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Ergebnisse des KFN Forschungsprojektes

VIKZ fordert differenzierte und kritische Interpretation der Ergebnisse des KFN Forschungsprojektes

 

08. Juni 2010

Die aktuell vorgestellten Ergebnisse des Forschungsprojektes „Jugendliche in Deutschland als Opfer und Täter von Gewalt“ vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen sind nach dem Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. (VIKZ) im Hinblick auf einen Zusammenhang zwischen Religion und Gewaltbereitschaft kritisch zu hinterleuchten und zu interpretieren. Laut den Ergebnissen liegt bei sehr religiösen muslimischen jugendlichen Migranten eine höhere Gewaltbereitschaft vor als bei weniger religiösen. Allerdings liegen der Studie keine Erkenntnisse über Zusammenhänge zwischen Gewaltbereitschaft und Religion zugrunde.


Grundsätzlich begrüßt der Verband empirische Studien zum Thema Islam und Integration. „Wir finden es wichtig, dass Studien zu den Themen Islam und Integration durchgeführt werden. Allerdings gilt es bei dieser Studie, die Gründe für die Gewaltbereitschaft differenzierter zu betrachten“, so Mustafa Imal, Präsident des VIKZ. Professor Christian Pfeiffer, Leiter des Forschungsprojektes weist darauf hin, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen Islam und Gewaltbereitschaft gibt. Aus Sicht des Verbandes liegen die Ursachen für eine Gewaltbereitschaft bei jungen Muslimen in vielen verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise dem Status der Integration in der Gesellschaft oder auch im sozialen Status der jungen Muslime.

 

Bereits im vorangehenden Forschungsbericht aus 2009 auf welchen sich der zweite Bericht bezieht, wies Professor Pfeiffer daraufhin, dass sich Unterschiede bezüglich der Gewalttätigkeit der befragten Jugendlichen bei differenzierterem Vergleich, bei dem die unterschiedliche Herkunft denselben familiären, schulischen und sozialen Rahmenbedingungen gegenüberstellt wurde, vollständig ausglichen.

 

Laut des neuen Forschungsberichtes sinkt mit steigender Religiosität, das Streben nach Abitur oder einem höheren Bildungsstand. Der Verband der Islamischen Kulturzentren macht in der Praxis eindeutig gegenteilige Erfahrungen. „Ein großer Teil unserer jungen Gemeindemitglieder streben einen höheren Bildungsabschluss an und werden von uns darin bestärkt“, so Imal.


Auch wenn kein direkter Zusammenhang zwischen Religion und Gewaltbereitschaft existiert, sieht der Verband Handlungsbedarf. So müssen nach Meinung des VIKZ die Bildungschancen muslimischer Jugendlicher gefördert und ihre soziale Akzeptanz in der Gesellschaft erhöht werden. Im Bewusstsein dessen fördert der Verband seit Jahren Jugendliche in ihren schulischen Belangen und bietet verschiedene Kurse wie Nachhilfeunterricht und Hausaufgabenbetreuung an. „Hier ist zusätzliches Engagement gefragt“ fordert Imal. So konnte beispielsweise im Rahmen der Bürgerinitiative Mentor e.V. in Hannover, die junge Migranten schulisch fördert, die Gewaltrate um die Hälfte reduziert und die Gymasialquote verdoppelt werden. „Solcher Initiativen bedarf es mehr“, unterstreicht Imal.

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KRM - Pressemitteilungen

„Jeder Flüchtling ist zu allererst ein Mensch“ - Begegnung von EKD und KRM Delegation in München

Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen.

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