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Bericht des Paritätischen Gesamtverbandes

Bericht des Paritätischen Gesamtverbandes belegt strukturelle Benachteilung von Migranten an deutschen Schulen

 

VIKZ mahnt strukturelle Reformen und eine stärkere Öffnung der Schulen

 

09. Juni 2010

Der aktuell vorgestellte Bericht vom Paritätischen Gesamtverband zur Bildungssituation von MigrantInnen belegt eine eklatante Ausgrenzung von jungen Menschen mit Migrationshintergrund an deutschen Schulen. Der Verband der Islamischen Kulturzentren schließt sich der Forderungen des Paritätischen Gesamtverbandes nach einer umfassenden Strukturreform an. Der Bericht zur Bildungssituation zeigt, dass die strukturellen Probleme im Bildungsbereich gravierende Folgen für junge Migranten haben: Die Anzahl der Schulabgänger ohne Schulabschluss ist bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund mit 15 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei Schulabgängern ohne Migrationshintergrund. Nur rund jeder zehnte Jugendliche mit Migrationshintegrund macht Abitur. Bei Jugendlichen ohne Migrationshintegrund hingegen macht jeder dritte Schüler Abitur. Das bestehende Bildungssystem fördert die soziale Segregation und reproduziert soziale Ungleichheiten.


„Unsere Schulen müssen sich interkulturell öffnen“, betont Mustafa Imal, Präsident des Verbandes der Islamischen Kulturzentren. Der VIKZ hat bei Jugendlichen mit Migrationshinterung früh den Bedarf an schulischer und sprachlicher Förderung erkannt und bietet seit vielen Jahren Bildungsarbeit wie Nachhilfeunterricht und Hausaufgabenbetreuung an. „Noch zu selten gelingt es uns, gemeinsam mit den Schulen, die Bildungskarriere der Jugendlichen zu fördern”, so Imal. Im Alltag stößt der Verband immer noch auf Vorbehalte bei Schulen und öffentlichen Institutionen. „Hier wünschen wir uns eine stärkere Öffnung der Schulen und eine bessere Zusammenarbeit mit unseren örtlichen Gemeinden“, betont Imal. „Der Paritätische Gesamtverband hat einen wichtigen richtungweisenden Bericht vorgelegt. Auch wir versuchen unsere Bildungsarbeit ständig zu verbessern und den Bedürfnissen der Jugendlichen anzupassen. Aktuell führen wir gemeinsam mit der Otto Benecke Stiftung das Projekt PARTIMO durch. Mit diesem Projekt möchten wir unsere schulunterstützende Bildungsarbeit in unseren Gemeinden weiterentwickeln“.


Der Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. wurde 1973 in Köln gegründet. Er ist eine islamische Religionsgemeinschaft und ein gemeinnütziger Verein. Dem Verband sind bundesweit zirka 300 selbständige Moschee- und Bildungsvereine angeschlossen. Ziel und Zweck seiner Verbandsarbeit ist die religiöse, soziale und kulturelle Betreuung von Muslimen in Deutschland.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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