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02. März 2018 / 14. Cemaziyel-ahir 1439 - Ta’dil-i Erkân (Gewissenhafte Durchführung der Säulen) beim Namaz

Hochverehrte Muslime,

 

in meiner heutigen Hutbe spreche ich über die Bedeutung des “Ta’dîli Erkân” beim rituellen Gebet.

 

Ta’dîl-i Erkân bedeutet, Rukû und Secde exakt und gewissenhaft auszuführen, darüber hinaus den Qiyam, das aufrechte Stehen zwischen der Rukû und der Secde zu vervollkommnen und das aufrechte Sitzen zwischen den beiden Secdes zu vollenden. Ta’dîl-i Erkân bedeutet, dass jede einzelne Säule des Namaz wie Qiyam, Rukû und Secde in Ruhe verrichtet werden, so dass die einzelnen Körperteile sich entspannen und das Herz sich beruhigt. Zum Beispiel ist es nach der Rukû erforderlich, sich aufrecht hinzustellen und in dieser Position kurz zu verweilen – ungefähr solange wie man das Wort “sübhânellâh” sagen kann. Auch zwischen den beiden Secdes soll man in der Länge dieses Tesbihs innehalten.

 

Manche Gelehrte sagen, dass Ta’dîl-i Erkân farz ist und andere wiederum nur vacib. In beiden Fällen ist sie für uns Muslime verpflichtend. Wer beim rituellen Gebet Erfüllung empfindet, achtet sowieso auf den Ta’dîl-i Erkân und hütet sich davor, den Namaz eilig zu verrichten. Er weiß, dass Eile im Namaz ungebührlich für einen Muslim ist und dem Verständnis von Respekt und Anstand widerspricht.

In einem von Hazret Ebû Hüreyre (ra) überlieferten Hadîs-i Şerif heißt es hierzu: Rasûlüllah (sav) ging einst in die Moschee. Ein Mann kam herein, verrichtete seinen Namaz ohne auf den Ta’dîl-i Erkân zu achten und grüßte den Gesandten mit dem Selam. Rasûlullah sprach zu ihm “Kehre um und verrichte deinen Gebet noch einmal, denn du hast nicht gebetet”. Der Mann kehrte um, verrichtete seinen Namaz nochmals, aber in derselben Art und Weise und grüßte anschließend den Gesandten Allâhs wieder. Rasûlullâh nahm seinen Selâm an und sprach wieder “Kehre um und verrichte deinen Namaz, denn du hast nicht gebetet”. Als diese Situation sich zum dritten Mal wiederholte sagte der Mann “Ich schwöre bei Allâh (cc), der dich als wahrer Gesandter geschickt hat, ich kann es nicht besser. So lehre mich Yâ Rasûlellah”. Und Fahr-i Kâinât sprach: “Wenn du mit dem Namaz beginnst sprich den Tekbir (Allahu Ekber), danach rezitiere Stellen aus dem Kur’ân-ı Kerîm, die du auswendig kannst und die dir leicht fallen, dann mache den Rükû so, dass du innerlich Ruhe findest, danach verweile aufrecht im Stehen in der Qiyam-Position bis sich deine Glieder vollständig gesetzt haben, danach vollziehe die Secde so, dass du innerlich Ruhe findest, dann erhebe dein Haupt von der Secde und verweile aufrecht sitzend zwischen den beiden Secdes, bis du innerlich Ruhe findest. Verrichte alle deine Namaz auf diese Weise.“

 

In dem am Anfang meiner Hutbe vorgetragenen Hadîs-i Şerif spricht Rasûlullâh Folgendes: “Der schlimmste Dieb ist derjenige, der von seinem Namaz klaut.” Die Ashâb-ı Kiram fragten daraufhin: “Yâ Resûlallah! Wie kann ein Mensch von seinem Namaz klauen?” Der Gesandte Allâhs antwortete: “In dem er Rükû und Secde nur halbherzig macht.”

 

Liebe Brüder im Islam,

 

wir haben gesehen wie wichtig Ta’dîl-i Erkân beim rituellen Gebet ist. Es ist eine traurige Gewißheit, dass viele Muslime in Unachtsamkeit es nicht schaffen, diesem wichtigen Punkt ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Sehr viele Muslime haben es wirklich nötig, in dieser Angelegenheit besser informiert zu werden. Dieser Umstand ist für die bewußtlebenden Muslime eine Aufforderung sich hierbei viel Mühe zu geben. So schreibt der große Gelehrte Hazret-i İmâm-ı Rabbânî (ks) in seinem Mektûbât-ı Şerîfe: “Es muß uns eine Aufgabe sein, den Menschen hierbei unser Wissen weiterzugeben, ihnen zu helfen und sie zu dieser Praxis (der Ta’dil-i Erkân) anzuregen. Die meisten Muslime sind fern von dieser Gunst und einen mit Ta’dîl-i Erkân verrichteten Namaz gibt es nicht mehr. So gesehen ist es eine der wichtigsten Aufgaben der Muslime diese Amel, also diese islamische Praxis, wiederaufleben zu lassen.”

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