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Die Rechte von Nachbarn - 02. Oktober 2020/15. Safer 1442

Hochgeschätzte Muslime,

 

betrachten wir uns die Erde oder den Himmel, so treten die Ordnung und die Harmonie darin klar und deutlich vor unsere Augen. Diese Harmonie kommt nur dadurch zustande, dass alles Erschaffene einerseits seine zugewiesene Aufgabe erfüllt und andererseits in seinen Grenzen verbleibt und sie nicht überschreitet. Menschen mit Vernunft und Einsicht, besonders was Sinn und Bedeutung gutnachbarschaftlicher Beziehungen angeht, wissen darum sehr wohl, dass eine solche Harmonie nur dann entstehen kann, wenn jeder seinen Teil der Aufgaben rechtzeitig und vollständig erfüllt.   

 

Ein gutes Zusammenleben mit unseren Nachbarn ist in unserer heutigen Gesellschaft von großer Bedeutung. Im unserer Religion besitzt das Recht des Nachbarn einen sehr hohen Stellenwert. So wie es unabdingbar ist, innerhalb der Familie gut miteinander auszukommen, so ist es verpflichtend für uns Muslime, uns mit unseren Nachbarn gut zu verstehen und uns gegenseitig zu helfen. Allâh Sübhânehû ve Teâlâ spricht in der anfangs vorgetragenen Âyet-i Kerime unmissverständlich über die Pflichten eines Muslims: “Dient Allah und gesellt Ihm nichts bei. Seid gut zu den Eltern, den Verwandten, den Waisen, den Bedürftigen, dem verwandten Nachbarn und dem nicht-verwandten Nachbarn, dem nächsten Gefährten, dem Reisenden und denjenigen, die euch gehören! Wahrlich, Allah liebt nicht den, der hochmütig und prahlerisch ist.”

 

Rasûlullâh (s.a.w.) gewichtet das Recht des Nachbarn in dem folgenden Hadis-i Scherif auf sehr eindrucksvolle Weise: Dschebrâil (a.s.) sprach mir ohne Einhalt Empfehlungen bezüglich des Rechtes des Nachbarn, dass ich (fast) meinte, der Nachbar solle den Nachbarn beerben dürfen.”

 

Verehrte Muslime,

 

nachdem ich das Thema in Kürze angesprochen habe, möchte ich es auf einer anderen Ebene weiterführen: Der Tag der Deutschen Einheit am dritten Oktober - das ist der morgige Samstag - hat sich seit langem auch als Tag der offenen Moschee etabliert.

 

Es ist eine alte Weisheit, dass der Mensch dem Unbekannten gegenüber argwöhnisch beziehungsweise feindselig auf Distanz bedacht ist. An solch einem wichtigen Tag wie dem „Tag der offenen Moschee“ liegt es in unserer Hand, die Distanz zwischen den Menschen zu überbrücken oder gar gänzlich verschwinden zu lassen. In dieser Absicht werden in den teilnehmenden Moscheen den Besuchern Informationen über uns, unsere Kultur, unsere Religion und unsere Moscheen gegeben werden.

 

Der Islam pflegt eine Kultur der Höflichkeit, der Großzügigkeit und der Feinfühligkeit. Beim Empfang und Bewirtung unserer Gäste sollten wir die Regeln der Höflichkeit und - besonders in diesen Tagen - der Sauberkeit beachten, die wir von unserer Kultur her kennen. Wer auch immer unser Haus oder unser Mesdschid betritt, verdient mit einem Lächeln im Gesicht empfangen zu werden. Gäste, die uns besuchen, sollten mit Toleranz und Entgegenkommen behandelt werden. 

 

Zum Ende der heutigen Hutbe wollen wir noch einmal den Nebî Aleyhisselâm hören, der die wichtigsten Charaktereigenschaften eines Muslims wie folgt darstellt: Ein wahrhaft guter Muslim ist einer, der ülfet besitzt, dass heißt einer, der mit anderen einen vertrauten Umgang pflegt und gut auskommt und mit dem man ülfet pflegt, sprich gut auskommt.

Wer keine ülfet, keinen guten Umgang, besitzt und wem man keinen guten Umgang schenkt, auf dem ruht auch keine hayr, nichts Gutes.”

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KRM - Pressemitteilungen

Spirale des Hasses mit Frieden durchbrechen

Spirale des Hasses mit Frieden durchbrechen CMFD zu den Anschlägen in Frankreich und Österreich Ein Mann betritt eine Kirche in Nizza, ruft „Gott ist groß“ und sticht dann wahllos auf andere Besucher dieses Gotteshauses ein, die er nie zuvor gesehen hat. Welche Blasphemie. Was muss ein Mensch erlebt haben, um so weit herunterzukommen, um so sehr Gott zu verkennen. Als Christliche-Muslimische Friedensinitiative in Deutschland (CMFD) sind wir zutiefst betroffen und trauern um die Opfer der Gewalt von Paris und Nizza und jüngst in Wien.

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