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05. Januar 2018 / 18. Rebîulâhir 1439 - Die Eroberung von Mekke

Liebe Muslime,

Mittwoch, der 3. (dritte) Januar, also vorgestern, war der Jahrestag der Einnahme von Mekke durch Rasulullâh (s.a.v.). Aus diesem Grunde möchte ich heute in meiner Hutbe über die Sûre-i Nasr, das ist die Sûre, die wir als „Izâ Câ-e…“ kennen und die darin dargelegten Begrifflichkeiten „Hilfe Allâhs“ und „Fetih Allâhs“ sprechen. 

Wir alle wissen seit unserer Kindheit um das unsägliche Leid und die Entbehrungen, denen die Muslime in den ersten 13 (Dreizehn) Jahren der islamischen Geschichte ausgesetzt waren. Unser Nebiyy-i Zişan (s.a.v.), der edelste aller Menschen, der feinfühligste, der vollkommenste und der mit der besten Ahlâk wurde verfolgt und verletzt; und musste  unermessliches Leid über sich ergehen lassen. Im fünften Jahr seiner Gesandtschaft mussten einige der Muslime nach Abessinien auswandern, woraufhin die Mächtigen der Mekkaner den Druck und die Gewalt gegen die Muslime erhöhten. Auch verwiesen sie die Muslime für Jahre in eine Art Ghetto und verwehrten ihnen jedweden Kontakt und Möglichkeit der Arbeit für ihren Lebensunterhalt. Im zehnten Jahr seiner Gesandtschaft starben zuerst Ebu Talib und später unsere ehrenvolle Mutter Hazret-i Hadice (r.a.). Für Rasûlullâh (s.a.v.) war dieses Jahr ein Jahr des Verlustes und der Trauer.

So fällt zum Beispiel auch seine Reise nach Tâif in dieses besagte „Jahr der Trauer“. Zusammen mit seinem Diener und Gehilfen Hazret-i Zeyd bin Harise (r.a.) ging er dorthin und lud die Menschen zum Islam ein. Aber vorurteilsvolle und unaufgeschlossene Menschen in Taif ließen ihn mit Steinen bewerfen und jagten ihn blutüberströmt aus der Stadt. Er aleyhi’s-salatü ve’s-selam aber, praktizierte Sabr und Standhaftigkeit gegenüber all diesen Schwierigkeiten - denn er verkörperte den klaren und eindeutigen Weg zu Allâh Teâlâ. Für diesen Weg und für die Hidayet, das heißt die Leitung der Menschen auf diesen Weg hin, hat er Zeit seines Lebens alle Anstrengungen und Entbehrungen auf sich genommen. 

 Dieser, der so viel Barmherzigkeit in sich tragende Habib-i Ekrem (s.a.v.), erlebte nach den schlimmen Ereignissen in Tâif die Mucize von Isrâ und Mi’râc, also die Reise in die verschiedensten Sphären des bekannten und unbekannten Universums. Danach fanden in zwei darauffolgenden Jahren die Treuebekundungen der medinensischen Muslime in Akabe statt, in welchen Rasûlullâh (s.a.v) viel Freude fand. Anschließend machte er die Hicret nach Medine-i Münevvere, von wo aus er seine Anstrengungen für den Akîde-i Tevhîd, also den Glauben an den Einen Allâh weiterführte. Denn auch nach seiner Hicret nach Medine ließen die Polytheisten von Mekke nicht nach und bedrängten Rasûlullâh und seine Gemeinschaft sehr stark, so dass sie keine andere Wahl hatten, als sich gegen die Angreifer zu verteidigen. So kam es in den folgenden Jahren zu verschiedenen Auseinandersetzungen wie die Kriege bei Bedir, Uhud und dem Grabenkrieg, darüber hinaus die kriegerischen Vorfälle um Hayber und Mu’te. Am Ende dann kam die Einnahme von Mekke, in die die Muslime ohne kämpfen zu müssen, hineingehen konnten.

Die anfangs erwähnte Sûre Nasr ist nach Meinung vieler Ulemâ während der Eroberung von Mekke offenbart worden. Vom großen Sahabi und Tefsirgelehrten Ibn-i Abbâs (r. anhüma) ist die folgende Formulierung überliefert: „Der Fetih, also der Sieg von der in dieser Sûre berichtet wird, ist die Eroberung von Mekke. Denn die Eroberung von Mekke ist Fethu’l-Futûh, das heißt der größte aller Siege (in der Islamischen Geschichte).“

In der ungefähren Bedeutung dieser Sûre-i Celîle heißt es: “Wenn die Hilfe Allâhs kommt und der Sieg und du die Menschen in Scharen zur Religion Allâhs eintreten siehst, dann preise mit Lob deinen Rabb und bitte IHN um Vergebung. Denn ER ist wahrlich Tevvâb, derjenige, der die Reue annimmt.”

 

Verehrte Muslime,

in den Tefsirwerken zur Sûre-i Nasr finden wir sehr wertvolle Kommentare. Zwei davon möchte ich hier zitieren: “Die eigentliche Bedeutung bei dieser Sûre ist: Die Hilfe und der Sieg von der hier gesprochen wird, ist nicht ausschließlich gegen die Kureyş und für die Eroberung von Mekke zu beziehen. Vielmehr ist diese Hilfe und der versprochene Sieg als Schlüsselereignis und Startschuß für alle in der islamischen Geschichte  stattfindenden Siege zu verstehen.” Demnach gehört auch die Eroberung Istanbuls 1453 durch die Muslime in die Hilfe Allâhs und zu den Siegen, von denen in dieser Sûre berichtet und mit dem berühmten Hadis-i Şerif untermauert wird.

Ein anderer Eintrag in einem Tefsirwerk ist eigentlich noch wertvoller. Dort heißt es: “Nach all den Einlassungen und Erläuterungen können wir feststellen, dass der Fetih, von der in dieser Sûre gesprochen wird, nicht auf die Eroberung von Ländereien zu begrenzen ist, sondern viel mehr als Eroberung und Begeisterung der Herzen der Menschen für Îmân und Islâm zu verstehen ist.“

Wie wir alle klar sehen können, geht dieses hier dargelegte Verständnis von Eroberung und „Hilfe Allâhs“ mit der, schon ab der ersten Stunde praktizierten Herangehensweise von Rasûl-i Ekrem (s.a.v.) vollständig einher. Es deckt sich und komplettiert einander. Dieses Verständnis bildet das Fundament für die Anstrengung, also „Hizmet auf dem Wege Allâhs“. So wie in vielen Ayet-i Kerimes und Hadis-i Şerifs dargelegt, werden die Muslime die „Hilfe Allâhs“ und den Sieg bekommen und so werden die Menschen in Scharen mit Îmân und Islam beehrt werden. Die Eroberung der Herzen ist demnach eine Fortsetzungsgeschichte…

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