißt mit tedbir. Cenâb-ı Hakk hat uns Menschen als nimet, als Seine Gabe, Verstand, Denkvermögen und irâde-i cüziyye, den freien Willen, verliehen, und er hat uns bevollmächtigt, davon Gebrauch zu machen. Das ver-pflichtet uns, diese Eigenschaften, die uns von den andern Geschöpfen unterscheiden, zu nutzen und mit tedbir zu handeln. Tedbir heißt aber auch, religiöse Werte und Regeln ernst zu nehmen und unser Tun daran zu messen, wieweit es diesen Werten und Regeln entspricht, um in der Folge ein aufrechtes und rechtschaffenes Leben zu führen. Tedbir heißt schließlich auch, in unseren Handlungen immerzu die Waage zwischen Furcht und Hoffnung zu halten und sie so zu gestalten, dass unser Tun gute und Allâh gefällige Früchte trägt. In einer wunderschönen bildlichen Formulierung bringt Rasûlullâh Efendimiz (s.a.v.) das auf den Punkt, wenn er sagt: “Erst binde dein Kamel an, dann vertraue auf Allah.” Das bedeutet für uns, dass wir jede unserer Handlungen auf Vernunft und gesunden Menschenverstand aufzubauen haben. In der eingangs auf Arabisch rezitierten âyet spricht Cenâb-ı Hakk vom tedbir, von der Voraussicht von Hazret-i Yakup (a.s.), als er seine Söhne in die Stadt schickte: “Und er sprach: "O meine Söhne! Zieht nicht durch ein einziges Tor (in die Stadt) ein: Zieht ein durch verschiedene Tore. Doch gegen Allâh (und seinen Ratschluss) vermag ich euch nicht zu nützen. Die Entscheidung steht bei niemand außer Allâh. ER ist es, dem ich vertraue, Tevekkül ausübe und wer Tevekkül ausübt, der soll nur Ihm gegenüber Tevekkül ausüben."”
 
Verehrte Gemeinde!

takdir und tedbir, stehen einander also keineswegs entgegen; nach islamischen Prinzipien ergänzen sie sich vielmehr beim Handeln wie Spiegelbilder. So heißt es in einem Hadîs-i Şerîf von Rasûlullâh (s.a.v.): „Es gibt nichts Klügeres als tedbir, Voraussicht, zu zeigen.“ Vorbildlich hat Rasûlullâh (s.a.v.) selber tedbir gezeigt, als er zum Beispiel bei seiner hicret nach Medîne-i Münevvere zuerst in den Süden ging, dann einen Aufenthalt in der Höhle Sevr einlegte und auf einer ungebräuchlichen Route weiterzog.  

Jeder von uns sollte darum nach Kraft und Vermögen tedbir walten lassen, wie es von uns erwartet wird, und dann erst die Folgen der takdir-i ilâhi, der Vorhersehung Allâhs, erwarten. Mit dieser Grundhaltung können und müssen wir versuchen, sowohl unsere manevi, das heißt unsere geistlichen Schätze, wie auch andere Werte zu bewahren, ob sie nun private Dinge oder den Glauben betreffen.

Eine solche Vorgehensweise entspricht Vernunft und Klugheit in weit höherem Maß. Wie schön sagt doch die türkische Redewendung: „Wer Fehler macht im tedbir, der redet sich gerne mit dem takdir heraus!“ Vergessen wir darum nicht: Für die tedbir sind wir Menschen, und für die takdir ist Allâh zuständig.

 

Anlagen:

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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