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23. März 2018 / 05. Receb 1439 - Die Würde des Menschen und der Dienst am Menschen

Verehrte Muslime!

 

Unsere heutige Hutbe  handelt von der Würde des Menschen und der Bedeutung des Dienstes am Menschen.

Der Mensch ist etwas Besonderes, er stellt mit seinem Sein und Dasein die Krönung der Schöpfung dar. Daher ist es wichtig den Menschen nicht auf sein Äußeres zu begrenzen, das heißt ihn nicht allein mit seinem materiellen Dasein versuchen zu verstehen. Eine Würdigung des Menschen rein im Hinblick auf seine Rasse, seine Hautfarbe, sein Wohlstand oder seine Abstammung her ist eine starke Einengung und wird ihm in keinster Weise gerecht. Seinen eigentlichen Wert hat ihm Allâh Teâlâ beigemessen und den Maßstab dazu in folgender Âyet-i Kerîme offenbart:

“O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf daß ihr euch gegenseitig kennenlernt. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig.” [Hucurat 13]

Der Islam verbietet dem Starken den Schwachen zu tyrannisieren, dem Reichen den Armen zu drangsalieren und Leuten von hohem Rang anderen gegenüber hochmütig zu sein und Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder Rasse als minderwertig anzusehen. Leider stellen wir fest, dass auch heutzutage wie damals Rassismus in vielen Gesellschaften immer noch gegenwärtig ist.

Rasûlullâh (s.a.v.) spricht in seiner Abschiedshutbe die folgenden Worte:

O ihr Menschen! Euer Rabb ist EINER, auch euer Stammvater ist einer. Ihr alle seid Kinder Adems, und Adem ist erschaffen aus Erde. Vor Allâh ist von euch der Angesehenste, welcher in Takva (in Ehrfurcht vor Allâh) am weitesten ist. Der Araber ist keineswegs einem Fremden höhergestellt. Eine höhere Stellung besteht nur über Takvâ, über Ehrfurcht vor Allah.

Der Mensch ist bestückt mit der wunderbaren Gabe Wissen, Weisheit und Erkenntnis. Auch ist ihm gegeben worden, die Fähigkeit sich in Schrift und Sprache auszudrücken, darüber hinaus die Begabung durch Denken den richtigen Weg einzuschlagen. Komplettiert wird das Ganze mit Verstand, Gewissen und Barmherzigkeit.

Für solch einen guten und vollkommenen Menschen ziemt es sich,  sich für gute und wertvolle Dinge im Leben zu widmen.

Rasûlullâh (s.a.v) spricht: “Der wertvollste unter den Menschen ist derjenige, der den Menschen am nützlichsten ist.”

Über den Würde des Menschen heißt es in der Sûre Isra in Âyet 70 (siebzig):

“Und wahrlich, WIR haben den Kindern Adems Würde verliehen, haben sie über Land und Meer getragen, sie mit guten Dingen versorgt und haben sie gegenüber vielen, die wir erschaffen haben, völlig ausgezeichnet.

In seiner Erschaffung ist der Mensch rein und als Mensch verdient er es in Respekt hochgehalten zu werden.

In der Sûre er-Rûm in Âyet 22 wird dies besonders deutlich hervorgehoben:

“Und zu seinen Zeichen gehört die Erschaffung der Himmel und der Erde und die Vielfalt eurer Sprachen und eurer (Haut)farben. Wahrlich, darin liegen gewiss Zeichen für die Wissenden.”

Wenn aber der Mensch seinen Wert nicht wertschätzt und die Grenzen der Menschlichkeit mit Füßen tritt, verliert er all das, was ihn so besonders macht.

Menschen, die dem Land, dessen Brot sie essen, dessen Wasser sie trinken und dessen Freiheiten sie geniessen schaden, verlieren in der Tat ihre Wertigkeit als Menschen. Genauso steht es mit Leuten, die nach dem Leben, dem Hab und Gut und der Familie anderer trachten und den von Allâh erschaffenen Lebewesen (seien sie auch Tiere) unrecht tun und unterdrücken.

Im arabischen Teil meiner Hutbe habe ich einen Hadîs-i Şerif zitiert. Darin heißt es:

“Die Schatzkammern von Hayr und Scherr, von Gut und Böse sind bei Allah und die Schlüssel zu diesen Schatzkammern sind die Menschen. Welch ein Glück denen, die Allâh (c.c.) zu Schlüsseln des Guten und zu Schlössern des Bösen auserkoren hat! Welch eine Schande denen, die ER zu Schlüsseln für das Böse und zu Schlössern für das Gute auserwählt hat!“[1]



[1] İbn-i Mace 238, Taberani C.6, S. 150, Hadis No 5812

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