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27. April 2018 / 11. Schaban 1439 - Die Nacht der Barā’a (Befreiung, Vergebung)

Verehrte Muslime,

 

eine der von Allâh Teâlâ erschaffenen außergewöhnlichen Zeiten ist ohne Zweifel die Leylet-ul‘berâ-a oder die Nacht der Befreiung. Nach islamischer Zeitrechnung begehen wir diesen besonderen Abend am 15. (fünfzehnten) des Mondmonats Schaban. Dieses Jahr trifft es auf den kommenden Montagabend, den 30. (dreißigsten) April.

 

Die Nacht der Befreiung ist eine sehr ehrwürdige Nacht, in welcher der Kurân-ı Kerîm von der Levh-i Mahfuz in die irdische Sphäre eingebracht wurde.

In der am Anfang meiner Hutbe vorgetragenen Âyet-i Kerîme heißt es: „Hâ- mîm. Bei dem deutlichen Buch, (das offen verkündet, was haram und helal ist und all die anderen Bestimmungen). In der Tat, Wir haben es in einer gesegneten Nacht herabgesandt. Wahrlich, Wir haben (die Menschen damit) gewarnt. In (dieser Nacht) wird jede weise Angelegenheit entschieden – gemäß eines Befehls von Unserer Seite…“

 

Verehrte Muslime,

 

diese ehrwürdige Nacht hat fünf wichtige Besonderheiten:

1. In dieser Nacht beginnt die Niederschrift der Ereignisse für das folgende Jahr; diese Niederschrift dauert an bis zur Kadir Nacht, der Nacht der Bestimmung am Ende des Monats Ramadan.

2. Der Wert von Gebeten und anderen Ibâdât in dieser Nacht ist viel höher als an anderen Tagen. Hazret Ayşe (r.a.) erzählt folgendes: In der Berâet-Nacht fragte mich Rasûlullâh (s.a.v.): „Gestattest du mir, in dieser Nacht Ibâdet zu machen?” Ich antwortete ihm: “Bei meinem Vater und meiner Mutter! Natürlich, Ya Rasûlallâh!” Er tauchte dann tief ein in seinem Gebet und sprach während der Sedschde folgende Duâ: “Oh Allah! Ich suche Zuflucht in Deiner Vergebung vor Deiner Strafe. Ich suche Zuflucht in Deinem Wohlgefallen vor Deinem Zorn. Ich suche Zuflucht bei Dir vor Dir. Ich kann Dich nicht genug hochloben. Kein Lob wird Deinem Wesen gerecht. ”

3. Allâh Teâlâ begegnet mit Rahma, also segnet in dieser Nacht mehr Menschen, als die Anzahl der Haare der Schafe vom Stamme der „Benū Kelb“.

4. In dieser Nacht vollzieht sich die Vergebung Allâhs.

5. Rasûlullâh (s.a.v.) erhielt in dieser Nacht die Erlaubnis zur Schefa‘at, also die Fürsprache für seine ganze Umma.

Ein anderes wichtiges Ereignis dieser Nacht ist die Änderung der Kıble, der Gebetsrichtung von Quds/Jerusalem zur Mescid-i Haram in Mekke.

 

Liebe Brüder im Islâm,

 

in dieser Berâet-Nacht sollte ein Muslim viel Nâfile-Gebete, also freiwillige rituelle Gebete verrichten, viel Tevbe und Istighfar machen, aus dem Kuran-ı Kerim lesen und anderen Muslimen zum Kandilabend gratulieren. Darüber hinaus gibt es für diese Nacht einen HAYIR NAMAZ mit 100 (Einhundert) Rek‘ats. Große islamische Gelehrte haben dazu gesagt, wer die Zeit findet und es schafft dieses Gebet zu verrichten und im folgenden Jahr sterben sollte, wird als Schehid gestorben sein. Hierzu spricht Rasûlullâh (s.a.v.):

„Verbringt die Nacht vor dem 15. Şaban mit Ibâdât. Fastet tagsüber. Denn mit dem Sonnenuntergang fragt Allâh in dieser Nacht: ‚Gibt es keinen, der um Vergebung bittet, damit ich ihm vergebe? Gibt es keinen, der um Speise bittet, damit ich ihn speise? Gibt es keinen Kranken, damit Ich ihm Heilung gebe? Gibt es keinen der einen Wunsch hat, damit Ich ihn erfülle?‘ Und dies dauert bis zum Morgengrauen an.”

 

In diesem Sinne, liebe Muslime, lade ich euch alle am kommenden Montagabend zu unserem Kandilprogramm ein. Beginn ist um 20.00 Uhr.

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