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09. Februar 2018 / 23. Cemaziyel-evvel 1439 - Takdir (Bestimmung) und tedbir (Umsicht)

Liebe Muslime!

 

In meiner Hutbe möchte ich heute über die Begriffe takdir und tedbir und ihre Bedeutung im Islam sprechen.

 

Wenn Allah Teâlâ von Ewigkeit her Zeit, Ort und Umstände künftiger Ereignisse plant und  voraussieht, nennt man das takdir, dh. Bestimmung. Wenn wir Menschen über Folge und Wirkung unserer Handlungen, guter wie schlechter, nachdenken und daraufhin unser Tun nach bestem Wissen und Gewissen zum Guten und Besseren wenden, nennt man das  tedbir, d.h. umsichtiges Handeln.

 

In den Dingen, die seiner Entscheidungsfreiheit und seinem Willen unterliegen, muss der Mensch abwägend und und mit tedbir, dass heißt umsichtig handeln. Cenâb-ı Hakk hat uns Menschen als Gabe Verstand, Vernunft und irâde-i cüziyye, den freien Willen, verliehen, und er ruft uns immer wieder dazu auf, davon Gebrauch zu machen.

Das verpflichtet uns, diese Eigenschaften, die uns von den anderen Geschöpfen unterscheiden, zu nutzen und somit in tedbir zu handeln. Tedbir heißt aber auch, islamische Werte und Regeln ernst zu nehmen und unser Tun daran zu messen, wieweit es diesen Werten und Regeln entspricht, um in der Folge ein aufrechtes und ehrliches muslimisches Leben zu führen. Tedbir heißt schließlich auch, in unseren Handlungen immerzu die Waage zwischen Furcht und Hoffnung zu halten und sie so zu gestalten, dass unser Tun gute und Allâh gefällige Früchte trägt. In einer wunderschönen bildlichen Formulierung bringt Rasûlullâh (s.a.v.) das auf den Punkt, wenn er sagt: “Erst binde dein Kamel an, dann vertraue auf Allah.” Das bedeutet für uns, dass wir jede unserer Handlungen auf Vernunft und gesunden Menschenverstand aufbauen müssen.

In der eingangs rezitierten âyet spricht Cenâb-ı Hakk vom tedbir, von der Umsicht von Yakup (a.s.), als er seine Söhne in die Stadt schickte um den Herrscher von Ägypten nach Getreide zu bitten: “Und er sagte: "O meine Söhne! Zieht nicht durch ein einziges Tor (in die Stadt) ein, sondern zieht durch verschiedene Tore ein. Doch gegen Allâh vermag ich euch nicht zu nützen. Die Entscheidung steht Allâh allein zu. Auf Ihn vertraue ich und auf Ihn sollen die Vertrauenden vertrauen.”

 

Verehrte Muslime!

Tedbir steht keineswegs dem takdir, der Bestimmung entgegen. Es ist eine Haltung die den islamischen Prinzipien entspricht . So heißt es in einem Hadîs-i Şerîf von Rasûlullâh (s.a.v.): „Es gibt nichts Klügeres als tedbir, als umsichtiges Handeln.“ Vorbildlich hat Rasûlullâh (s.a.v.) selber tedbir gezeigt, als er zum Beispiel bei seiner Auswanderung nach Medîne-i Münevvere zuerst in die entgegengesetze Richtung zog anstatt nach Norden, dann einen Aufenthalt in der Höhle Sevr einlegte und auf verlassenen Routen weiterzog.

 

Jeder von uns sollte darum nach Kraft und Vermögen tedbir walten lassen, wie es von uns erwartet wird, und dann erst die Folgen der takdir-i ilâhi, der Vorherbestimmung Allâhs, erwarten. Mit dieser Grundhaltung können und müssen wir versuchen, sowohl unsere geistigen Schätze, wie auch andere Werte zu bewahren, ob sie nun private Dinge oder den Glauben betreffen. Eine solche Vorgehensweise entspricht der Vernunft und der Klugheit in weit höherem Maße.

Wie schön sagt doch die türkische Redewendung: „Wer Fehler macht im tedbir, der redet sich gern heraus mit takdir!“

Vergessen wir darum nicht: Für tedbir sind wir Menschen, und für takdir ist Allâh zuständig.

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KRM - Pressemitteilungen

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Pressemitteilung zur Gründung einer Christlich-Muslimischen Friedensinitiative - CMFI   Christliche und muslimische Vereinigungen auf Bundesebene haben im März 2018 in Köln eine Christlich-Muslimische Friedensinitiative gegründet mit dem Ziel, ein Friedensnetzwerk der Religionen zu fördern. Einzige Voraussetzung für die Mitwirkung ist die Bereitschaft zu Dialog und Zusammenarbeit.

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