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Wertigkeit im Islam geht nur über Takwâ - 17. Januar 2020/22. Dschemaziyelewwel 1441

Verehrte Muslime!

Unsere heutige Hutbe handelt von der Wertigkeit des Menschen im Islam durch Takwa, durch Ehrfurcht.

 

Der Mensch ist etwas Besonderes. Er stellt mit seinem Dasein den Kern der Schöpfung dar. Daher ist es wichtig den Menschen nicht auf sein Äußeres zu begrenzen. Seinen Wert durch Rasse, Hautfarbe, Vermögen, Volkszugehörigkeit oder Abstammung zu bestimmen, ist ein großes Unrecht. Seinen eigentlichen Wert hat ihm Allâh Teâlâ beigemessen und den Maßstab dazu in folgender Âyet-i Kerîme offenbart: “O ihr Menschen, WIR haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander kennenlernt. Wahrlich, vor Allâh ist von euch der Angesehenste, welcher die meiste Takwa (die größte Ehrfurcht vor Allâh) hat...” [Hucurat 13]

 

Der Islam verbietet dem Starken den Schwachen zu tyrannisieren, dem Reichen den Armen zu drangsalieren und Leuten von hohem Rang anderen gegenüber hochmütig zu sein und Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder Rasse als minderwertig anzusehen.

Rasûlullâh (s.a.w.) spricht in seiner Abschiedshutbe die folgenden Worte:

O ihr Menschen! Euer Rabb ist EINER, auch euer Stammvater ist einer. Ihr alle seid die Kinder Adems und Adem ist erschaffen worden aus Erde. Vor Allâh ist von euch der Angesehenste, welcher in Takwa (in Ehrfurcht vor Allâh) am weitesten vorne ist. Der Araber ist keineswegs einem Fremden gegenüber höhergestellt. Eine höhere Stellung geht nur über Takwâ.

Rasûlullâh, der Edelste aller Welten hat diese seine Worte nicht einfach so belassen, sondern sie in bester Art und Weise vorgelebt. “Selman ist einer von uns, er gehört zur Ehl-i Beyt (zu meiner Familie)”, sagte Er über den Perser Selman, Selman el-Farisi, der voller Leidenschaft weite Wege gegangen und alle möglichen Anstrengungen, auch die Bürde der Sklaverei auf sich genommen hat, um nach Medina in die Gesellschaft Rasûlullâhs (s.a.w.) zu gelangen.

 

Liebe Muslime,

kein Mensch hat die Möglichkeit selbst zu entscheiden über Vater und Mutter, über Rasse und Hautfarbe. Dies ist außerhalb seines Wirkungsbereiches und daher darf es kein Grund sein, um daraus Wertigkeit zu schöpfen oder deswegen getadelt zu werden.

Ein Ereignis, das in der Asr-ı saadet, in der Ära der Glückseligkeit, also zu Lebzeiten unseres Propheten, zwischen Bilal el-Habeschi und Ebû Zerr el-Gifârî (Radiyallâhu anhumâ) stattgefunden hat, ist für uns Muslime sehr bedeutungsvoll.

 

Der ehrenvolle Bilal, der Abessinier, der dunkelhäutige Sklave, gehörte zu den großen der Ashâb-ı Kirâm und war gleichzeitig der Müezzin von Rasûlullâh (s.a.w.). Während eines Gesprächs mit dem großen Ebû Zer el-Gifârî (r.a.) entzweiten sich ihre Meinungen. Im Eifer des Gefechtes entsprang Hazret Ebû Zer die Formulierung: “Was verstehst du schon von diesen Dingen, du Sohn der schwarzen Frau.” Gesenkten Hauptes ging Bilal el-Habeschi davon und erzählte dies dem Gesandten Allâhs (s.a.w.) und ergänzte: „Yâ Rasûlallâh, muß auch nach dem Übertritt zum Islam uns unsere Rasse vorgehalten werden?“

 

Der Gesandte Allâhs (s.a.w.) rief daraufhin Ebû Zerr- el-Gifârî zu sich, wiederholte in dessen Gegenwart die Worte Bilâls (r.a.) und sprach: “Hast Du das gesagt?” Hazret Ebû Zer schämte sich dermaßen, dass er dem Gesandten Allâhs nicht antworten vermochte. Rasûlullâh (s.a.w.) sprach daraufhin:

“Du bist ein Mensch, der immer noch den Geruch der Ignoranz, der Dschahiliyye, in sich trägt. Siehe, solange du nicht an Wert gewinnst durch Takwa, wirst du niemals besser sein als ein hellhäutiger oder ein dunkelhäutiger Mensch.” Hazret Ebû Zerr war sehr betrübt und schämte sich nach diesen Worten Rasûlullâhs (s.a.w.) noch mehr. Sofort machte er sich auf den Weg zum Haus von Hazret Bilâl el-Habeschi, legte sein Gesicht vor die Tür und sprach: “O Bilâl, solange dein gesegneter Fuß nicht auf das Gesicht dieses üblen und groben Ebû Zerr tritt, werde ich mein Haupt nicht von deiner Tür bewegen.”  

 

Hazret Bilâl war sehr angetan von der Art und Aufrichtigkeit des Ebû Zerr und sagte: “Steh auf, o mein Bruder, steh auf. Dieses Gesicht verdient es geküßt und nicht darauf getreten zu werden. Ich vergebe dir.” Er hob ihn hoch und küßte ihn auf seine Augen. Und in dieser Sekunde hatten beide in ihren Herzen nur noch Zuneigung und Freundschaft füreinander übrig. 

 

Beenden wir unsere Hutbe mit einem Hadîs-i Scherif, der uns einen kleinen Eindruck gibt, was bei Allâh wirklich wichtig ist: „Wahrlich, Allâh (c.c.) schaut nicht auf euer Aussehen oder auf eure Besitztümer. Er schaut auf eure Herzen und eure Taten.“

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KRM - Pressemitteilungen

Zusammenstehen gegen Rassismus/ Spitzengespräch zwischen Koordinationsrat der Muslime und der EKD

Köln, 11.06.2020: Mit einem stillen Gebet für die Opfer von Rassismus und Hass ging heute das Spitzengespräch zwischen Vertreterinnen und Vertretern des Koordinationsrates der Muslime (KRM) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu Ende. Das Treffen fand aufgrund der Corona-Pandemie per Videokonferenz statt. Die jüngsten Proteste gegen Rassismus wurden als Teil einer größeren Anti-Rassismus-Debatte begrüßt, die dringend notwendig sei.

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