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25. Mai 2018 / 10. Ramadan 1439 - Die Werschätzung des Ramazan

Liebe Muslime,

 

Heute in meiner Hutbe möchte ich mit euch zusammen eine Bewertung des Ramazan-ı Şerif machen. Was erwartet der Ramazan von uns und wo stehen wir?

Im Leben gibt es manchmal Gelegenheiten, die man unbedingt wahrnehmen sollte. Dazu gehört ohne Zweifel der Monat Ramazan. Sind wir in der Lage, von diesem Monat wirklich großen Nutzen zu ziehen? Von einem Monat, der uns die Möglichkeit bietet, mit ganz wenig Aufwand viel Gewinn einzufahren und viele gute Werke ins Jenseits vorauszuschicken. Hierzu heißt es in der Sûre-el-Haschr in Âyet 18:

„O Ihr, die ihr den Iman verinnerlicht habt! Fürchtet Allah! Und eine jede Seele schaue nach dem, was sie für morgen vorausschickt! Und fürchtet Allah! Gewiss, Allah ist dessen allkundig, was ihr tut.“

Und Rasûlullâh (s.a.v.) spricht in einem Hadis-i Şerif: “Bevor fünf Dinge eintreten mache dir den Wert von fünf Dingen bewußt! Schätze das Leben vor dem Tode, die Gesundheit vor der Krankheit, die freie Zeit vor der unfreien, die Jugend vor dem Alter, den Wohlstand vor der Armut.”

Um diese großen Ziele zu erreichen, liebe Muslime, ist die Hingabe und die Anstrengung während des Monats Ramazan eine der wichtigsten Mittel überhaupt.

Es ist doch schon für alle von uns unerläßlich mal darüber nachzudenken, wo wir stehen und ob wir etwas tun oder nicht, um vom Ramazan zu profitieren. Lasst uns das mal gemeinsam machen:

Der Monat Ramazan, zum Beispiel, bekommt seine Bedeutung unter anderem vom Kur’an-ı Kerim. Denn so spricht Cenab-ı Hakk: “Der Monat Ramazan ist es,  in dem der Kur’an herabgesandt wurde...[1]

Schaffen wir es, in diesem Monat einen Hatim zu vollbringen, also den Kur’ân vollständig durchzulesen? Nehmen wir an den Mukabele-Lesungen in unserer Moschee teil? Versuchen wir, diejenigen unter uns, die den Kur’ân nicht lesen können, es zu erlernen? Schaffen wir es unsere Kinder in den Ferien und Wochenenden in die Moschee zu schicken, damit wenigstens sie unseren ehrenvollen Kur’ân lesen lernen können?

Rasûlullâh (s.a.v.) kündet davon, dass im Monat Ramazan man für eine Nâfile-Ibâdet den Lohn einer Farz-Ibâdet bekommt und für Farz-Handlungen den Lohn von 70 normalen Farz-Ibâdât. Wie ist es denn nun mit unserem Fasten? Fasten wir schon oder verbringen wir die Tage noch in Hunger und Durst? Schaffen wir es unsere täglichen fünf Gebete und unser Freitagsgebet regelmäßig zu verrichten oder nur wenn es uns gerade mal einfällt? Wie ist unsere Beziehung mit dem Terâvîh-Gebet in diesem so wichtigen Monat Ramazan?

Haben wir uns bewußt gemacht, dass wir eines Tages gefragt werden, ob und wie wir unsere Zekât entrichtet haben? Diese Ibâdet, die im Kurân an mehr als achtzig Stellen Erwähnung findet. Vergessen wir nicht, dass wir über jeden einzelnen Cent von der Zekât, der in unseren Geldbörsen verbleibt, Rechenschaft ablegen werden.

Im Ramazan-ı Şerif gibt es ja noch die pro Kopf zu entrichtende Sadaka-i Fitr. Eine wichtige andere persönliche und gesellschaftliche Ibâdet. Haben wir schon dafür gesorgt, dass diese Sadaka-i Fitr ihre Empfänger gefunden hat oder warten wir noch, wie jedes Jahr, auf die letzten Minuten des Ramazan?  

“Die Religion (ist gleich) aufrichtigem Rat.” In dieser Aussage gewichtet Rasûlullâh (s.a.v.) die Predigten in der Moschee sehr stark. Schaffen wir es in diesen so wertvollen Tagen etwas früher in die Moschee zu kommen und dem Hodscha bei seinem Vortrag zuzuhören oder verschieben wir das wieder einmal auf später?

Haben wir uns schon mit unseren alltäglichen Fehlern und Sünden beschäftigt und angefangen uns der Reue, der Tevbe hinzugeben? Oder sagen wir uns immer noch “Ich mach das im nächsten oder übernächsten Ramazan” und betrügen damit uns selbst?

“Wer einem Fastenden den Iftar ermöglicht, erwirbt so viel Lohn als hätte er einem Sklaven die Freiheit geschenkt.” So spricht der Gesandte Allâhs (s.a.v.), der ehrenvollste der Schöpfung. Haben wir anderen Menschen den Iftar ermöglicht? Wir haben mehr als genug, Allâh sei dank, aber was ist mit all den Menschen auf dieser Welt, die noch nicht mal ein Stück Brot finden können, um ihren Hunger zu stillen oder ganz besonders mit den mittellosen Studierenden des Kur’ân? Denken wir manchmal an die Waisen und armen Kinder auf dieser Welt?

Unsere Nefs, unsere niedere Triebseele suggeriert uns jetzt schon, das Heft des Ibadat mit dem Ende des Ramazan zu schließen. Genau jetzt sollten wir nicht vergessen, dass die Beziehung zu Allâh das ganze Jahr über gepflegt werden muß und nicht nur allein im Ramazan. Haben wir zum Beispiel auch schon daran gedacht, wie und wann wir unseren Hadsch vollziehen oder uns auf das Opferfest vorzubereiten.

Beenden wir unsere Hutbe mit einem Ausspruch des Kalifen Hazret Ömer (r.a.): “Zieht euch selbst zur Rechenschaft, bevor ihr (eines Tages) zur Rechenschaft gezogen werdet! Wiegt eure Amel, eure Taten und Werke ab, noch bevor sie abgewogen werden. Rechenschaft gegenüber euch selbst heute, ist um ein vielfaches leichter als die Rechenschaft, die ihr in der Âhiret, im Jenseits abzulegen habt.



[1] Al-Bakara, 185

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KRM - Pressemitteilungen

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Pressemitteilung zur Gründung einer Christlich-Muslimischen Friedensinitiative - CMFI   Christliche und muslimische Vereinigungen auf Bundesebene haben im März 2018 in Köln eine Christlich-Muslimische Friedensinitiative gegründet mit dem Ziel, ein Friedensnetzwerk der Religionen zu fördern. Einzige Voraussetzung für die Mitwirkung ist die Bereitschaft zu Dialog und Zusammenarbeit.

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