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Meinungsmache statt Journalismus beim SPIEGEL

Köln, 15. September 2010 – Das Magazin DER SPIEGEL unterstellte dem Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. (VIKZ) in seiner aktuellen Ausgabe, dass dieser die staatlich geplante Imamausbildung nur „halbherzig unterstütze“. Der VIKZ widerspricht dieser Behauptung entschieden. Der Artikel der Autoren Andrea Brandt und Maximilian Popp betreibt Meinungsmache und lässt journalistisches Handwerk außer Acht.

Die SPIEGEL-Journalistin Brandt erhielt vom VIKZ umfangreiche Informationen über die Ausbildung von Imamen. Dabei erfuhr Brandt, wie der VIKZ die Ausbildung gestaltet und dass er dabei auch mit christlichen Bildungsträgern zusammenarbeitet. Außerdem besuchte die SPIEGEL-Journalistin den Duisburger VIKZ-Imam Yasin Kara. Der in Gelsenkirchen geborene Imam, der von Türkeistämmigen und Deutschen für seine offene Gemeinde- und Integrationsarbeit geschätzt wird, passte wohl nicht ins Bild von Frau Brandt. Auch die Stellungnahmen von dem Dialogbeauftragten des VIKZ, Erol Pürlü, zum Thema Imamausbildung wurden von Brandt nicht berücksichtigt. So konnte sie einfach behaupten, der VIKZ unterstütze die „geplante Imamausbildung allenfalls halbherzig“.

„Wir widersprechen diesen Falschbehauptungen entschieden“, unterstreicht Pürlü. „Der VIKZ unterstützt Frau Schavans Vorstoß, Imame staatlich in Deutschland auszubilden, voll. Das heißt aber nicht, dass alle Imame ein Hochschulabschluss benötigen. Dies ist bei anderen Religionsgemeinschaften keine zwingende Voraussetzung und sollte es auch für Muslime nicht sein“, so Pürlü.

Der SPIEGEL kannte die Fakten und weiß, dass der VIKZ als erster Verband den Bedarf erkannt hat, Imame in Deutschland auszubilden. Seit nun zwanzig Jahren bildet der Verband sein theologisches Personal in Deutschland aus. Dieses ganz mit eigenen Mitteln aufgebaute Bildungsangebot versucht der VIKZ seit längerem mit externen Partnern zu professionalisieren. So bewerben sich beispielsweise derzeit 15 VIKZ-Imame für das Fortbildungsstudium der Universität Osnabrück.
Der latente Vorwurf, der VIKZ sei nur an einem staatlichen Gütesiegel für
seine Imamausbildung interessiert, ist nicht nachvollziehbar. Das Ziel einer staatlichen Anerkennung der Ausbildunsangebote von privaten Anbietern – wie in diesem Falle dem VIKZ – ist ein natürlicher Prozess und dient der Qualitätssicherung. Daher ist es selbstverständlich, dass auch der Verband eine staatliche Anerkennung anstrebt.

Brandt weist außerdem in ihrem Artikel auf die Mängel beim Betrieb und der Genehmigung von Schülerwohnheimen des VIKZ im Jahr 2007 und in den Jahren zuvor hin. Auch hier verzichtet Brandt darauf, die durchgeführten Verbesserungen seit 2007 zu beachten und unterschlägt aktuelle Untersuchungsergebnisse der Universität Duisburg Essen zu den Schülerwohnheimen des VIKZ.

Mit dem Artikel “Attacken aus dem Hinterhalt” vernachlässigt DER SPIEGEL seine journalistische Sorgfaltspflicht. “Veröffentlichungen wie diese informieren nicht die deutsche Gesellschaft, sondern säen Misstrauen und verstärken Konflikte”, hebt Pürlü hervor. Der VIKZ ruft den SPIEGEL auf, zukünftig seiner Sorgfaltspflicht stärker nachzukommen.


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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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