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Religion ist nicht Ursache für Gewaltbereitschaft bei muslimischen Jugendlichen

Köln, 28. November 2010 – Am vorigen Freitag stellte Familienministerin Kristina Schröder zwei Studien vor, die Gewaltphänomene und geschlechterspezifische Einstellungsmuster bei muslimischen Jugendlichen untersuchten. Neue Erkenntnisse liefern die Studien allerdings nicht. Sie bestätigen lediglich Ergebnisse vorheriger Studien, dass Gewalt nur von einem geringen Teil der muslimischen Jugendlichen befürwortet wird und dass es keine Korrelation zwischen dem Islam, islamischer Religiosität und der Gewaltbereitschaft von Jugendlichen gibt.

Der Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. (VIKZ) kritisiert die Schlussfolgerung der Ministerin, es gebe möglicherweise einen Zusammenhang zwischen Gewaltbereitschaft und islamischer Religiosität. „Dass ein Teil muslimischer Jugendliche gewaltbereit ist, heißt nicht, dass sie es wegen ihrer Religiosität sind. Diese Schlussfolgerung ist nicht durch die Studien gedeckt“, so Mustafa Imal, Präsident des VIKZ. Die Ministerin suggeriert jedoch einen solchen Zusammenhang. Sie behauptet: „Da scheint es einen Zusammenhang zu geben, dass eine erhöhte islamische Religiosität korreliert mit einer erhöhten Zustimmung zu Männlichkeitsnormen, die Gewalt legitimieren.“

Die beiden vorgestellten Studien sehen eher einen Zusammenhang zwischen sozialer Benachteiligung und Diskriminierung auf der einen Seite und Gewaltbereitschaft auf der anderen Seite. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch andere Studien, etwa die Untersuchung vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen „Jugendliche in Deutschland als Opfer und Täter von Gewalt“.

Auch wenn kein direkter Zusammenhang zwischen Religion und Gewaltbereitschaft existiert, sieht der Verband Handlungsbedarf. Insbesondere müssen die Bildungschancen muslimischer Jugendlicher gefördert und ihre soziale Akzeptanz in der Gesellschaft erhöht werden. Eine wichtige Maßnahme zur Förderung der Akzeptanz der Jugendlichen ist die Einführung des islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen.

Im Bereich der Jugendarbeit engagiert sich der Verband seit Jahren erfolgreich in der schulischen und beruflichen Förderung und bietet in Form von Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfeunterricht Unterstützung an.


Der Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. wurde 1973 in Köln gegründet. Er ist eine islamische Religionsgemeinschaft und ein gemeinnütziger Verein. Dem Verband sind bundesweit zirka 300 selbständige Moschee- und Bildungsvereine angeschlossen. Ziel und Zweck seiner Verbandsarbeit ist die religiöse, soziale und kulturelle Betreuung von Muslimen in Deutschland.

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KRM - Pressemitteilungen

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Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen.

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