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Islamisch-rechtliche Grundlagen des Kurban (Opferung) 08. Zilhicce 1440 (09. August 2019)

 

Geschätzte Muslime!

Die Wurzel des Wortes Kurban bedeutet wörtlich übersetzt “nahe sein”, “näher kommen”. Nach islamischem Verständnis ist der Kurban die Opferung bestimmter Tiere zu bestimmten Tagen, in der Absicht, die Rıza’i Ilâhî, das Wohlwollen und die Nähe Allâhs zu erlangen. Hierbei handelt es sich also um eine Mâl-î İbâdet, eine Form der Anbetung Allâhs, die eine Geldaufwendung erforderlich macht. Der Kurban ist nicht einfach eine Tradition, sondern er ist vielmehr eine Ibadet, die auf dem Kur´an-ı Kerim und auf der Sunna von Rasûlullâh (s.a.w.) beruht. Wie die Zekat ist auch er im zweiten Jahr der Hidschra zur Verpflichtung geworden. Nach der hanefitischen Rechtsschule ist es wadschib, das heißt eine wichtige Verpflichtung. Imam Malik und Imam Schafii sehen es als Sünnet-i Muekkede an. Sünnet-i Muekkede gehört zu den starken Gewohnheiten Resûlullâhs, die er regelmäßig gemacht und nur ausnahmsweise ausgesetzt hat.

Der Kurban ist eine wichtige Ibâdet. Um ihn gemäß der islamisch-rechtlichen Grundlagen zur vollsten Zufriedenheit zu vollführen, ist man als Muslim angehalten sich so gut wie möglich über diese Thematik zu informieren und sich dementsprechend zu verhalten.

 

Dschenâb-ı Hakk spricht in der Sûre el-Kevser in der zweiten Âyet “So verrichte das Gebet für Deinen Rabb (Allâh) und schlachte (ein Opfertier).”   In der Âyet-i Kerîme wird ausdrücklich die Befehlsform “wenhar!” verwendet, was “Opfere!” bedeutet. Hierzu spricht Rasûlullâh (s.a.w.) in einem Hadis-i Scherif: “Wer finanziell dazu imstande ist und trotzdem keinen Kurban vollbringt, der soll sich von unserer Gebetsstätte fernhalten.”

 

Kurban ist Pflicht für jeden Mann und jede Frau, die zurechnungsfähig, volljährig, an einem festen Orte ansässig und wohlhabend genug sind, um ein Opfertier erstehen zu können. Ein mittelloser Mensch zum Beispiel, der an einem der Kurban-Tage an ausreichend Geld für ein Opfertier kommt, muss das Opfer verrichten. Nach Imam Azam Ebu Hanife und seinem berühmten Schüler Imam Ebu Yusuf ist es noch nicht einmal erforderlich, volljährig und zurechnungsfähig sein, um als opferpflichtig zu gelten. Das heißt, die Eltern eines wohlhabenden Kindes sind verpflichtet für dieses Kind Kurban zu opfern.

 

Es hängt sehr von der Ihlas, der Hingabe eines Menschen ab, ob sein Opfer von Allâh Teâlâ angenommen wird und ob seine Taten und Werke Allâhs Wohlwollen finden. Wenn wir nicht um Hingabe bemüht sind, wird uns das Opfer in der Âhiret keinen Nutzen bringen. Allâh Teala spricht in der Âyet 37 (siebenunddreißig) der Sûre el-Hadsch über die Opfertiere: “Weder ihr Fleisch noch ihr Blut gelangt zu Allâh, sondern es ist die Takwâ (die Ehrfurcht vor Allâh) eurerseits, die  zu IHM gelangt.”

 

Verehrte Muslime!

 

Ich habe hier versucht, kurz und bündig zu erklären, was der Kurban ist. Die Aufgabe eines Mü´min, eines gläubigen Muslims ist es demnach Wege und Mittel zu suchen, um den Kurban zu vollbringen und nicht ihm aus dem Wege zu gehen. Denn der Kurban ist für unser maddi und manevî, also für unser materielles und geistig-spirituelles Leben von größter Bedeutung.

 

Die Evliyâullâh sind diesem Thema sehr sorgfältig nachgegangen und haben erklärt, dass man das Geheimnis der Ism-i Azam, also des erhabensten Namens Allahs nicht nur im Kur´an-ı Kerim, sondern auch in der Opferhandlung suchen muss. Sie haben viele Male auf die Wichtigkeit des Kurban hingewiesen und hervorgehoben, dass es für das folgende Jahr einen geistig-spirituellen Schutz für die Gesundheit und das Wohlergehen des Opfernden bedeutet. Notfalls sollte man sich Geld leihen, um das Opfer zu verrichten und die Summe in Jahresfrist zurückzahlen.

Wie glücklich sind die Menschen, die es verstehen, jene Liebe und Sorgfalt aufzubringen, die man braucht, um diese Kurban-Ibadet richtig zu vollziehen...

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KRM - Pressemitteilungen

MENSCHEN MACHEN HEIMAT/EN : TAG DER OFFENEN MOSCHEEN am 3. OKTOBER

Köln, 01.10.2019: Der Tag der offenen Moschee (TOM) am 3. Oktober steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Menschen machen Heimat/en“. Was ist „Heimat“? Ist sie nur der Ort, an dem wir unsere Kindheit und Jugend verbracht haben, wo unsere Familie, unsere Freunde leben? Für die einen ist Heimat das Land, aus dem die Eltern oder Großeltern stammen. Für andere ist Heimat überall dort, wo man sich zu Hause fühlt. Für manche ist Heimat eher spirituell und ein Ort, mit dem sie sich durch ihren Glauben verbunden fühlen.

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