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20. Juli 2018 / 07. Zilkade 1439 - Zuneigung für jene, die Allâh liebt

Liebe Muslime,

in meiner Hutbe spreche ich heute über die Liebe zu jenen Menschen, die die Liebe Allâh Teâlâs erfahren haben.

Als Rasûlullâh (s.a.v) anfing die erhabene Religion des Islam zu verkünden, beschuldigten ihn die Polytheisten in Mekka, an erster Stelle sein eigener Onkel Ebû Leheb und manche der einflußreichsten Personen der Stadt, der Lüge und bedrängten ihn ständig mit immer neuen Drohungen und sogar Verfolgungen, seiner Sache abzuschwören. All das, obwohl sie ihn seit seiner Kindheit kannten, seinen Chrarakter schätzen gelernt hatten und seine absolute Vertrauenswürdigkeit immer wieder betonten. Aber Rasül-i Zişan (s.a.v.) begegnete dem Leid und den Nachstellungen durch die Mekkaner mit Geduld und Standhaftigkeit, gab sich die größtmögliche Mühe damit diese zu Îmân, zum Glauben fanden und hat niemals ihr Verderben gewünscht – so wie wir alle es von den Ereignissen in der Stadt Tâif kennen.

Gleichzeitig öffnete Cenâb-ı Hakk die Herzen vieler Menschen gegenüber dem Islâm, allen voran unsere ehrenvolle Mutter Hazret Hadidsche, dann Hazret Ebu Bekir, Hazret Ali, Hazret Bilal (radiyallâhü anhüm ecmeîn) und bescherte sie mit der Hidâyet, der Rechtleitung. Aber die Feindschaft der Polytheisten gegenüber Rasûlullâh und seinen Gefährten wurde schlimmer und die Muslime litten unter den Verfolgungen und der daraus entstehenden Not. Nur der Trost durch die Âyets, die Allâh herabsandte, konnte Seinem Gesandten Kraft und Wegweisung verleihen. Mal gebot Allâh standhaft zu sein und geduldig zu sein und mal sich gezielt zu wehren. Aber immerzu war die Botschaft klar: Dass der Islâm in naher Zukunft obsiegen wird. Und so geschah es dann auch. Nach langen Jahren der Unterdrückung in Mekka und Verteidigung in Medina, war es Rasûlullâh (s.a.v.) mit Hilfe Allâhs gelungen mit zehntausend Soldaten ohne Blutvergießen in Mekka einzuziehen. Dies war für die Muslime eine Befreiung und ein grandioser Sieg zugleich. Jedoch kurze Zeit später folgte der Abschied Rasulullahs (s.a.v.) von dieser Welt.

In dieser nur 23 Jahre währenden Asr-ı Seâdet, der Ära des Glücks, ist der Grundstein für die Dienste des Islâm bis zur Kıyâmet gelegt worden. Rasûlullâh (s.a.v.) hat mit der Erlaubnis und Hilfe von Allâh, Azze ve Dschelle, durch die Ausbildung der Ashâb el-Kirâm zu Gelehrten, den Grundstein für den Weg des Ilm, des Wissens und gleichzeitig durch die Erziehung der Ashâb-ı Suffe den Grundstein für den Weg der Spiritualität, der Maneviyat, gelegt. So konnten die Lehre des Islams und die Nûr-i Ilâhî, das göttliche Licht, bis heute fortdauern und ihren Weg in die Herzen der Menschen finden. In all den Jahrhunderten haben sich unsere Ulemâ und Evliyâ unter größtmöglichen Entbehrungen für die Hizmet-i Islam, dem Dienst des Islams, sprichwörtlich aufgeopfert – so wie Rasûlullâh (s.a.v.) selbst. Sie schafften dies einzig und allein mit der aufrichtigen Hingabe an die Sünnet-i Seniyye von Rasûlullâh und mit unermüdlichem Fleiß. 

Daher gehört es für uns Muslime zu unseren wichtigsten Aufgaben, diese Ulemâ und Evliyâ, diese Gelehrten und Gottesfreunde, die die Lehre des Islam und das göttliche Licht von Generationen zu Generationen weitergegeben haben, zu respektieren, zu lieben, zu ehren, ihres zu gedenken und mit Herz und Seele mit ihnen zu sein.

Diese Muhabbet, diese Liebe zu den Ulemâ und Evliyâ ist derart wichtig, dass Rasül-i Ekrem (s.a.v.) in einem Hadis-i Şerif dazu kurz und prägnant Folgendes formuliert hat: “Der Mensch ist mit dem zusammen, den er liebt”. Wer jemanden liebt und ihm folgt, wird auch später mit ihm zusammen sein.

Hierzu heißt es in der Sûre el-İsrâ: “An jenem Tag werden Wir eine jede Gruppe von Menschen mit ihren Imamen, ihren Führern, vorladen.”[1]

Und gerade aus diesem Grunde verkündet Cenab-ı Hakk in vielen Âyet-i Kerîmes mit welcher Art von Menschen man verkehren sollte. Zum Beispiel heißt es in der Sûre et-Tevbe: “O die ihr den Îmân verinnerlicht habt, praktiziert Ehrfurcht vor Allah und seid mit den Sâdikun, den Aufrichtigen (zusammen).”[2] In den Tefsîrwerken zu dieser Âyet-i Kerime steht die folgende Erläuterung: “Mit eurem Îmân, mit eurem Ehrenwort oder auch mit eurem Islâm seid immerzu mit den Sâdikûn, mit den Aufrichtigen, entfernt euch ja nicht von ihrer Gesellschaft und sucht ihre Freundschaft. Seid wie sie, aufrecht in eurem Wesen, aufrecht in eurem Wort und aufrecht in eurem Werk! Folgt ihnen!”



[1] Sure el-Isra, 71

[2] Sure et-Tauba, 119

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