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Gıybet – üble Nachrede - 11. Dezember 2020/26. Rebîulâhir 1442

Verehrte Muslime,

Gıybet, also üble Nachrede, ist eine der schlimmsten Handlungen überhaupt; nicht nur gegenüber den Menschen, sondern auch gegenüber Allâh Teâlâ. Darüber möchte ich heute sprechen.

Der Mensch ist auf dieser Welt um Ibâdet an Allâh Teâlâ zu machen, sein Leben mit sâlih amel, das heißt mit bei Allâh wertvollen Taten und Handlungen zu verbringen und sich die beste Ahlâk, sprich die besten Charaktereigenschaften anzueignen. Allâh Sübhânehû ve Teâlâ hat dem Menschen Verstand und Vernunft gegeben und durch Seine Gesandten einerseits und durch Seine Schriften wie den Kur’ân-Kerîm andererseits kundgetan, dass ER die Menschen dafür zur Verantwortung ziehen wird.

Das Leben auf dieser Welt ist eine Prüfung. Daher sind dem Menschen zwei Feinde vorgesetzt worden: Der Scheytan und die Nefs, also die Triebseele. Diese bösen, schlimmen und dunklen Wesen sind Teil in dieser Prüfung und haben die Aufgabe den Menschen zu allen Arten von Auflehnung gegenüber Allâh und Schlechtigkeiten im Allgemeinen zu verleiten.

Zu den schlimmsten Taten eines Menschen, zu denen diese beiden Wesen anstiften können, gehört zweifellos die Gıybet, die üble Nachrede. Mit der Gıybet bürdet sich der Mensch Verfehlungen auf und verletzt das „Recht des Anderen“, im Türkischen „Kul hakkı“ und im Arabischen „حقوق العباد“ genannt.

Nach den islamischen Gelehrten bedeutet Gıybet über Mängel oder Fehler einer Person zu reden, die nicht anwesend ist. Im deutschen Sprachgebrauch gibt es hierfür den Ausdruck “über jemanden lästern”. Die Mängel einer Person können in der Kleidung, im Aussehen, im Verhalten und in der Familie liegen. Das macht keinen Unterschied.

Rasûlullâh (s.a.w.) sprach hierzu: “Wisst ihr was Gıybet ist? Über euren Bruder im Islam Dinge zu sagen, die ihm nicht gefallen würden.” Daraufhin fragte jemand: “Wenn aber das Gesprochene den Tatsachen entspricht, Ya Resûlallâh. Was dann?”  Und Resûl-i Ekrem antwortete: “Wenn er tatsächlich diese Fehler hat, genau dann ist es Gıybet; wenn nicht, so habt ihr damit Iftirâ (Verleumdung) begangen.”

 

Verehrte Muslime!

Aussagen die den Körper betreffen, wie zum Beispiel „dieser hat Schielaugen, jener hat eine Glatze“, oder Nachrede über die Verwandtschaft einer Person, wie zum Beispiel „dessen Vater ist so und dessen Bruder ist so“; oder Behauptungen über den Charakter, wie zum Beispiel „dieser ist bösartig und jener ist geizig“; auch Ansichten die den Islam betreffen, wie „dieser ist ein Lügner, jener ist ein Zâlim, ein Unrechtbegeher“; also alle Arten von Gerede und Andeutungen, alle Arten von schriftlichen Äußerungen und Textnachrichten hinter dem Rücken anderer Menschen zählen zur Kategorie dieser hässlichen Tat - zur Gıybet.

In der Ayet-i Kerime, die ich anfangs vortrug, spricht Allâh Dschelle Dschelâlüh,nse﷽﷽﷽﷽﷽﷽t über einen anderen snn sie wie eine ansteckende Krankheit ganze Gesellschaften aus den Fugen bringen.lû: “O die ihr den Îmân verinnerlicht habt! Haltet euch fern von allerlei Mutmaßgungen; denn wahrlich manche Mutmaßung ist Sünde. Und versucht nicht (einander) auszuspionieren und führt keine üble Nachrede übereinander! Möchte denn einer von euch gern das Fleisch seines verstorbenen Bruders essen? Sicher würdet ihr es als verabscheuungswürdig ansehen. So praktiziert Takvâ, Ehrfurcht vor Allâh. Gewiss, Allâh ist Tevvâb (der Reue-annehmende) und Rahîm (der Barmherzige).” (Sure el-Hudschurat,  Ayet 12).

 

Geschätzte Muslime!

In dieser Âyet- Kerîme wird die Gıybet mit dem „Essen des Fleisches des verstorbenen Bruders“ verglichen. Das sollte uns alle aufhorchen lassen. So schlimm ist also die üble Nachrede. Speziell in unserer heutigen Zeit sehen wir aber, dass sich diese schlimme Tat wie ein listiger Krankheitserreger überall ausgebreitet hat. Besinnen wir uns nicht eines Besseren und treffen keine Vorkehrungen, dann wird diese Gıybet, wie eine Krankheit, die Ruhe und den Frieden sowohl des einzelnen Menschen als auch die der Familien und der ganzen Gesellschaft aus der Bahn werfen und zu Kommunikationslosigkeit und Zwietracht führen. 

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Umgang der Menschen in den sozialen Medien. Ganz schnell wir dort Giybet oder unwahre Dinge über andere Menschen verbreitet. Jeder Muslim soll sich hier gewahr sein, dass er damit in allererster Linie sich selbst, sprich seiner hayat-ı mâneviyye und seiner Beziehung zu Allâh sübhânehû ve Teâlâ schadet.

Daher, liebe Muslime, soll sich ein jeder von uns Zeit nehmen, sich über Gıybet und die damit verbundenen gesellschaftlichen wie religiösen Gefahren informieren und sich von dieser schlimmen Tat fernhalten.

Auch dürfen wir hierbei diese zwei Punkte nicht aus den Augen lassen. Erstens: Wenn das Gerede dem Muslim, über den man gelästert hat, zu Ohren kommt, wird dieser darüber traurig sein und dadurch werden seine Rechte verletzt. In diesem Falle muss der Lästernde Tevbe gegenüber Allâh zeigen, also Reue praktizieren und gleichzeitig sich vom besagten Muslim seine Vergebung einholen. Zweitens:  Wenn aber die Gıybet dem Muslim, über den man gelästert hat, nicht zu Ohren kommt, sollte der Lästernde bei Allâh sowohl für seine eigenen Verfehlungen um Vergebung bitten, als auch um die Vergebung desjenigen bitten, über den er gelästert hat.

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KRM - Pressemitteilungen

Spirale des Hasses mit Frieden durchbrechen

Spirale des Hasses mit Frieden durchbrechen CMFD zu den Anschlägen in Frankreich und Österreich Ein Mann betritt eine Kirche in Nizza, ruft „Gott ist groß“ und sticht dann wahllos auf andere Besucher dieses Gotteshauses ein, die er nie zuvor gesehen hat. Welche Blasphemie. Was muss ein Mensch erlebt haben, um so weit herunterzukommen, um so sehr Gott zu verkennen. Als Christliche-Muslimische Friedensinitiative in Deutschland (CMFD) sind wir zutiefst betroffen und trauern um die Opfer der Gewalt von Paris und Nizza und jüngst in Wien.

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