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Ilm/Islamisches Wissen erwerben - 28. Juni 2019/25. Schawwal 1440

Verehrte Muslime,

            in meiner heutigen Hutbe spreche ich über den Wert der religiösen islamischen Wissenschaften, also über die Lehre des Islam, sie zu erlernen und später weiterzugeben.

Der Islam mißt der Aneignung von Wissen einen sehr hohen Stellenwert bei und fördert vor allem den Erwerb von Wissen über den Islam. Rasûlullâh (s.a.w.) hat zum Beispiel die Eshab-ı Suffe selbst unterrichtet und sie als islamische Gelehrte, als Ulemâ zu Völkern und Stämmen geschickt, die zu Muslimen geworden waren. Damit hat er in jenen Regionen vorbildlich das Interesse für mehr Wissen über den Islam gedeckt. In dieser Tradition haben sich die “Erben” Rasûlullâhs (s.a.w.), also die Ulemâ, die Gelehrten des Islam tagein tagaus verausgabt, um den Ehl-i Îmân, also den Muslimen zu ermöglichen, den Islam zu erlernen, ihn zu leben und ihn anderen beizubringen.

 

Dschenab-ı Hakk spricht in der Âyet 9 der Sûre Zümer über den Wert der Ulemâ und damit auch über den Wert von Ilm: “Sprich (oh mein Gesandter): "Sind solche, die wissen, denen gleich, die nicht wissen?” Rasûlullâh (s.a.w.) spricht in einem Hadîs-i Scherîf Folgendes: "Die Welt und alles darin ist wertlos, davon ausgenommen ist die Ziir, das Gedenken an Allâh und alles sonst was einen Allâh näherbringt, darüber hinaus der Âlim, der Gelehrte, der (islamisches) Wissen vermittelt und der Schüler, der es erlernt."

 

            Die größte Ehre auf dieser Welt und dazu die größte Gabe Allâhs ist zweifellos Wissen über den Islam zu erlernen und das erlangte Wissen später weiterzugeben. Kein anderer Wissenszweig ist der islamischen Lehre an Wert ebenbürtig. Denn nur mit der Weitergabe der islamischen Lehre ist auch der Fortbestand des Islams gesichert. Jeder Schüler und jeder Âlim, der sich dieses Wissen angeeignet hat, muß sich anstrengen, um dieses Wissen zu bewahren und auszubauen. Zuallererst hat ein jeder Muslim die Aufgabe das erlangte Wissen, sprich seine Ilm tagtäglich zu praktizieren. Für den Muslim steht Ilm zwar an vorderster Stelle, aber wenn sie nicht praktiziert wird, gereicht sie zum Nachteil und kann in der Âhiret, also im nächsten Leben Beweismittel gegen den Muslim sein. Der große Gelehrte Ebul Faruk Silistrevî (k.s.) hat dazu folgende Anmerkung gemacht: “Eines sollte man sich vergegenwärtigen: Ilm (islamisch religiöses Wissen) ist notwendig für Amel (für die tagtägliche Praxis). Ilm ohne Amel hingegen ist nutzloses Wissen und daher schlimmstes und größtes Unheil für den Menschen. Solches Wissen wird in der Âhiret Zeugnis gegen seinen Besitzer ablegen. Deswegen hat Rasûlullâh (s.a.w.) Allâh Teâlâ um Schutz vor nutzlosem Wissen gebeten.”

Es ist sehr wichtig sowohl das Studium der islamischen religiösen Wissenschaften als auch die Amel, die tagtägliche Praxis immer mit Ihlâs, Aufrichtigkeit und Hingabe zu machen. So wie Ilm ohne Amel keinen Nutzen hat, bringen auch Ibâdât dem Menschen keinen Nutzen, wenn sie ohne Ihlâs verrichtet werden. Nur Taten mit Ihlâs, mit Aufrichtigkeit und Hingabe haben Wert bei Allâh. Und Ihlâs, so wie von Allâh und Seinem Gesandten gewünscht und beschrieben, kann allein nur durch Mâneviyât, das heisst Spiritualität und dem Zikr im Herzen des Menschen entstehen. Hierzu spricht Resûlullâh (s.a.w.): “Mit Ilm erlangt man das Wohlgefallen von Allâh Azze ve Dschelle. Wer aber diese Ilm erwirbt, um damit weltliche Güter zu erlangen, wird in der Âhiret nicht einmal den Geruch der Dschennet wahrnehmen können.”

 

Liebe Muslime,

            im folgenden Hadîs-i Scherîf erläutert Rasûlullâh (s.a.w.) den Wert eines Menschen, der sich mit der islamischen Lehre beschäftigt, mit diesen Worten: "Wer sich auf einen Weg begibt um Ilm zu erwerben, dem erleichtert Allâh Teâlâ den Weg zur Dschennet. Und die Engel sind wahrlich so in Freude über diese Tat, dass sie ihre Flügel über den Lernenden ausbreiten. Alle Geschöpfe in den Himmeln und auf der Erde, sogar die Fische im Wasser bitten für den Âlim (also den islamischen Gelehrten) um Mağfiret, um Vergebung bei Allâh. Die Überlegenheit eines Âlim gegenüber jemandem, der sich nur mit Ibâdet, mit Gebeten beschäftigt, ist vergleichbar mit dem Glanz des Mondes gegenüber dem Leuchten der Sterne. Die Ulemâ sind die Erben der Gesandten Allâhs. Denn die Gesandten haben weder Gold- noch Silberstücke hinterlassen. Ihr Nachlaß ist allein Ilm, also das Wissen das zu Allâh führt. Wer dieses Erbe annimmt, hat wahrlich einen großen Anteil angenommen.”     

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