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19. Januar 2018 / 02. Cemaziyel-evvel 1439 - Wertigkeit im Islam geht nur über Takvâ

Verehrte Muslime!

 

Unsere heutige Hutbe handelt von der Wertigkeit des Menschen im Islam durch Takva, durch Ehrfurcht.

Der Mensch ist etwas Besonderes, er stellt mit seinem Dasein den Kern der Schöpfung dar. Daher ist es wichtig den Menschen nicht auf sein Äußeres zu begrenzen, das heißt ihn nicht allein mit seinem materiellen Dasein versuchen zu verstehen. Eine Bestimmung des Menschen rein von seiner Rasse, seiner Hautfarbe, seines Wohlstandes oder seiner familiären Abstammung her ist eine starke Einengung und wird ihm in keinster Weise gerecht. Seinen eigentlichen Wert hat ihm Allâh Teâlâ beigemessen und den Maßstab dazu in folgender Âyet-i Kerîme offenbart: “O ihr Menschen, WIR haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander kennen möget. Vor Allâh ist von euch der Angesehenste, welcher die meiste Takva (die meiste Ehrfurcht vor Allâh) hat...” [Hucurat 13]

Der Islam verbietet dem Starken den Schwachen zu tyrannisieren, dem Reichen den Armen zu drangsalieren und Leuten von hohem Rang anderen gegenüber hochmütig zu sein und Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder Rasse als minderwertig anzusehen.

Rasûlullâh (s.a.v.) spricht in seiner Abschiedshutbe die folgenden Worte:

O ihr Menschen! Euer Rabb ist EINER, auch euer Stammvater ist einer. Ihr alle seid die Kinder Adems und Adem ist erschaffen worden aus Erde. Vor Allâh ist von euch der Angesehenste, welcher in Takva (in Ehrfurcht vor Allâh) am weitesten ist. Der Araber ist keineswegs einem Fremden höhergestellt. Eine höhere Stellung geht nur über Takvâ.

Rasûlullâh, der Edelste aller Welten hat diese seine Worte nicht einfach so belassen, sondern sie in bester Art und Weise vorgelebt. “Selman ist einer von uns, er gehört zur Ehl-i Beyt (zu meiner Familie)”. Dies sind seine Worte über Selman-ı Farisî, dem Perser, der weite Wege gegangen und alle möglichen Anstrengungen, auch die Bürde der Sklaverei auf sich genommen hat, um nach Medina in die Gesellschaft Rasûlullâhs (s.a.v.) zu gelangen.

 

Liebe Muslime,

 

kein Mensch hat die Möglichkeit selbst zu entscheiden über Vater und Mutter und über Rasse und Hautfarbe. Dies ist außerhalb seines Wirkungsbereiches und daher kein Grund um daraus Wertigkeit zu schöpfen oder deswegen getadelt zu werden.

Die Geschichte um ein Mißverständnis zwischen Bilal el-Habeşi und Ebû Zerr el-Gıfârî (Radiyallâhu anhumâ) in der Asr-ı saadet, der Ära des Glückes, zu Lebzeiten unseres Propheten, ist sehr bedeutungsvoll für uns Muslime.

 

Der ehrenvolle Bilal, der Abessinier, der dunkelhäutige Sklave, gehörte zu den großen der Ashâb-ı Kirâm und war gleichzeitig der Müezzin von Rasûlullâh (s.a.v.). In einem Gespräch mit dem großen Ebû Zerr-i Gıfârî (r.a.) entzweiten sie sich in einem Punkt, hatten eine jeweils andere Meinung. Im Eifer des Gefechtes entsprang Hazret-i Ebû Zerr die Formulierung: “Du verstehst nichts von diesen Dingen, o Sohn einer schwarzen Frau.” Gesenkten Hauptes ging Bilal-i Habeşi davon und erzählte dies dem Gesandten Allâhs (s.a.v.) und ergänzte: „Yâ Rasûlallâh, muß auch nach dem Übertritt zum Islam uns unsere Rasse vorgehalten werden?“

Der Gesandte Allâhs (s.a.v.) rief daraufhin Ebû Zerr- el-Gıfârî zu sich, wiederholte in dessen Gegenwart die Worte Bilâls (r.a.) und sprach: “Hast Du das gesagt?” Hazret-i Ebû Zerr schämte sich dermaßen, dass er dem Gesandten Allâhs nicht antworten konnte. Rasûlullâh (s.a.v.) sprach daraufhin:

“Du bist ein Mensch, der immer noch den Geruch der Ignoranz, der Cahiliyye, in sich trägt. Siehe, solange du nicht an Wert gewinnst durch Takva, wirst du niemals besser sein als ein hellhäutiger oder ein dunkelhäutiger Mensch.” Hazret-i Ebû Zerr war sehr betrübt und schämte sich nach diesen Worten Rasûlullâhs (s.a.v.) noch mehr. Sofort machte er sich auf den Weg zum Haus von Hazret-i Bilâl el-Habeşi, legte sein Gesicht vor die Tür und sprach: “Oh Bilâl, solange dein gesegneter Fuß nicht auf das Gesicht dieses üblen und groben Ebû Zerr tritt, werde ich mein Haupt nicht von deiner Tür bewegen.”  

Hazret-i Bilâl war sehr angetan von der Art und Aufrichtigkeit von Ebû Zerr und sagte: “Steh auf, o mein Bruder, steh auf. Dieses Gesicht verdient es geküßt und nicht darauf getreten zu werden. Ich vergebe dir.” Er hob ihn hoch und küßte ihn auf seine Augen. Und in dieser Sekunde hatten beide in ihren Herzen nur noch Zuneigung und Freundschaft füreinander übrig. 

Beenden wir unsere Hutbe mit einem Hadîs-i Şerif, der uns einen kleinen Eindruck gibt, was bei Allâh wirklich wichtig ist: „Allâh (c.c.) achtet nicht auf euer Aussehen oder auf eure Besitztümer, Er achtet nur auf eure Herzen und eure Taten.“

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KRM - Pressemitteilungen

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Pressemitteilung zur Gründung einer Christlich-Muslimischen Friedensinitiative - CMFI   Christliche und muslimische Vereinigungen auf Bundesebene haben im März 2018 in Köln eine Christlich-Muslimische Friedensinitiative gegründet mit dem Ziel, ein Friedensnetzwerk der Religionen zu fördern. Einzige Voraussetzung für die Mitwirkung ist die Bereitschaft zu Dialog und Zusammenarbeit.

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