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Islamisch-rechtliche Grundlagen des Kurban (Opfertier) - 24. Juli 2020/03. Dhulhiddscha 1441

Geschätzte Muslime!

Die Wurzel des Wortes Kurban bedeutet wörtlich übersetzt “nahe sein”, “näher kommen”. Nach islamischem Verständnis ist der Kurban die Opferung bestimmter Tiere zu bestimmten Tagen, in der Absicht, die Rıza´i Ilâhî, das Wohlwollen und die Nähe Allâhs zu erlangen. Hierbei handelt es sich also um eine Mâl-î İbâdet, eine Form der Anbetung Allâhs, die eine materielle Leistung erforderlich macht. Der Kurban ist keine später zum Islam hinzugekommene Tradition. Sie ist vielmehr eine Ibâdet, die auf dem Kur´an-ı Kerim und auf der Sunna von Rasûlullâh (s.a.w.) beruht. Wie der Zekat ist es im zweiten Jahr nach der Hidschra von Allâh eingesetzt worden. Nach der hanefitischen Mezheb ist es wadschib, das heißt eine erforderliche Pflicht. Imam Malik und Imam Schafii sehen es als Sunna muakkada an. Dazu muss man wissen, dass als Sunna muakkada eine Gewohnheit Rasûlullâhs bezeichnet wird, die er im allgemeinen gemacht und nur ganz wenige Male ausgesetzt hat.

Der Kurban ist eine wichtige Ibâdet. Um sie gemäß der islamisch-rechtlichen Grundlagen in der besten Art  und Weise zu erfüllen, ist man als Muslim aufgefordert, sich so gut wie möglich über diese Thematik zu informieren und danach sich dementsprechend zu verhalten.

 

Dschenâb-ı Hakk spricht in der Sûre-i Kevser in der zweiten Âyet “Verrichte das Gebet für Deinen Rabb (Allâh) und opfere!”   In der Ayet-i Kerime wird ausdrücklich die Befehlsform “wenhar!” verwendet, was “opfere!” bedeutet. Hierzu spricht Rasûlullâh (s.a.w.) in einem Hadis-i Scherif: “Wer finanziell dazu imstande ist und trotzdem keinen Kurban vollbringt, der soll sich von unserer Moschee fernhalten.”

 

Kurban ist Pflicht für jeden Mann und jede Frau, die bei Sinnen, volljährig, an einem festen Orte ansässig und reich genug sind, um ein Opfertier käuflich erwerben zu können. Ein mittelloser Mensch zum Beispiel, der an einem der Kurban-Tage an ausreichend Geld für ein Opfertier kommt, muss das Opfer verrichten. Nach Imâm A’zam und seinem berühmten Schüler Imâm Ebu Yusuf ist es noch nicht einmal erforderlich, volljährig und bei Sinnen zu sein, um als opferpflichtig zu gelten. Da der Privatbesitz im Islam ein wichtiges Prinzip ist, heisst das zum Beispiel für die Eltern eines wohlhabenden Kindes, dass sie verpflichtet sind, für dieses Kind Kurban zu vollbringen.

 

Es hängt sehr von der Ihlas, also der Hingabe eines Menschen ab, ob sein Opfer von Allâh Teâlâ angenommen wird und ob seine Taten und Werke Allâhs Wohlwollen finden. Wenn wir nicht um Ihlâs bemüht sind, wird uns das Opfer in der Âhiret, also im Leben nach dem Tode, keinen Nutzen bringen. Allâh Teâlâ spricht in Âyet 37 (siebenunddreißig) der Sûre Hadsch über die Opfertiere: “Weder ihr Fleisch noch ihr Blut gelangt zu Allâh, jedoch es ist die Takwâ (die Ehrfurcht vor Allâh) eurerseits, die  zu IHM gelangt..”

 

Verehrte Muslime!

 

Ich habe hier versucht, kurz und bündig zu erklären, was der Kurban ist. Die Aufgabe eines Mü´min, eines praktizierenden Muslims, ist es nach Wegen und Mitteln zu suchen, um das Opfer darzubringen und nicht ihm aus dem Wege zu gehen. Denn der Kurban ist für unser materielles und geistig-spirituelles Leben von größter Bedeutung.

 

Die Evliyâullâh sind diesem Thema sehr sorgfältig nachgegangen und sie haben erklärt, dass man das Geheimnis der Ism-i Azam, also des erhabensten Namens Allâhs nicht nur im Kur´an-ı Kerim, sondern auch in der Opferhandlung suchen muss. Sie haben viele Male auf die Wichtigkeit des Kurban hingewiesen und hervorgehoben, dass es für das folgende Jahr einen geistig-spirituellen Schutz für die Gesundheit und das Wohlergehen des Opfernden bedeutet. Notfalls sollte man sich Geld leihen, um den Kurban darzubringen und dann die Summe in Jahresfrist zurückzahlen.

 

Liebe Muslime,

 

nächste Woche Freitag ist der erste Tag des Kurban Bayrami, des Îd’ul-Adhâ. Am Donnerstag, einen Tag vorher ist Arefe-Tag. Vom Morgengebet dieses Tages bis zum Nachmittagsgebet des vierten Bayram-Tages ist ein jeder Muslim und eine jede Muslima verpflichtet, nach den Fard-Einheiten, die Takbîr at-taschriq aufzusagen – fünf Tage lang, insgesamt 23 mal. Dies ist eine Tat mit wadschib-Charakter. Also vergisst diese Takbîrs bitte nicht!

 

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KRM - Pressemitteilungen

Spirale des Hasses mit Frieden durchbrechen

Spirale des Hasses mit Frieden durchbrechen CMFD zu den Anschlägen in Frankreich und Österreich Ein Mann betritt eine Kirche in Nizza, ruft „Gott ist groß“ und sticht dann wahllos auf andere Besucher dieses Gotteshauses ein, die er nie zuvor gesehen hat. Welche Blasphemie. Was muss ein Mensch erlebt haben, um so weit herunterzukommen, um so sehr Gott zu verkennen. Als Christliche-Muslimische Friedensinitiative in Deutschland (CMFD) sind wir zutiefst betroffen und trauern um die Opfer der Gewalt von Paris und Nizza und jüngst in Wien.

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