Gebetskalender

Sitemap

Das Recht des Nachbarn - 28. September 2018 / 18. Muharram 1440

Hochgeschätzte Muslime,

 

betrachten wir die Erde oder das Universum, so treten die Ordnung und die Harmonie darin klar und deutlich vor unsere Augen. Diese Harmonie kommt nur dadurch zustande, dass alles Erschaffene einerseits seine zugewiesene Aufgabe erfüllt und andererseits in seinen Grenzen verbleibt und sie nicht überschreitet. Menschen mit Vernunft und Einsicht, besonders was Sinn und Bedeutung gutnachbarschaftlicher Beziehungen angeht, wissen darum sehr wohl, dass eine solche Harmonie nur dann entstehen kann, wenn jeder zugleich mit den anderen seinen eigenen Teil an den Aufgaben zur Vollständigkeit erfüllt.   

 

Ein gutes Zusammenleben mit unseren Nachbarn ist in unserer heutigen Gesellschaft von großer Bedeutung. In unserer erhabenen Religion besitzt das Recht des Nachbarn einen sehr hohen Stellenwert. So wie es unabdingbar ist, innerhalb der Familie gut miteinander auszukommen, so ist es verpflichtend für uns Muslime, uns mit unseren Nachbarn gut zu verstehen und uns gegenseitig zu helfen. Hazret Allâh spricht in der anfangs vorgetragenen Ayet-i kerime unmissverständlich über die Pflichten eines Muslims: “Und dient Allah und gesellt Ihm keinen bei. Seid gut zu den Eltern, Verwandten, Waisen, Bedürftigen, den nahen Nachbarn, den fernen Nachbarn, den Gefährten, den Reisenden und den Leibeigenen! Wahrlich, Allah liebt nicht denjenigen, der eingebildet und überheblich ist.”

 

Resûlllâh (s.a.v.) gewichtet das Recht des Nachbarn in dem folgenden Hadis-i Şerif auf sehr eindrucksvolle Weise: Dschebrâil (a.s.) gab mir ohne Einhalt Empfehlungen bezüglich des Rechtes des Nachbarn, dass ich (fast) meinte, der Nachbar solle den Nachbarn beerben dürfen.”

 

Verehrte Brüder im Islam,

 

Nachdem ich das Thema in Kürze angesprochen habe, möchte ich es auf einer anderen Ebene weiterführen: Der Tag der Deutschen Einheit am dritten Oktober - das ist kommende Woche Mittwoch - hat sich seit langem auch als Tag der offenen Moschee etabliert.

 

Es ist eine alte Weisheit, dass der Mensch dem Unbekannten gegenüber feindlich eingestellt ist, zumindest aber desinteressiert. An solch einem wichtigen Tag wie dem Tag der offenen Moschee liegt es in unserer Hand, den Abstand zwischen den Menschen zu überbrücken oder gar gänzlich verschwinden zu lassen. In dieser Absicht werden in den teilnehmenden Moscheen den Besuchern Informationen über uns, unsere Kultur, unsere Religion und unsere Moscheen gegeben werden. Wir sehen daher diesen Tag nicht nur als Tag der Gastfreundschaft an, sondern vor allem als Tag des gegenseitigen Kennenlernens und der Öffnung gegenüber unseren Nachbarn.

 

Der Islam ist eine Kultur der Höflichkeit, der Großzügigkeit und der Feinfühligkeit. Bei Empfang und Bewirtung unserer Gäste sollten wir die Regeln der Höflichkeit und der Sauberkeit beachten, die wir von unserer Kultur her kennen. Wer auch immer unser Haus oder unser Mesdschid betritt, verdient mit einem Lächeln im Gesicht empfangen zu werden. Gäste, die uns besuchen, sollten mit Toleranz und Entgegenkommen behandelt werden. 

 

Zum Ende der heutigen Hutbe wollen wir noch einmal den Gesandten Allahs (s.a.v.) hören, der die wichtigsten Charaktereigenschaften eines Muslims wie folgt darstellt: Ein Gläubiger ist einer, der ülfet besitzt, dass heißt einer, der mit anderen einen vertrauten Umgang pflegt und mit dem man auch einen vertrauten Umgang pflegt. Wer keine ülfet, keine Vertrautheit, besitzt und wem man kein vertrautes Umgang schenkt, auf dem ruht auch nichts Gutes, keine hayr .”

Zurück

KRM - Pressemitteilungen

Zusammenhalt in schwierigen Zeiten

Jährliches Spitzentreffen zwischen evangelischer Kirche und Koordinationsrat der Muslime in Köln Der christlich-muslimische Dialog findet derzeit in Deutschland unter erschwerten Bedingungen statt. Darüber waren sich die Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) einig.

Weiterlesen …