Gebetskalender

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06. April 2018 / 19. Receb 1439 - Das rituelle Gebet in Gemeinschaft

Verehrte Muslime,

Wie wichtig ist es, die fünf täglichen Gebete in Gemeinschaft zu verrichten? Dies ist das Thema meiner heutigen Hutbe.

Wir Muslime wissen um die Position des rituellen Gebetes im Islam, denn es kommt direkt nach dem Îmân, dem Glauben. Rasûlullâh (s.a.v.) unterstreicht die Bedeutung des Namaz mit folgenden Worten: “Das rituelle Gebet ist die Säule der Religion. Wer ihn gewissenhaft verrichtet, biegt seine Religion gerade. Wer aber es (den Namaz) zerstört, zerstört die Religion.”

Wenn der Namaz in der dafür vorgesehenen Zeit verrichtet wird, nennt man dies Edâ (Erfüllung). Wenn er aber später nachgeholt wird, nennt man dies Kazâ (Nachholung). Kazâ befreit den Menschen zwar von der Schuldigkeit gegenüber Allâh Teâlâ, nimmt aber niemals den Platz des in der rechten Zeit verrichteten Namaz ein. 

Es gibt zwei Arten des Edâ eines Gebetes . “Edâ Kâmil”, also vollkommene Erfüllung des Gebetes, ist nur in Gemeinschaft möglich. „Edâ Kâsır hingegen ist die allein verrichtete und unvollkommene Verrichtung des Namaz. Denn das Gebet in Gemeinschaft hat bei Allâh 25-mal, in einer anderen Überlieferung gar 27-mal mehr Fazîlet, mehr Wert als ein allein verrichtetes Gebet.

Rasûlullâh (s.a.v.) hat immerzu die Gemeinschaft und den Geist der Gemeinschaft für seine Ümmet, beschworen und das Gebet in Gemeinschaft besonders hervorgehoben. Denn wer den Namaz mit der Cemaat verrichtet, gewinnt auch das richtige Gefühl für die Gemeinschaft. So heißt es in einem Hadîs-i Şerîf:

„Der Lohn für das Gebet in Gemeinschaft ist um das 25 (fünfundzwanzig)-Fache höher als für das Gebet (allein) Zuhause oder auf dem Markt. Denn, wenn jemand die Gebetswaschung vollzieht und sich dabei Mühe gibt, später sich in die Moschee begibt, einzig und allein mit der Absicht in die Moschee (und für das Gebet in Gemeinschaft) zu gehen, so wird man auf dem Wege dorthin für jeden Schritt eine Position (bei Allâh) höhergestellt und wird demjenigen eine Sünde vergeben. Wenn man dann (in der Moschee) das Gebet verrichtet, sprechen die Engel für die Dauer des Gebetes Segen auf den Betenden mit den Worten: „Ya Rabb! So behandle diesen Menschen mit Barmherzigkeit und erbarme dich seiner.“ Jeder von euch, der auf das Gebet in Gemeinschaft wartet, ist so als würde er das Gebet verrichten.”

 In der eingangs vorgetragenen  Âyet-i Kerîme spricht Cenab-ı Hak:

“Verrichtet das Gebet und entrichtet die Zekât und verbeugt euch mit denen zusammen, die sich verbeugen.” Dieses Gebot Allâhs ist ein Hinweis auf die Wichtigkeit des Namaz in Gemeinschaft.

Auch die Ashab-ı Kirâm, die ehrenvollen Gefährten Rasûlullâhs (s.a.v.) haben dem Gebet höchste Wertschätzung beigemessen und der Gesandte Allâhs ist in Bezug auf das Gebet niemals einen Schritt von seiner Position gewichen.

Einmal sprach Rasûlullâh (s.a.v.):

“Für die Heuchler ist das Morgengebet und das Nachtgebet am schwersten. Wenn sie nur wüßten welch großes Gewicht diese beiden Gebete haben, würden sie gar kriechend zur Verrichtung dieser (in die Moschee) kommen. Bei dem Schöpfer in dessen Macht sich mein Dasein befindet! Ich habe mir überlegt, den Namaz nach dem Ezân zu beginnen, (dann) einen Nachfolger zu bestimmen, der den Menschen ihr Gebet vorbetet und später mit einer Handvoll von Männern mit einem Bündel Holz in deren Händen zu den Häusern jener zu gehen, die nicht zum Namaz (in Gemeinschaft) kommen und ihnen ihre Häuser niederzubrennen.”

Abdullah ibn-i Ümm-i Mektum, der blinde Sahâbî sagte daraufhin ganz aufgeregt:

“Ya Rasulallah, Du kennst meine Situation, ich habe keinen, der mich begleitet. Darüber hinaus befinden sich Bäume zwischen meinem Haus und der Moschee.”  Rasûlullâh (s.a.v.) fragte ibn-i  Ümmi Mektum: “Kannst Du den Ezân hören?” İbn-i  Ümmi Mektum antwortete: “Ich kann den Ezân hören, yâ Rasulallah.” Und der Gesandte Allâhs gab ihm die Antwort: “Dann komme zum Gebet!”, und erlaubte damit noch nicht einmal einem blinden Menschen das Fernbleiben vom Gebet in  Gemeinschaft.

Ich beende meine Hutbe mit einem sehr gewichtigen Hadîs-i Şerîf:

“Wer vierzig Tage lang beim ersten Tekbir des Imâms anwesend ist und sein Gebet in Gemeinschaft verrichtet, dem schenkt Allâh (c.c.) zwei Freisprüche (Berâat): Einmal von der Nifâk, also der Heuchelei (im Herzen) und einmal von der Cehennem, der Bestrafung Allâhs im nächsten Leben.”

 

 

Liebe Muslime,

 

kommende Woche Freitag begehen wir den Mi´rac Kandili, die Himmelsreise des Propheten. An diesem Abend werden wir hier in unserer Moschee ein Programm mit Kur´ân und Mevlüt-Rezitationen und Predigt haben. Ihr seid alle dazu herzlich eingeladen.

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