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Islamische Wohlfahrtspflege ist Thema der Deutschen Islamkonferenz

 

Am 13. Januar traf sich unter Leitung des Bundesinnenministers Dr. Thomas de Maiziere erstmals der Lenkungsausschuss der Deutschen Islamkonferenz (DIK) im dbb forum in Berlin zum Thema Wohlfahrtspflege. Sie berieten darüber, wie soziale Dienstleistungen von und für Muslime in Deutschland verbessert werden können. Dabei wurden Handlungsfelder, die von Experten und Praktiker aus Staat und muslimischen Religionsgemeinschaften auf der Arbeitsebene erarbeitet wurden, vorgestellt und erörtert. Auf dieser Grundlage sollen bis zur nächsten Sitzung des Lenkungsausschusses Handlungsempfehlungen vorgeschlagen werden.

 

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Quelle: Henning Schacht

 

„Wir begrüßen es sehr, dass seit einem Jahr das wichtige Thema Wohlfahrtspflege in der DIK ergiebig diskutiert wird. Viele Migrantenorganisationen engagieren sich in immer stärkerem Maße im Bereich der Wohlfahrt,  insbesondere in der Bildungs- und Jugendarbeit. So wird beispielsweise in fast allen Moscheegemeinden des VIKZ neben einer außerschulischen religiösen Unterweisung und Freizeitangeboten Lernhilfen in Form von Hausaufgabenhilfe, Nachhilfe oder Förderunterricht für Schülerinnen und Schüler angeboten. Ferner unterhalten 19 Gemeinden des VIKZ Schülerwohnheime, in denen die Bildungsarbeit einen relativ großen Raum einnimmt, sagte Seyfi Öğütlü, Generalsekretär des VIKZ in seinem Statement im Lenkungsausschuss.

 

„Diese und viele weitere Angebote und Bemühungen werden meist ehrenamtlich und mit bescheidenen Mitteln durchgeführt, aber bisher oftmals nicht adäquat gewürdigt und anerkannt. Wir sind zuversichtlich und hoffen, dass die DIK in diesem Zusammenhang wichtige Impulse in die Gesellschaft senden und  einen Beitrag zu einer stärkeren gleichberechtigten Teilhabe leisten kann“, so Öğütlü abschliessend.

 

Im Anschluss an den Lenkungsausschuss fand eine zweitätige öffentliche Fachtagung zur Wohlfahrtspflege statt, in der sowohl über Kinder- und Jugendhilfe sowie Altenhilfe diskutiert wurde.

 

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In seiner Eröffnungsrede zur Fachtagung betonte der Sprecher des KRM und Dialogbeauftragter des VIKZ Erol Pürlü die Bedeutung der islamischen Wohlfahrt:

 

„Karitatives Handeln ist im Islam sehr tief verankert und Menschen in Not zu helfen ist islamisch gesehen eine religiöse Verpflichtung. Deshalb ist es keineswegs verwunderlich, dass Moscheegemeinden neben ihrer eigentlichen Aufgabe der religiösen Bildung und Ausübung der Religion, sich auch um soziale Aufgaben kümmern“, sagte Pürlü.

 

„Ein Blick in die Herkunftsländer der Muslime zeigt, dass um die Großmoscheen herum Gebäudekomplexe entstanden sind, die nicht nur die religiöse und seelische Versorgung von Muslimen zur Aufgabe gemacht haben, sondern auch die soziale Versorgung von Bedürftigen im Focus hatten, die sogenannten Külliyes, im wahrsten Sinne des Wortes, Gebäudekomplexe mit Moschee, Elementarschule, Hochschule, karitativen Einrichtungen wie Krankenhaus, Bad, Alten- und Waisenheime, Armenküche, Frauenheime, Heime für Menschen mit Behinderung und sogenannte Karawansereien, Herberge für Reisende. Sie wurden meistens von Stiftungen getragen“, so Pürlü abschließend.

 

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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