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13. Juli 2018 / 29. Schawwal 1439 - Islamisch-religiöses Wissen erwerben

Verehrte Muslime,

            in meiner Hutbe spreche ich heute über den Wert das religiöse Wissen des Islam, also die islamische Lehre zu erlernen und zu lehren.

Der Islam mißt der Aneignung von Wissen einen sehr hohen Stellenwert bei und fördert vor allem den Erwerb von Wissen über den Islam selbst. Rasûlullâh (s.a.v.) hat zum Beispiel die Eshab-ı Suffe selbst unterrichtet und sie als islamische Gelehrte, als Ulemâ zu Völkern und Stämmen geschickt, die zu Muslimen geworden waren. Damit hat Er in jenen Regionen vorbildlich das Interesse für mehr Wissen über den Islam gedeckt. In dieser Tradition haben sich die wahrhaftigen Ulema als “Erben” Rasûlullâhs (s.a.v.), tagein tagaus verausgabt, um den Muslimen die Möglichkeit zu bieten, den Islam zu erlernen, es zu leben und es anderen beizubringen.

 

Cenab-ı Hakk, die absolute Wahrheit, spricht in der neunten Âyet der Sûre Zümer über den Wert der Ulemâ und damit auch über den Wert von Ilm, vom Wissen: “(Oh mein geliebter Gesandter) sprich: Sind solche, die wissen und solche die, nicht wissen gleich?” Der Gesandte Allahs (s.a.v.), spricht in einem Hadîs-i Şerîf Folgendes: "Die Welt und alles darin sind wertlos, davon ausgenommen ist die Zikr, das heißt das Gedenken an Allâh und alles sonst was einen Allâh näherbringt, darüber hinaus der Âlim, der Gelehrte, der (islamisches) Wissen vermittelt und der Schüler, der es erlernt."

 

            Die größte Ehre und die größte Gabe auf dieser Welt ist zweifellos Wissen über den Islam zu erlernen und das erlangte Wissen weiterzugeben. Kein anderer Wissenszweig ist der islamischen Lehre an Wert ebenbürtig. Denn nur mit der Weitergabe der islamischen Lehre ist auch der Fortbestand des Islams gesichert. Jede, der sich dieses Wissen angeeignet hat, muß sich anstrengen um dieses Wissen zu bewahren und auszubauen. Zuallererst hat ein jeder von ihnen die Aufgabe sein Wissen in die Tat umzusetzen, es tagtäglich zu praktizieren. Für den Muslim steht Ilm zwar an vorderster Stelle, aber wenn sie nicht praktiziert wird, gereicht sie zum Nachteil und kann in der Âhiret Beweismittel gegen den Muslim sein. Der große Gelehrte Hazret Ebu’l Faruk Silistrevî (k.s.) hat dazu folgende Anmerkung gemacht: “Eines sollte man sich vergegenwärtigen, Ilm (also islamisches Wissen) ist notwendig für Amel (für die tagtägliche Praxis). Ilm ohne Amel ist nutzloses Wissen und daher schlimmstes und größtes Unheil für den Menschen. Solches Wissen wird in der Âhiret (im Jenseits) Zeugnis gegen seinen Besitzer ablegen. Deswegen hat unser Stolz und der Stolz der Welt Rasûlullâh (s.a.v.) bei Allâh Teâlâ Zuflucht vor nutzlosem Wissen gesucht.”

Es ist sehr wichtig sowohl das Studium der religiösen Wissenschaften des Islâm als auch die tagtägliche Praxis immer mit Ihlâs, mit  Hingabe und Aufrichtigkeit zu verrichten. So wie Wissen ohne Verwirklichung durch Tat nutzlos bleibt, so bringen auch Gebete seinem Besitzer keinen Nutzen, wenn sie ohne Ihlâs, ohne Aufrichtigkeit verrichtet werden. Nur Werke, die mit Ihlâs und zum Wohlgefallen Allahs verrichtet werden, haben Wert bei Allâh. Ihlâs, so wie von Allâh und Seinem Gesandten gewünscht und beschrieben, kann allein nur durch Spiritualität und dem Zikr im Herzen des Menschen entstehen. Hierzu spricht Rasulullah (s.a.v.): “Mit Ilm erlangt man das Wohlgefallen von Allâh Azze ve Celle. Wer dieses Wissen erwirbt um damit weltliche Güter zu erlangen, wird in der Âhiret nicht einmal den Geruch der Cennet wahrnehmen können.”

 

Liebe Brüder im Islam,

            im folgenden Hadîs-i Şerîf erläutert Rasûlullâh (s.a.v.) den Wert eines Menschen, der sich mit der islamischen Lehre beschäftigt, mit diesen Worten: "Wer sich auf einen Weg begibt um Ilm zu erwerben, dem erleichtert Allâh Teâlâ den Weg zur Cennet. Und die Engel sind wahrlich so in Freude über diese Tat, dass sie ihre Flügel über den Lernenden ausbreiten. Alle Geschöpfe in den Himmeln und auf Erden, sogar die Fische im Wasser bitten für diesen um Vergebung bei Allâh. Die Überlegenheit eines Âlim, eines Gelehrten gegenüber jemandem, der sich nur mit Ibâdet, mit Gebeten beschäftigt, ist vergleichbar mit dem Glanz des Mondes gegenüber dem Leuchten der Sterne. Die Ulemâ, die Gelehrten sind die Erben der Gesandten Allâhs. Denn die Gesandten haben weder Gold- noch Silberstücke hinterlassen. Ihr Nachlaß ist Ilm, das Wissen. Wer dieses Erbe annimmt, hat wahrlich einen großen Anteil angenommen.”

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