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Die Eroberung von Mekke - 03. Januar 2020/08. Dschemâziyelewwel 1441

Liebe Muslime,

in diesen Tagen wiederholt sich der Jahrestag der Einnahme von Mekke durch die Muslime. Aus diesem Grunde möchte ich heute in meiner Hutbe über die Sûre an-Nasr und die darin dargelegten Begrifflichkeiten „Hilfe Allâhs“ und „Feth Allâhs“ sprechen. 

Wir alle wissen seit unserer Kindheit um das unsägliche Leid und die Entbehrungen, denen die Muslime in den ersten 13 Jahren der islamischen Geschichte in Mekke ausgesetzt waren. Unser ruhmvoller Nebi (s.a.w.), der edelste aller Menschen, der feinfühligste, der vollkommenste und der mit der besten Ahlâk, wurde verfolgt und verletzt; und musste unermessliches Leid über sich ergehen lassen. Im fünften Jahr seiner Gesandtschaft mussten einige der Muslime nach Abessinien auswandern, woraufhin die Mächtigen der Mekkaner den Druck und die Gewalt gegen die Muslime erhöhten. Auch verwiesen sie die Muslime für Jahre in eine Art Ghetto und verwehrten ihnen jedweden Kontakt und Möglichkeiten der Arbeit für ihren Lebensunterhalt. Im zehnten Jahr seiner Gesandtschaft starben zuerst sein Oheim Ebû Tâlib und später unsere ehrenvolle Mutter, seine Ehefrau Hazret-i Hadidsche (r.a.). Für Rasûlullâh (s.a.q.) war dieses Jahr ein Jahr des Verlustes und der Trauer.

So fällt zum Beispiel auch seine Reise nach Tâif in dieses besagte Jahr der Trauer. Zusammen mit seinem Diener Hazret Zeyd bin Harise (r.a.) ging er dorthin und lud die Menschen zum Islam ein. Aber verblendete und unaufgeschlossene Menschen in Taif ließen ihn mit Steinen bewerfen und jagten ihn blutüberströmt aus der Stadt. Er aber, unser Aleyhi’s-Salatü ve’s-Selam, praktizierte Sabr und Standhaftigkeit gegenüber all diesen Schwierigkeiten - denn er verkörperte den wahren Weg zu Allâh Teâlâ. Für diesen Weg und für die Hidayet, das heißt die Leitung der Menschen auf diesen Weg hin, hat er Zeit seines Lebens alle Anstrengungen auf sich genommen. 

 Dieser, der so viel Barmherzigkeit in sich tragende Habib-i Ekrem (s.a.w.) erlebte nach den schlimmen Ereignissen in Tâif die Mudschize von Isrâ und Mi’râdsch, also die Reise in die verschiedensten Dimensionen des bekannten und unbekannten Universums. Danach fanden in zwei darauffolgenden Jahren die Treuebekundungen der medinensischen Muslime in der Ortschaft Akabe statt, in welchen Rasûlullâh (s.a.w) viel Freude fand. Anschließend vollzog er die Hidschra nach Yesrib, nach Medine el-Münewwere, von wo aus er seine Anstrengungen für den Glauben an den Einen, an Allâh weiterführte. Denn auch nach seiner Hidschra nach Medine ließen die Herrscher von Mekke nicht nach und bedrängten Rasûlullâh und seine Gemeinschaft sehr stark, so dass sie keine andere Wahl hatten als gegen die Angreifer zu kämpfen. So kam es in den folgenden Jahren zu verschiedenen Auseinandersetzungen, wie die Schlachten bei Bedr und Uhud und der sogenannte Grabenkrieg in Medine. Darüber hinaus die Vorfälle um Beni Kurayza, Hayber und Mu’te. Am Ende dann kam die Einnahme von Mekke, in die die Muslime ohne kämpfen zu müssen hineingehen konnten.

Die anfangs erwähnte Sûre an-Nasr ist nach Meinung vieler Ulemâ während der Eroberung von Mekke herabgesandt worden. Vom großen Sahâbi und Tefsirgelehrten Ibn-i Abbâs (r. anhüma) ist die folgende Formulierung überliefert: „Der Feth, also der Sieg von der in dieser Sûre berichtet wird, ist die Eroberung von Mekke. Denn die Eroberung von Mekke ist Fethu’l-Futûh, das heißt der wichtigste aller Siege (in der Islamischen Geschichte).“

In der ungefähren Bedeutung dieser Sûre heißt es: “Wenn die Hilfe Allâhs kommt und der Sieg; und du die Menschen in Scharen in die Religion Allâhs eintreten siehst, dann lobpreise deinen Rabb in dem Du IHM Hamd und Dankbarkeit erweist und bitte IHN um Maghfiret, um Vergebung. Denn ER ist wahrlich Tevvâb, Der, der die Reue annimmt.”

 

Verehrte Muslime,

in den Tefsirwerken zur Sûre an-Nasr finden wir sehr wertvolle Kommentare. Zwei davon möchte ich hier zitieren: “Die eigentliche Bedeutung dieser Sûre ist: Die Hilfe und der Sieg von der hier gesprochen wird, ist nicht ausschließlich gegen die Quraisch und auf die Eroberung von Mekke zu beziehen. Vielmehr ist diese Hilfe und der versprochene Sieg als Schlüsselereignis und Startschuß für alle in der islamischen Geschichte  stattfindenden Siege zu verstehen.” Demnach wir auch die Eroberung Istanbuls 1453 durch die Muslime unter die Hilfe Allâhs und zu den Siegen, von denen in dieser Sûre berichtet wird, untergeordnet. Dies wird zu dem mit dem berühmten Hadîs-i Scherîf untermauert.

Ein anderer Eintrag in einem Tefsirwerk ist eigentlich noch wertvoller. Dort heißt es: “Nach all den Einlassungen und Erläuterungen können wir feststellen, dass der Feth, von der in dieser Sûre gesprochen wird, nicht auf die Eroberung von Ländereien zu begrenzen ist, sondern viel mehr als Eroberung und Begeisterung der Herzen der Menschen für den Îmân und den Islâm zu verstehen ist.“

Betrachten wir das Leben Resûlullâhs (s.a.w.) und die Frühgeschichte des Islâms, sehen wir, dass dieses hier dargelegte Verständnis von Eroberung und „Hilfe Allâhs“ mit der Herangehensweise von Rasûlullah (s.a.w.) vollständig einhergeht. Es deckt sich und komplettiert einander. Dieses Verständnis bildet das Fundament für die Anstrengung, also für die ‚Hizmet‘, den Dienst auf dem Wege Allâhs.

So wie in vielen Âyet-i Kerîmes und Hadîs-i Scherîfs dargelegt, werden die Muslime die „Hilfe Allâhs“ und Erfolg bekommen und so werden die Menschen in Scharen mit Îmân und Islam beehrt werden. Die Eroberung der Herzen ist demnach eine Fortsetzungsgeschichte…

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KRM - Pressemitteilungen

Zusammenstehen gegen Rassismus/ Spitzengespräch zwischen Koordinationsrat der Muslime und der EKD

Köln, 11.06.2020: Mit einem stillen Gebet für die Opfer von Rassismus und Hass ging heute das Spitzengespräch zwischen Vertreterinnen und Vertretern des Koordinationsrates der Muslime (KRM) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu Ende. Das Treffen fand aufgrund der Corona-Pandemie per Videokonferenz statt. Die jüngsten Proteste gegen Rassismus wurden als Teil einer größeren Anti-Rassismus-Debatte begrüßt, die dringend notwendig sei.

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