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Ausspionieren und nach Fehler anderer suchen - 22. Februar 2019/17. Dschamaziyalahir 1440

Liebe Muslime!

 

Ein Benehmen außerhalb von den guten Charaktereigenschaften, der Ahlâk-ı Hamide, wie das Herumspionieren über das Privatleben anderer Menschen und deren Geheimnisse, entspricht nicht einer guten muslimischen Lebensführung. Dem gläubigen Menschen gebührt es in erster Linie Fehler anderer zu zudecken und diese nicht öffentlich zu machen. Darüber hinaus gebührt es einem Muslim auch, die Fehler anderer so zu behandeln, als hätte man diese nicht gesehen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu korrigieren oder zu bessern. Dabei müssen wir besonders darauf Acht geben, dass es nicht nur um die Berichtigung eines Fehlers geht, sondern auch um die Würde des Menschen und ihn nicht zu verletzen.

Wir Muslime, die wir an die Âhiret glauben, haben in der Privatsphäre anderer Menschen nichts zu suchen. Denn die individuelle Freiheit des einen Menschen hört dort auf, wo die Freiheit des anderen beginnt. Wer sich dieser Grenze nähert, hat die Verpflichtung die gesellschaftliche Ordnung zu wahren. Leute, die mit dem gesellschaftlichen Frieden Probleme haben und die einer positiven Zukunft der Menschen ständig Steine in den Weg legen und die deswegen mit den Augen nachspionieren und mit den Ohren die Geheimnisse anderer stehlen, begehen damit ein großes Verbrechen.  

Ein Mü’min, der seine eigenen Fehler sieht und damit beschäftigt ist diese zu korrigieren, kann den Privatbereich anderer Menschen nicht ausspionieren - sollte es nicht können! Ein Muslim der sich auf sein Verhältnis zu Allâh Teâlâ konzentriert und auf diesem Wege den Kampf mit seiner Nefs, seiner niederen Triebseele aufgenommen hat, kann sich mit den Fehlern und Mängeln anderer Menschen nicht beschäftigen. Er wird dafür keine Zeit und Muße haben.     

Wer sich Argwohn und Verdacht hingibt und so unbedingt auf das Finden von Mängeln und Fehlern bei Anderen aus ist, wird sich zwangsläufig von Allâh entfernen. Auch eine Entscheidung, die auf Argwohn und Verdacht basiert, bringt nichts Gutes. Denn Dschenab-i Hakk spricht: "Wahrlich, Mutmaßungen taugen im Hinblick auf die Wahrheit nichts." [Sûre-i Yunus, 36]

Wenn der Mensch alles und jeden mit dem Auge des Zweifels und Misstrauens betrachtet, so wird sein Augenschein immer wieder "Verdacht" sein. Das Licht, das uns auf den Feldern von Verdacht vorscheint, ist nie und niemals das Licht des ilm, das heißt des Wissens und Erkenntnis. Es ist vielmehr eine Folge von Einbildungen und falschen Vermutungen. Daher spricht Dschenab-ı Hakk: "O die ihr den Îmân verinnerlicht habt, meidet das Meiste von Mutmaßungen. Denn manche Mutmaßung ist Sünde. Spioniert nicht und führt nicht üble Nachrede übereinander. Würde wohl einer von euch gerne das Fleisch seines toten Bruders essen? In der Tat verabscheut ihr es! Praktiziert Takvâ vor Allâh! Denn Allâh ist Tevvâb, der Reue-Annehmende und Er ist Rahîm, der Allbarmerhezige." [Sûre-i Hucurat, 12]

 

Ein Charakter voller Verdacht und Argwohn führt zu Misstrauen. Es findet sich schwerlich jemand, der die Freundschaft eines Menschen voller Argwohn und Misstrauen anstreben würde. Keiner möchte eine  Beziehung eingehen, die weder für die Gegenwart noch für die Zukunft Vertrauen einflößt. Ein Mensch der gefangen ist von Misstrauen und bösen Verdächtigungen, wird niemals Liebe und Vertrauen genießen. 

Rasûlullâh (s.a.v.), dem die Beschwernisse und Leiden seiner Ümmet immer Kummer bereiteten und der sich für ihr Glück aufopferte, spricht dies:

"Nimmt euch in Acht vor dem (falschen) Verdacht. Denn wahrlich es ist die am meisten lügenbehaftete Nachricht. Versucht nicht euch gegenseitig auszuforschen, spioniert nicht einander aus, wetteifert miteinander nicht um das Überlegensein, neidet einander nicht, hasset einander nicht, wendet euch nicht voneinander ab. O ihr Diener Allâhs, seid (aufrichtig zueinander wie) Brüder."

Ein Mensch der sich von dieser schlimmen Eigenschaft befreien will, die dem Islam und der Vernunft zuwider ist, soll sich zuerst um seine   eigenen Fehler kümmern und sich selbst zur Rechenschaft ziehen – und zwar jeden Tag. Ansonsten wird er weiterhin zu der im folgenden Hadîs-i Şerîf angesprochenen Personengruppe gehören:

O ihr Leute, die ihr mit euren Zungen den Islam bezeugt, aber bei denen der Îmân nicht bis zum Herzen durchgedrungen ist! Quält die Muslime nicht, tadelt sie nicht, spioniert nicht ihre Fehler und Mängel aus. Wer die Fehler seines Bruders ausforscht, dessen Fehlern wird Allâh (c.c.) nachgehen. Und wenn Allah (c.c.) den Fehlern eines Menschen nachgeht, so stellt Er ihn bloß, auch wenn dieser sich in seinem eigenen Haus befinden sollte.” [Tirmizi, 2032]

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KRM - Pressemitteilungen

Zusammenstehen gegen Rassismus/ Spitzengespräch zwischen Koordinationsrat der Muslime und der EKD

Köln, 11.06.2020: Mit einem stillen Gebet für die Opfer von Rassismus und Hass ging heute das Spitzengespräch zwischen Vertreterinnen und Vertretern des Koordinationsrates der Muslime (KRM) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu Ende. Das Treffen fand aufgrund der Corona-Pandemie per Videokonferenz statt. Die jüngsten Proteste gegen Rassismus wurden als Teil einer größeren Anti-Rassismus-Debatte begrüßt, die dringend notwendig sei.

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