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Pflichten eines Muslims gegenüber seinen Glaubensgeschwistern - 25. Oktober 2019/26. Safer 1441

Verehrte Muslime,

 

in meiner  heutigen Hutbe spreche ich über die Aufgaben und Rechte eines Muslims gegenüber anderen Muslimen.

Der Mensch lebt in Gesellschaft und trägt daher Verantwortung, nicht nur sich selbst gegenüber, sondern auch gegenüber Verwandten, Nachbarn, Freunden und anderen Menschen, mit denen er etwas zu tun hat. Insbesondere trägt er Verantwortung gegenüber den Schwestern und Brüdern im Islam. Wenn ein jeder Muslim seinen Pflichten gegenüber den Geschwistern im Islam nachkommt, finden sowohl er selbst als auch die Gesellschaft Ruhe, Ausgeglichenheit und Frieden.

Allâh Teâlâ spricht in der Sûre-i Hudschurât in Âyet 10 ungefähr folgendes:

“Wahrlich, die Mü'minûn, (die Gläubigen) sind Geschwister. So versöhnt eure Geschwister miteinander! Und praktiziert Ehrfurcht vor Allâh, damit ihr Barmherzigkeit erfährt.

Dafür aber muß der Mü’min, der praktizierende Muslim unter anderem die Fehler seines Bruders im Islam verzeihen können, für ihn Duâs sprechen, ihm gegenüber aufrichtig und treu sein.

Die erste Pflicht des Muslims gegenüber seinem muslimischen Bruder oder Schwester betrifft Besitz und Vermögen. Dies unterteilen wir in drei Stufen. Die unterste Stufe ist es, die Angelegenheit des Bruders so zu betrachten, als ob es seine eigene Angelegenheit ist und so ihm beiszustehen. In der mittleren Stufe sieht der Muslim keinen Unterschied zwichen sich selbst und dem Bruder, was sein eigenes Hab und Gut angeht. Die höchste Stufe in der islamischen Bruderschaft ist die Bevorzugung des Bruders gegenüber sich selbst, auch wenn man seine eigene Angelegenheit aufgeben muss, um die Angelegenheit des Bruders zum Erfolg zu verschaffen.  Dazu spricht Resûlullâh (s.a.w.): "Von zwei Menschen, die Freundschaft schließen, ist bei Allâh Teâlâ derjenige liebenswürdiger, welcher seinen Freund mit Sanftmut und Milde behandelt."

Die zweite Pflicht ist es, sich um die Probleme und Bedürfnisse des Bruders persönlich zu kümmern, diesem mit allem, was man hat, beizustehen und ihm zu helfen; ohne dass dieser um Hilfe fragen müsste.

Die dritte Pflicht verlangt von uns, einen Muslim nicht mit Sachen zu behelligen, die diesem nicht gefallen. Wer einen Freund ohne Fehler sucht wird keinen Freund finden. Der große Gelehrte İmâm Şâfiî rahimehullâh schreibt hierzu:

"Unter den Muslimen gibt es keinen Menschen, der einerseits Allâh gegenüber Hingebung praktiziert und andererseits keine Verfehlungen begeht. Auch gibt es keinen Muslim, der sich ständig Allâh widersetzt, aber auf der anderen Seite keine guten Werke verrichtet. Wessen Gehorsam zu Allâh seinem Widerwillen gegenüber Allâh übersteigt, der ist ein âdil, ein gerechter Mensch."

Solange man das, was man für sich gerne mag, nicht dem Bruder im Islam gönnt, ist man weit entfernt von Îmân-i Kâmil, dem vollkommenen Îmân. Jeder erwartet, dass seine Fehler und Mängel verziehen, seine kleinen Vergehen nicht beachtet und seine Geheimnisse bewahrt werden. Genau dies soll man als Muslim auch gegenüber anderen Muslimen praktizieren.

 Die vierte Pflicht ist es den muslimischen Bruder zu loben, wenn man an ihm eine gute Eigenschaft oder eine gute Tat sieht. Dabei sollte man aber nicht übertreiben, und dass sagen was der Realität entspricht. Die Aufforderung Resûlullâhs (s.a.w.) hierzu ist klar und deutlich: "Wenn einer von euch seinen Bruder im Islam mag, so soll er ihm dies kundtun." Denn dies führt zu mehr Harmonie zwischen den Menschen.

Die fünfte Pflicht des Muslims gegenüber seinen  Bruder im Islam ist Loyalität in der Freundschaft und Aufrichtigkeit in der Zuneigung. Das bedeutet, die Freundschaft soll so gehegt und gepflegt werden, dass sie bis zum Tode anhält. Auch soll nach dem Tode des Freundes diese Verbundenheit mit der Nähe zu dessen Kindern, Familie und Verwandten unter Beweis gestellt werden.

Der Gesandte Allâhs (s.a.w.) bewirtete eine ältere Frau, die zu Besuch gekommen war, ehrenvoll. Nach dem Grund für sein Verhalten gefragt, sprach er: "Sie kam uns auch besuchen, als Hadîdsche noch lebte."

Wie schön heißt es doch in einem türkischen Gedicht:

“Sizi bir aile efradı yaratmış yaradan,

Kaldırın ayrılık esbabını artık aradan.”

 

„Erschaffen hat der Schöpfer als Teil der Familie euch,

überwindet endlich alle Gründe, die teilen euch!“

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KRM - Pressemitteilungen

Zusammenstehen gegen Rassismus/ Spitzengespräch zwischen Koordinationsrat der Muslime und der EKD

Köln, 11.06.2020: Mit einem stillen Gebet für die Opfer von Rassismus und Hass ging heute das Spitzengespräch zwischen Vertreterinnen und Vertretern des Koordinationsrates der Muslime (KRM) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu Ende. Das Treffen fand aufgrund der Corona-Pandemie per Videokonferenz statt. Die jüngsten Proteste gegen Rassismus wurden als Teil einer größeren Anti-Rassismus-Debatte begrüßt, die dringend notwendig sei.

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