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Besserer Start ins Leben dank Wohnheimbesuch

 

  • Studie liefert erste wissenschaftliche Grundlage zu der Bewertung der Schülerwohnheime des VIKZ
  • Bildung ist zentrales Motiv für Wohnheimbesuch


Köln 09. Juli 2010 – Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning vom erziehungswissenschaftlichen Institut der Universität Duisburg-Essen stellte heute gemeinsam mit dem Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. (VIKZ) die ersten Ergebnisse einer umfangreichen Studie über die Schülerwohnheime des Verbandes vor. Dabei belegt die empirische Untersuchung, dass Bildungsarbeit die zentrale Aufgabe der Wohnheime darstellt und Wohnheimbesucher einen besseren Start in ihr weiteres Leben erhalten. 



Im Rahmen der Studie „Beten und Lernen“ befragte die Essener Sozialwissenschaftlerin die Jugendlichen, das Wohnheimpersonal und auch das Umfeld der Wohnheime. Als wichtigstes Motiv für den Besuch der Wohnheime führt die Studie mit 91 Prozent einen guten Schulabschluss an. Dabei wollen 26 Prozent der  Mädchen und Jungen das Abitur oder Fachabitur erreichen. Immerhin 16 Prozent gelingt dies auch. Befragt nach der Geschlechterrolle zeigen die Einstellungen der Jugendlichen sehr ähnliche Ergebnisse zu der Meinung der Jugendlichen der Mehrheitsgesellschaft auf. Die Studie belegt, dass Traditionalität und Weltoffenheit keinen Widerspruch darstellen. Die Jugendlichen schätzen beide Werte hoch ein. Gleichzeitig weisen die Jungen und Mädchen einen starken Wunsch nach Individualität und Selbstbestimmung auf.  Auch die Toleranz gegenüber anderen Religionen wird von der Mehrheit der Jugendlichen als wichtig eingestuft. Die meist aus religiösen Familien kommenden Jugendlichen, schätzen Religion als wichtigen Bestandteil ihres Alltags, wobei 10 Prozent angeben, dass religiöse Rituale und Pflichten kaum oder gar nicht wichtig seien. Die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen bewertet Politik als weniger wichtig.


Ähnlich wie andere Jugendliche in ihrer Altersgruppe, beschäftigen sich, laut Studie, die Wohnheimbewohner wenig bis kaum mit Politik und mit dem politischen Geschehen. In Bezug auf Integration bescheinigt die Studie dem großen Teil der Wohnheime eine gute Arbeit. Im Rahmen ihrer Jugend- und Bildungsarbeit, arbeiten die Wohnheime eng mit den Schulen zusammen. Laut Boos-Nünning ist in den Wohnheimen mehr Potenzial vorhanden, um die Integration noch weiter zu stärken und voranzutreiben.


Mustafa Imal, Präsident des VIKZ, unterstreicht: „Wir begrüßen die umfangreiche Studie. Jetzt liegt erstmals eine wissenschaftliche Arbeit vor, die fundiert Einblick gibt in unsere Jugendarbeit. Wir hoffen, dass nun die Diskussion um unsere Schülerwohnheime sachlicher verläuft und unsere Arbeit die notwendige Anerkennung erhält. Gleichzeitig bietet uns diese Untersuchung die Basis, unsere Arbeit in den Schülerwohnheimen zu optimieren.“

Die Studie „Beten und Lernen“ zeigt Handlungsbedarf auf. Der Verband will daher in verschiedenen Bereichen die Standards verbessern. So soll zukünftig jedes Wohnheim sein Integrationskonzept überarbeiten und umsetzen, mit dem es sich stärker vor Ort einbringt. Außerdem soll die Ausstattung der Wohnheime mit Büchern deutlich verbessert werden. Hier sucht der Verband nach geeigneten Partnern. Die Tagesabläufe sollen harmonisiert werden und das Freizeitangebot für die Jugendlichen ausgebaut werden. Grundsätzlich will  der VIKZ ein Mitspracherecht der Jugendlichen in den Einrichtungen etablieren und institutionalisieren. Die Jugendlichen sollen mehr ihren Alltag mitgestalten können. Die Studie zeigt auch, dass die Wohnheime über die pädagogischen Fachkräfte hinaus einen zusätzlichen Bedarf an qualifiziertem Lehrpersonal  haben, um individuelle Förderung anbieten zu können. Auch hier will der Verband für Verbesserung sorgen.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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