Gebetskalender

Sitemap

Freitagspredigten Archiv

Die Sunna Rasûlullâhs (s.a.w.) - 14. Februar 2020/20. Cemaziyelâhir 1441

Sehr verehrte Muslime,

die islamischen Rechtsquellen, aus denen wir unsere Religion herleiten, sind vier an der Zahl: Kitab (der Kur’ân el-Kerîm), die Sunna Rasûlullâhs (s.a.w.), der Idschma (das ist der Konsens der Gelehrten) und der Qiyas al-fuqaha, das heißt der Analogieschluß eines islamischen Rechtsgelehrten.

 

Als Sunna bezeichnen wir alle Aussagen des Gesandten (s.a.w.), all seine Taten und Handlungen und all die Dinge, die er bei anderen gesehen und für gut befunden hat. Auch wenn die Begrifflichkeit Hadîs als Synonym für Sunna benutzt wird,  so bezeichnet sie jedoch im engeren Sinne die Aussprüche Rasûlullâhs.

 

Dschenab-ı Hakk hat den Menschen nicht nur Bücher herabgesandt, damit sie vom geraden Weg nicht abkommen und umherirren, sondern Er hat ihnen auch Propheten geschickt, die das Offenbarte für sich als Richtschnur genommen, es vorgelebt und den Menschen als Vorbilder gedient haben. Die Âyet-i Dschelîle 43 in der Sûre al-Âraf ist hierfür der beste Beleg: “...Alles Lob gebührt Allâh, Der uns hierzu geleitet hat! Hätte Allâh uns nicht rechtgleitet, so hätten wir den Weg nicht finden können. Wahrlich, die Gesandten unseres Herrn sind mit der Wahrheit gekommen."

 

In unserer heutigen Zeit begegnen wir gelegentlich Menschen, deren Absichten nicht klar und sauber sind und die verschiedenartige Behauptungen aufstellen, um die Sunna Rasûlullâhs zu schwächen. Da werden manchmal unschöne Aussagen getroffen, wie “Der Gesandte war ja auch nur ein Mensch.
Auch er kann Fehler machen. Wo steht das im Kur’an? Berichte mir davon.”
Es ist richtig, auch die von Allâh auserwählten Gesandten sind erst einmal Menschen. Auch sie können kleine Fehler begehen. Aber kein Gesandter verharrt auf einem fehlerhaften Pfad. Sie werden von Allâh Teâlâ sofort und unverzüglich berichtigt. Der berühmte Hadisgelehrter Abdullah Ibn Amr erzählt hierzu: “Alles was ich von Rasûlullâh hörte schrieb ich auf und verwahrte es. Der Stamm der Quraisch hat mir dies verboten und gesagt: „Du schreibst alles auf, was der Gesandte spricht? Auch Rasûlullâh ist ein Mensch. Er hat seine guten und seine schlechten Tage.“ So ließ ich das Mitschreiben sein und erzählte es dem Gesandten Allâhs. Nachdem er mir aufmerksam zugehört hatte, zeigte Rasûlullâh mit seinem Finger auf seinen Mund und sprach: „Schreib! Ich schwöre bei Allâh, in dessen Macht sich mein Dasein befindet, zwischen diesen (beiden Lippen) kommt nur Hakk, nur die Wahrheit heraus.“

 

Liebe Muslime,

eine andere Aussage lautet: “Woher willst Du wissen, dass dieser Ausspruch ein Hadîs von Rasûlullâh ist?”

Die Antwort auf solch eine Frage erfordert natürlich gute Kenntnisse in der Usûl al-Hadîs, also in der Lehre um die Überlieferung der Hadîse von Rasûlullâh. Forschungen über Hadîse, welche dem Gesandten Allâhs gehören und welche nicht, sind vor Jahrhunderten von Hadîsgelehrten mit einer unglaublichen Akribie und Feinarbeit, mit einer Hingabe und mit einem Fleiß gemacht worden, die ihresgleichen suchen. All diese so zusammengetragenen Hadîse sind dann für die Nachwelt verschriftlicht worden. Hätten wir die Zeit und die Möglichkeiten über die Hingabe und über alle Details der Hadisüberlieferungen und die Mühen der Hadîsgelehrten zu sprechen,  würde kein Mensch solch eine Behauptung aufstellen – außer vielleicht Leute, die sture Oppositionhaltung hegen oder engstirnig sind.

 

In der Hadisüberlieferung und an die Überlieferer selbst sind derartig hohe Maßstäbe gesetzt worden, dass es für unser heutiges Verständnis schon unmöglich erscheint auch nur ein einziges Merkmal zu erfüllen. Zum Beispiel, wenn ein Muhaddis, also ein Überlieferer beim Gehen etwas aß, haben die muslimischen Gelehrten dies als Schwäche und Fehler in seiner Urteilsfähigkeit angesehen und seine überlieferten Hadise als zaîf, also als schwach herabgestuft. Ein anderes Beispiel ist die eines Überlieferers, von dem eine einzige Lüge in seinem ganzen Leben dazu geführt hat, dass man alle seine überlieferten Hadîse als erfunden herabgestuft hat – unbeachtet seiner vielen Reuebekundugen. Solcherart Maßstäbe und solcherart von Herangehensweisen an die Thematik werden auf jedenfall keine Fragen offen lassen und Widersprüche gar nicht erst aufkommen lassen.

 

Verehrte Muslime,

der große Gelehrte Imam Rabbani bringt es sehr genau auf den Punkt, wenn er schreibt:“Eine Erlösung bei Allâh kommt nur dann zustande, wenn man sich an die Sunna von Rasûlullâh, dem Verkünder des Din, klammert und ihr folgt - sonst nicht.” In der Sûre al-Ahzâb, Âyet 21 wird dieser Umstand sehr klar und deutlich ausgeführt: “Wahrlich, ihr habt im Rasûlullâh ein schönes Vorbild für jeden, der auf Allah und den Letzten Tag hofft und Allahs häufig gedenkt.”

Zurück

KRM - Pressemitteilungen

MENSCHEN MACHEN HEIMAT/EN : TAG DER OFFENEN MOSCHEEN am 3. OKTOBER

Köln, 01.10.2019: Der Tag der offenen Moschee (TOM) am 3. Oktober steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Menschen machen Heimat/en“. Was ist „Heimat“? Ist sie nur der Ort, an dem wir unsere Kindheit und Jugend verbracht haben, wo unsere Familie, unsere Freunde leben? Für die einen ist Heimat das Land, aus dem die Eltern oder Großeltern stammen. Für andere ist Heimat überall dort, wo man sich zu Hause fühlt. Für manche ist Heimat eher spirituell und ein Ort, mit dem sie sich durch ihren Glauben verbunden fühlen.

Weiterlesen …