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Der Kur’ân-ı Kerîm ist in der Obhut Allâhs - 06. November 2020/20. Rebîulevvel 1442

Liebe Muslime,

der KUR’ÂN-I KERÎM liegt in der Obhut Allâh Teâlâs. Darüber sprechen wir heute in unserer Hutbe.

 

In der 9.  (neunten) Ayet-i Kerîme der Sûre el-Hicr heißt es umschrieben: “Wahrlich, Wir Selbst haben diese Ermahnung (den Kur’ân) herabgesandt und sicherlich werden Wir Selbst ihr Hüter sein.” In dieser Âyet-i Kerîme gibt Dschenab-i Hakk mit etlichen Te’kîds, also grammatikalischen Bekräftigungsformeln bekannt, dass der Kur’an-ı Kerîm unter Seinem besonderen Schutz  liegt.

 

Es gehört zum muslimischen Grundwissen, dass der Kur’an-ı Kerim in 23 (Dreundzwanzig) Jahren Stück für Stück an Rasûlullâh (s.a.w.) herabgesandt wurde. Die Aufzeichnung und Aufbewahrung des Kur’ân-ı Kerîm fand in der folgend beschriebenen Art und Weise statt: “Dschebrâil (a.s.) brachte die Âyet-i Kerîmes zum Rasül-i Ekrem (s.a.w) und Rasûlullâh hörte ihm aufmerksam zu. Anschließend wiederholte er in Gegenwart von Dschebrâil (a.s.) alles so wie er es gerade memorisiert hatte, danach verkündete er es den anwesenden Muslimen. Die erhabenen Sahâbe lernten den Kur’an-ı Kerim auswendig und ließen von Zeit zu Zeit ihr Wissen durch Rasûlullâh (s.a.w.) prüfen. Der Nebî aleyhisselâm ließ die kur’ânischen Worte nicht nur in das Gedächtnis der Menschen einprägen, sondern auch auf Steine, Knochen, Dattelblätter und dergleichen aufzeichnen. Es gab viele Sahâbîs die den Auftrag hatten die Âyets auswendig zu lernen, beziehungsweise sie zu verschriftlichen. Man nennt sie “kâtib-ul-wahy”, die Schreiber der Offenbarung. Unter ihnen finden sich so schillernde Namen aus der Anfangszeit des Islams wie Hz. Ebu Bekir, Hz. Ömer, Hz. Osman, Hz. Ali, Hz. Zeyd ibn-i Sabit, Hz. Abdullah ibn-i Mes’ûd, Hz. Übeyy ibn-i Ka’b (r.anhüm).

Neben den zeitlich unregelmäßigen Offenbarungen kam Dschebrâil (a.s.) an jedem Abend des Monats Ramazan  und trug Rasulullah (s.a.w) die bis dahin herabgesandten Âyet-i Kerîmes vor und hörte sich anschließend Rasûlullâhs Wiederholung an. Im letzten Lebensjahr Rasûlullâhs (s.a.w.), nach der Offenbarung der letzten Âyet, fand dieses gegenseitige Vortragen zwischen Dschebrâil (a.s.) und Rasûlullâh (s.a.w.) zweimal statt. Die islamischen Gelehrten bezeichnen diesen Vortrag als “arza-i ahîre”. Der Gesandte Allâhs hat den Kur’ân gemäß dieser “arza-i ahîre” seinen Sahâbes nochmal im Besonderen vorgetragen. Diese lernten alles, so wie ihnen vorgelesen, auswendig und schrieben die Âyets auf alle erdenklich möglichen Materialien auf. Erst danach ist Rasûlullâh (s.a.w.) von dieser Welt gegangen.

Während des Kalifats von Hz. Ebu Bekir (r.a.) starben bei der Schlacht von Yemâme rund siebzig (70) von den Hafiz el-Kur’ân,  so dass danach auf Vorschlag von Hz. Ömer  (r.a.) ein Gremium einberufen wurde, das unter der Leitung von Zeyd bin Sabit (r.a.) den Kur’an-ı Kerîm in Buchform zusammentrug. Später, im Kalifat von Hz. Osman (r.a.), wurden unter der Kontrolle einer Kommission Vervielfältigungen dieser von Hz. Ebu Bekir (r.a.) beauftragten kur’ânischen Seiten gemacht und in wichtige Städte der islamischen Welt geschickt. All diese Einzelheiten und Umstände sind ein Erfolg, die Allâh der Umma  der Muslime beschert hat.”

 

Bei der Interpretation der anfangs vorgetragenen Âyet-i Kerîme heisst es: “…Denn genauso wie das Auswendiglernen der Hâfiz el-Kur’ân, fallen auch alle anderen Bestrebungen der Sahâbe-i Kiram unter den Schutz des Kur’ân durch Allâh. Mit anderen Worten: ‘weil Allâh versprochen hat den Kur’ân zu schützen und zu behüten, hat Er den Sahâbe-i Kirâm so viel Kraft und Erfolg beim Aufzeichnen und Bewahren des Kur’âns gegeben.”

               

Liebe Muslime,

die Koranexegeten haben für die allzeitige Bewahrung und Schutz des Kur’ân-ı Kerims durch Allâh verschiedene Wege aufgezeichnet. Eine dieser Wege ist, dass “Allâh Teâlâ eine Gemeinschaft hervorbringt, die den Kur’ân lernt, lehrt und es unter das Volk bringt.” Schon die Sahâbei- Kirâm und später alle Gelehrten des Islams sowie die Evliyâ haben sich für den Kur’ân und für die ehrenwerte Sunna eingesetzt, sich allergrößte Mühe gegeben, damit die Menschen den Kur’ân verstehen und es praktizieren können. So wie damals gibt es auch heute - und wird es in Zukunft - diese Gemeinschaft unter den Muslimen geben. Diese erkennt man daran, dass sie die Sunna Rasûlullâhs (s.a.w.) stetig lernt und lehrt, den Wert der Selef-i Sâlihîn zu schätzen weiß, ihre Namen in Ehren hält und respektiert und ihre Bücher und Werke liest und weitergibt. Diese Gemeinschaft wird ihren Einsatz für den Kur’ân-ı Kerîm immerzu weiterführen, auch und vor allem gegen jene Strömungen, die durch Reduzierung des Islam auf den Kur’an die Sunna Rasûlullâhs in seiner Gesamtheit aus der Welt schaffen wollen - sie also für nebensächlich halten -, die die Ulemâ und Gelehrten unserer Mezhebs (den Rechtsschulen) verschmähen und eigenständige und nicht fundierte Interpretationen des Islams in die Welt setzen.

Und all dieser Einsatz und die Hingabe der Menschen in dieser Gemeinschaft ist nur deswegen möglich, weil Allâh Teâlâ versprochen hat, den Kur’ân-ı Kerîm zu schützen und zu behüten.

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KRM - Pressemitteilungen

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